MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2025

MedAustria News von September 2025

Einfluss von Blutveränderungen auf Lungenkrebs erforscht (30.9.25)
Lungenkrebs zählt weltweit zu den tödlichsten Krebserkrankungen. Oft wird er erst spät entdeckt – und obwohl sich die Behandlungsmöglichkeiten in der Onkologie verbessert haben, ist die Überlebensrate weiterhin gering.

Digitale Betreuung von Kindern mit Kopfverletzung getestet (30.9.25)
Ein Sturz beim Spielen, ein Zusammenstoß beim Sport – schon ist es passiert: Jedes Jahr erleiden in Deutschland tausende Kinder ein Schädelhirntrauma. Meist handelt es sich um eine milde Form, die zwar ärztlich kontrolliert werden muss, aber selten lebensbedrohlich ist. Dennoch verbringen jährlich rund 92.000 Kinder sicherheitshalber Zeit im Krankenhaus – oft unnötig.

Mainzer Linearbeschleuniger mit schneller Präzision gegen Krebserkrankungen (29.9.25)
Die Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie der Universitätsmedizin Mainz (UM) hat ihren neuen Linearbeschleuniger offiziell vorgestellt. Das Bestrahlungsgerät ist mit einer sehr leistungsfähigen Bildgebung ausgestattet. Sie ermöglicht eine höhere Präzision der Krebstherapie und damit verbesserte Heilungschancen bei gleichzeitig verminderten Nebenwirkungen.

Risdiplam führt zu signifikanter Verbesserung motorischer Funktionen bei SMA (29.9.25)
Ein österreichweites Forschungsteam unter Koordination der MedUni Wien hat erstmals in einer großen Beobachtungsstudie nachgewiesen, dass der Wirkstoff Risdiplam bei Erwachsenen mit 5q-assoziierter Spinaler Muskelatrophie (SMA) zu einer signifikanten Verbesserung der motorischen Funktionen führt.

Neue Screening-Möglichkeiten zur Verhinderung von Typ-1-Diabetes bei Kindern (26.9.25)
Typ-1-Diabetes ist die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kinder- und Jugendalter, die trotz moderner Therapien eine chronische Erkrankung bleibt und auch die Lebenserwartung senken kann.

50 Prozent der über 70-jährigen schämen sich für Probleme beim Treppensteigen (25.9.25)
Die Hälfte der über 70jährigen hat Schwierigkeiten beim Treppensteigen – das zeigt eine aktuelle IMAS-Studie vom Treppenlifthersteller Lifta. Fast ebenso viele Betroffene empfinden Scham, über ihre Einschränkungen zu sprechen. Gleichzeitig wünschen sich 98 Prozent, im eigenen Zuhause alt werden zu können.

50 Prozent der Befragten schätzt Abgase in Klagenfurt als gesundheitsschädlich ein (24.9.25)
Wird die Luftqualität in Klagenfurt gemessen, zeigt sich, dass die Grenzwerte der Europäischen Union eingehalten werden. Die Studierenden des Seminars „Marktforschung in der Umweltpsychologie“ haben sich nun aber dafür interessiert, wie die Menschen die Luftqualität wahrnehmen.

Normkurven sollen den Leistungsabbau im Alter besser erkennbar machen. (24.9.25)
Kraft und Koordination verändern sich im Laufe unseres Lebens und nehmen im Alter drastisch ab – nicht so die Feinmotorik in Händen und Fingern. Dies hat eine Forschungsgruppe um UZH-Entwicklungspädiater Oskar Jenni herausgefunden. Normkurven sollen in der Praxis den Leistungsabbau besser erkennbar machen.

Grazer Primärversorgungskongress im Zeichen der digitalen Transformation (22.9.25)
Am 25. und 26. September 2025 findet an der Med Uni Graz der 10. Österreichische Primärversorgungskongress statt. Im Zentrum der diesjährigen Veranstaltung steht das Thema digitale Transformation in der Primärversorgung.

