MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2025

MedAustria News von April 2025

Neue Therapiemöglichkeiten und Info-Material für Morbus Crohn und Colitis ulcerosa (30.4.25)
Nicht nur am Welt-CED-Tag am 19. Mai ist Aufklärung über Chronisch Entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wichtig. Diese komplexen Erkrankungen des Verdauungstraktes betreffen rund 80.000 Menschen in Österreich. Betroffene kämpfen mit Durchfall, Bauchschmerzen, Stuhldrang, Erschöpfung und psychischen Belastungen.

Schnupfen nicht immer durch Allergie hervorgerufen (29.4.25)
Juckende Augen, rinnende Nase, Niesattacken – wer denkt da besonders im Frühling nicht sofort an Heuschnupfen? Doch wenn die Nase dauerhaft verstopft ist, der Geruchssinn schwindet und Kopfschmerzen dazukommen, kann auch eine chronische Rhinosinusitis (Nebenhöhlenentzündung mit Nasenpolypen (CRSwNP) der Grund sein.

Jeder 20. Österreicher an Asthma erkrankt (29.4.25)
Am Weltasthma-Tag rückt Chiesi Pharmaceuticals Asthma bronchiale in den Fokus. In Österreich leidet jede:r 20. an Asthma. Bei Kindern ist es sogar die häufigste chronische Erkrankung. Es wird prognostiziert, dass die Zahl der Betroffenen in Zukunft noch steigen wird.

Hamburger Projekt zur Entfernung von Medikamentenrückständen aus Abwasser abgeschlossen (29.4.25)
Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE), HAMBURG WASSER und die Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) haben ihr gemeinsames Forschungsprojekt zur Entfernung von Medikamentenrückständen aus Abwasser abgeschlossen.

Neuer Weg zur Vorbeugung von Zwölffingerdarmkrebs (28.4.25)
Menschen mit der Erbkrankheit Familiäre Adenomatöse Polyposis (FAP) haben ein stark erhöhtes Risiko an einem bösartigen Tumor des Zwölffingerdarms (Duodenalkarzinoms) zu erkranken.

Immunzellen treiben angeborene Lähmungs-Erkrankung (28.4.25)
Menschen mit einer spastischen Paraplegie Typ 15 entwickeln in ihrer Jugend Bewegungsstörungen, die sie in den Rollstuhl zwingen können. Im Frühstadium dieser seltenen Erbkrankheit scheint eine starke Aktivierung des Immunsystems im Gehirn eine zentrale Rolle zu spielen.

Mit Rezeptor-Blocker schwer zu behandelnde Allergien bekämpfen (25.4.25)
Erkrankungen wie Reizdarm, chronischer Juckreiz, Asthma oder Migräne sind oft nur schlecht behandelbar. Ausgelöst werden sie häufig dadurch, dass das Immunsystem überempfindlich auf bestimmte Auslöser reagiert. In schweren Fällen können die Folgen lebensbedrohlich sein.

Wiener Studie warnt vor erhöhten Risiken bei später Schwangerschaft (25.4.25)
Längere Ausbildungszeiten, ein geändertes Rollenverständnis und die berufliche Situation von jungen Frauen in den reichen Staaten der Welt führen zu immer späteren ersten Schwangerschaften. Das bringt Risiken mit sich, wie eine Studie nun belegt: mehr Frühgeburten, mehr Kaiserschnitte und ein geringeres Geburtsgewicht.

Fallzahlen bei invasiven Pneumokokken auf Rekordhöhe (25.4.25)
Der bisherige Spitzenwert der invasiven Pneumokokken-Fälle aus dem Jahr 2023 wurde 2024 erneut übertroffen. Das zeigt der von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veröffentliche Jahresbericht 2024.

Erstmals Mitralklappen-Ersatz minimal-invasiv implantiert (24.4.25)
Ein Team um Univ.-Prof. Dr. Dr. Philipp Lurz, Direktor des Zentrums für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz, hat weltweit erstmalig nach Zulassung einen neuen Herzklappenersatz eingesetzt: das neue Mitralklappenersatzsystem SAPIEN M3 des Unternehmens Edwards Lifesciences.

15.668 Anmeldungen für MedAT-Aufnahmeverfahren zum Medizinstudium (23.4.25)
Ende März endete die Anmeldefrist für eine Teilnahme an den gemeinsamen Aufnahmeverfahren der Medizinischen Universitäten in Wien, Innsbruck und Graz sowie an der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz.

KI-Risiken beunruhigen stärker als apokalyptische Zukunftsszenarien (23.4.25)
Die meisten Personen sorgen sich in der Regel stärker um unmittelbare Risiken der Künstlichen Intelligenz als um eine spekulative Zukunft, in der KI die Menschheit bedroht. Wie eine neue Studie der Universität Zürich zeigt, unterscheiden die Befragten klar zwischen abstrakten Szenarien und konkreten Problemen – und nehmen letztere besonders ernst.

LifeBoost-Projekt unterstützt Krebspatienten während Immuntherapie (22.4.25)
LifeBoost nennt sich ein neues, interdisziplinäres Projekt unter der Leitung der MedUni Innsbruck, das darauf abzielt, KrebspatientInnen während einer Immuntherapie mit geeigneten Maßnahmen zu unterstützen.