Grauer-Star-OP trotz altersabhängiger Makuladegeneration (22.9.25)
Grauer Star und altersabhängige Makuladegeneration (AMD) gehören im fortgeschrittenen Lebensalter zu den häufigsten Augenerkrankungen und treten zunehmend zusammen auf. Millionen Eingriffe erfolgen jedes Jahr. Doch in Bezug auf die Frage, ob eine Grauer-Star-Operation eine AMD womöglich verschlechtert, herrscht in der Praxis große Verunsicherung.

DNA-Methylierungen liefern epigenetische Muster bei Depressionen (19.9.25)
Epigenetische Markierungen an der Oberfläche der Erbsubstanz DNA - infolge von Erfahrungen und Erlebnissen eines Menschen - beeinflussen, wann unsere Zellen welche Gene aktivieren und bestimmte Proteine herstellen. Für den Stoffwechsel der Zellen und den gesamten Organismus können diese epigenetischen Markierungen erhebliche Folgen haben.

Neuer Kooperationsvertrag in der Neuropathologie Innsbruck (18.9.25)
Alle neuropathologischen Untersuchungen der Innsbrucker Univ.-Kliniken werden seit Juni 2025 vom Institut für Neuropathologie und Neuromolekularpathologie der MedUni Innsbruck in Zusammenarbeit mit den tirol kliniken durchgeführt. Ermöglicht wird dies durch einen Kooperationsvertrag.

Angepasste COVID-Impfstoffe stehen zur Verfügung (18.9.25)
Jetzt ist die ideale Zeit, sich einen Impftermin zu holen. Denn: Die Auffrischungsimpfung gegen COVID-19 gehört zu den Impfungen, an die man im Herbst denken sollte. Unabhängig davon, wie oft oder ob man in der Vergangenheit gegen COVID-19 geimpft wurde, lautet die Empfehlung laut Impfplan Österreich, sich einen angepassten COVID-19-Impfstoff einmalig verabreichen zu lassen.

Stammzellen reparieren Mäusehirn nach Schlaganfall (17.9.25)
Einer von vier Erwachsenen erleidet im Laufe seines Lebens einen Schlaganfall, etwa die Hälfte trägt bleibende Schäden wie Lähmungen oder Sprachstörungen davon. Denn durch Einblutungen oder mangelnde Sauerstoffversorgung sterben Hirnzellen unwiederbringlich ab.

Chronischer Schmerz als Auslöser für Long Covid (17.9.25)
Chronischer Stress im Monat vor einer SARS-CoV-2 Infektion wurde von einem Team der Med Uni Graz als Risikofaktor für langanhaltende Symptome nach COVID-19 identifiziert.

Wirkmechanismus einer Medikamentengruppe bei Myeloproliferativen Neoplasien entschlüsselt (16.9.25)
Forschende der Universitätsmedizin Mainz haben einen bisher unbekannten Mechanismus aufgedeckt, über den moderne Medikamente – die sogenannten Histon-Deacetylase-Hemmer – bei einer speziellen Gruppe von Bluterkrankungen Tumorzellen zerstören. Sie fanden heraus, dass die Medikamente bösartige Blutzellen mit einer bestimmten genetischen Veränderung abtöten.

Wie Menschen mit Hör- oder Sehbehinderung besser therapiert werden können (16.9.25)
Studien zeigen: Menschen mit Hör- oder Sehbehinderungen haben ein erhöhtes Risiko, an psychischen Störungen wie Depressionen oder Angststörungen zu erkranken als Menschen ohne Beeinträchtigungen.

Durch Gentherapie mit humanen Organoiden „CLN2 - Batten-Syndrom“ behandeln (15.9.25)
Forschenden des Uniklinikums Tübingen ist es gelungen, die Wirksamkeit einer Gentherapie gegen ein Symptom der seltenen Kinderdemenz „CLN2 - Batten-Syndrom“ in einem menschlichen Netzhautmodell nachzuweisen – ohne Tierversuche.

25.000 Erwachsene mit angeborenem Herzfehler brauchen lebenslange Betreuung (15.9.25)
Anlässlich des diesjährigen Weltherztages am 29. September macht der Verein Herzkinder Österreich auf die Situation von Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH) aufmerksam In Österreich leben derzeit rund 25.000 EMAH, Tendenz steigend. Dank des medizinischen Fortschritts erreichen heute über 90 Prozent der jährlich etwa 700 betroffenen Kinder das Erwachsenenalter.

Fortschreiten von Lungenkomplikationen bei Myotis früher prognostizieren (12.9.25)
Ein Forschungsteam von der MedUni Wien und dem Universitätsklinikum AKH Wien hat in einer multidisziplinären Zusammenarbeit ein neuartiges bildgebendes Verfahren identifiziert, das das Fortschreiten schwerer Lungenkomplikationen bei Patient:innen mit seltenen autoimmunen Muskelerkrankungen frühzeitig vorhersagen könnte.

Ärzteausbildungsevaluierung: Ausbildung wird immer besser (11.9.25)
Zwischen März und Mai 2025 hat die Bundeskurie der angestellten Ärzte (BKAÄ) der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) zum dritten Mal in dieser Form die bisher größte Ärzteausbildungsevaluierung durchgeführt.

20 Jahre Haus der Barmherzigkeit (HABIT) im Zeichen der Inklusion (11.9.25)
Gestern feierte HABIT sein 20-jähriges Bestehen im Arkadenhof des Wiener Rathauses. Rund 650 Gäste, darunter Mitarbeitende, Kunden, Unterstützer und Wegbegleiter, blickten gemeinsam auf zwei Jahrzehnte Einsatz für Inklusion zurück.

Warum manche Influenza-Erreger gefährlicher sind als andere (11.9.25)
Schwere Infektionen mit Influenza-A-Viren sind durch eine überschießende Immunantwort, den sogenannten Zytokinsturm, geprägt. Bisher war unklar, warum manche Virusstämme diesen Sturm auslösen, andere jedoch nicht.

Zwei Impfungen gegen Meningokokken zur Vermeidung von Sepsis empfohlen (10.9.25)
Der Welt-Sepsis-Tag findet jährlich am 13. September statt und soll auf die möglichen Folgen einer Sepsis (Blutvergiftung) aufmerksam machen. Zu den möglichen Auslösern zählen unterschiedliche Erreger, darunter auch Meningokokken-Bakterien, die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden.

Neue Chancen bei Netzhauterkrankungen mit Gentherapie (10.9.25)
Gentherapie ist längst Realität in der Augenheilkunde und entwickelt sich rasant weiter. Ihre Fortschritte sind ein Schwerpunkt auf dem Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft e.V. (DOG) vom 25. bis 28. September 2025 in Berlin, Estrel Congress Center.

Mehr Diagnosen für seltene Erkrankungen durch „Solvathons“ (10.9.25)
Dank eines neuen Workshop-Formats, den sogenannten „Solvathons“, haben europäische Forschende über 100 Familien mit seltenen Krankheiten zu einer Diagnose verholfen. Zu diesen Solvathons kommen Ärzte sowie Experten aus Genetik und Bioinformatik zusammen, um gemeinsam ungelöste Krankheitsfälle zu bearbeiten.

Neue Erkenntnisse bei der Behandlung von nicht-obstruktiver Herzmuskelerkrankung (9.9.25)
Eine internationale Studie unter Leitung der Cleveland Clinic mit starker Beteiligung der MedUni Graz liefert neue Erkenntnisse zur Behandlung der nicht-obstruktiven hypertrophen Kardiomyopathie (HCM).

Täglich wählen 130 Hilfesuchende "Rat auf Draht" (9.9.25)
Suizidalität bleibt ein alarmierend häufiges Gesprächsthema, womit sich junge Menschen beim psychosozialen Notdienst Rat auf Draht melden. Im Jahr 2024 belegten Gespräche in der Telefonberatung unter der Notrufnummer 147 mit 895 Beratungen den dritten Platz.

Molekulare Diagnostik könnte zielgerichtete Therapien beim Gioblastom ermöglichen (8.9.25)
Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben in der multizentrischen Studie „NCT Neuro Master Match (N2M2)“ den Einsatz zielgerichteter Medikamente in der Ersttherapie bei neu diagnostiziertem Glioblastom, einem äußerst aggressiven Hirntumor, geprüft.

Mit "Exergames" gegen das Vergessen trainieren (8.9.25)
Spielerisches Training verbessert nicht nur die kognitive Fähigkeit von Menschen mit ersten Anzeichen für die Entwicklung einer Demenz, sondern führt auch zu positiven Veränderungen im Gehirn. Dies zeigen zwei neue Studien von Forschenden der ETH Zürich und der Ostschweizer Fachhochschule

Hoher Süßstoffkonsum lässt Gehirn um bis zu 1,6 Jahre früher altern (8.9.25)
Die starke Nutzung von Süßstoff bewirkt einen Rückgang der Denk- und Gedächtnisfähigkeiten. Das haben Claudia Kimie Suemoto und ihr Team von der Universität São Paulo ermittelt.

Seltene Erkrankungen:2.Staffel des Podcasts „Ab jetzt ist alles anders?', startet am 11. September (8.9.25)
Wenn eine schwere Diagnose das Leben schlagartig verändert, beginnt für viele Patienten eine Phase der Unsicherheit. Bei seltenen Erkrankungen wie einer Gruppe seltener Blutkrebserkrankungen, den Myeloproliferativen Neoplasien (MPN), ist der Bedarf nach verlässlicher Information besonders groß.

Start für psychische Awareness-Tage 'Yellow September' im Krisenumfeld (5.9.25)
Corona, globale Krisen, Klima, Mobbing… das sind nur ein paar Gründe für die große Zahl an psychischen Erkrankungen. Vom 10. September bis zum 10. Oktober findet deshalb der „Yellow September“ statt.

Im Frühstadium der Psychose kommt es zu veränderter Hirndynamik (5.9.25)
Die Psychose ist eine gravierende mentale Störung mit heterogener Symptomatik wie zum Beispiel Wahn oder kognitive Beeinträchtigung. Vieles deutet darauf hin, dass neuronale Schaltkreise im Gehirn bereits vor dem Erscheinen klinischer Symptome verändert sind.

Kombination dreier Analyseverfahren spürt versteckte Neuroblastom-Zellen verlässlicher auf (4.9.25)
Verborgene Tumorzellen im Knochenmark sind eine der größten Herausforderungen bei der Behandlung des Neuroblastoms, einer der häufigsten und gefährlichsten Krebsarten im Kindesalter.

Hochdotierte EU-Förderung für Forscher der Med Uni Innsbruck (4.9.25)
Patrick Rockenschaub und Michael Ebner von der MedUni Innsbruck erhalten begehrte ERC Starting Grants. Mit der 1,5 Mio. Euro Förderung für visionäre Nachwuchsforscher, die vom Europäischen Forschungsrat vergeben wird, entwickelt Rockenschaub ein universelles, KI-basiertes Frühwarnsystem für Intensivstationen.

Selbsthilfeorganisation „Kopfweh Österreich“ fordert mehr Awareness bei Migränebehandlung (3.9.25)
Aus Anlass des Weltkopfschmerztages am 5. September fordert die Selbsthilfegruppe „Kopfweh Österreich“ dazu auf, Migräne als ernstzunehmende Erkrankung anzuerkennen und nicht als gewöhnliche Kopfschmerzen abzutun.

ÖGGK Health Mobil bietet unkomplizierte Abklärung bei Verdacht auf Migräne (3.9.25)
Rund eine Million Menschen leidet in Österreich an Migräne. Das entspricht etwa 13 Prozent der Bevölkerung. Doch viele der Betroffenen verfügen über keine eindeutige Diagnose und versuchen, die Symptome fälschlich nur mit Schmerzmitteln zu behandeln.

Stammzelltypisierung jetzt schon ab 16 möglich (2.9.25)
Ab sofort ist eine Stammzelltypisierung in Österreich bereits ab 16 Jahren beim Verein „Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich“ möglich. Der Verein ruft alle gesunden Jugendlichen auf, sich typisieren zu lassen und als potenzielle Lebensretter:innen für an Blutkrebs Erkrankte zur Verfügung zu stehen.

Buchrezension: Ärztinnen, die Geschichte schrieben (1.9.25)
125 Jahre Medizinstudium für Frauen in Österreich: Der 3. September 1900 markiert einen Wendepunkt in der Medizingeschichte: Erstmals durften Frauen in Österreich Medizin studieren. Heute ist die Hälfte der Ärzteschaft weiblich. Der Weg dorthin war alles andere als gradlinig.