Schizophrenie-Risiko zeigt sich in der Netzhaut (22.4.25)
Die Netzhaut ist Teil des zentralen Nervensystems und damit Teil des Gehirns. Veränderungen im Gehirn lassen sich daher möglicherweise auch bereits im Auge nachweisen.

Antisense-RNA zur Behandlung schwerster Epilepsie bei frühgeborenem Kind (22.4.25)
Ein Kind kommt im LMU Klinikum Großhadern zu früh auf die Welt und leidet fast ununterbrochen an epileptischen Anfällen. Das Mädchen hat eine ultraseltene Erkrankung: eine frühe und schwerste Epilepsie mit einer sogenannten Natriumkanalmutation, eine „SCN2A-assoziierte Entwicklungs- und epileptische Enzephalopathie“ (SCN2A-DEE).

NLMP verbessert Flexibilität und Ergebnis von Lebertransplantationen (21.4.25)
Eine neue Studie der Innsbrucker Univ.-Klinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie belegt die Effizienz und Praxistauglichkeit der normothermen Maschinenperfusion (NLMP) im Zusammenhang mit Lebertransplantationen.

Möglichen Weg zur Vermeidung von Proteinaggregaten entdeckt (18.4.25)
Wenn das Protein TDP-43 innerhalb der Zelle defekt ist, kann dies zu gefährlichen Verklumpungen führen, die ursächlich sind für die neurodegenerative Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose – abgekürzt ALS. Auch bei Alzheimer-Demenz werden Nervenzellen durch TDP‑43 geschädigt.

EU-Kommission erteilt Zulassung für Alzheimer Antikörper Lecanemab (18.4.25)
Am 16. April 2025 hat die European Commission den ersten Antikörper gegen Alzheimer, Lecanemab, in Europa zugelassen. Zulassungen anderer Antikörpertherapien könnten folgen. Die Therapie kann Alzheimer zwar nicht heilen, aber das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Erhöhte rote Blutkörperchen können Blutzucker senken (17.4.25)
Eine aktuelle Studie unter Leitung der MedUni Wien zeigt, dass der Hämatokrit-Wert, also der Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen, direkten Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat.

Mit Antikörper- und Gentherapie Hämophilie bekämpfen (17.04.25)
Blutergüsse, blaue Flecken, spontane Blutungen: Menschen mit Hämophilie, auch als Bluterkrankheit bekannt, leiden unter einer gestörten Blutgerinnung. Bereits kleine Verletzungen können zu ernsthaften gesundheitlichen Folgen wie starken Blutungen oder auch geschädigten Gelenken führen.

Neues Urologiezentrum in der Millennium City Wien eröffnet (17.4.25)
Mitte April hat das Urologenzentrum Wien seinen neuen, größeren und modernisierten Standort direkt in der Millennium City eröffnet.

Was Archaeen so besonders macht (16.04.25)
Ein internationales Team von Mikrobiologen der MedUni Graz, der DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (Braunschweig, Deutschland) – sowie der University of Illinois (USA) hat eine bislang unbekannte methanbildende Archaeenspezies aus dem menschlichen Darm identifiziert und beschrieben. Methanobrevibacter intestini sp. nov. (Stamm WWM1085).

Neue deutsche S3-Leitlinie zu seltenen Zahnerkrankungen (16.4.25)
Nicht angelegte bleibende und zugespitzte Zähne, zu wenig Schweißdrüsen, fehlgebildete Nägel und eine dünne Behaarung – diese Symptome können auf eine Ektodermale Dysplasie (ED) hinweisen. Diese und andere seltene genetische Zahnerkrankungen werden mit der Einführung der neuen S3-Leitlinie „Versorgung seltener, genetisch bedingter Erkrankungen der Zähne“ nun stärker in den Fokus gerückt.

Buchrezension: Schmerz frei (Erscheinungsdatum 6.5. 2025) (15.4.25)
Wissen schlägt Schmerz! Der neue Ratgeber "Schmerz frei – Es hilft konkret, wenn du verstehst, wie Schmerz entsteht" von Tamara Hussendörfer erklärt, wie das Wissen über Schmerzentstehung zu Heilung oder Linderung führt.

Oropouche-Virus in Lateinamerika häufiger als angenommen (14.4.25)
Ähnlich wie Dengue- oder Zika-Viren verursacht das Oropouche-Virus eine Fiebererkrankung, es gibt außerdem Hinweise auf eine mögliche Schädigung des Ungeborenen während der Schwangerschaft.

Wie gut spüren wir unsere eigenen Gefühle? (11.4.25)
Wir lächeln unbewusst, wenn wir etwas Schönes sehen, oder runzeln die Stirn, wenn wir an etwas zweifeln. Oft reagieren unsere Gesichtsmuskeln auf Emotionen, bevor wir diese bewusst fühlen. Diese unbewussten Reaktionen sind Teil der sogenannten affektiven Bewusstheit, die die Wahrnehmung und Verarbeitung von Gefühlen beschreibt.

Höheres Sterbealter bei Parkinson dank hochqualitativer Versorgung in Deutschland (11.4.25)
Eine aktuelle Statistik aus NRW (Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen) zeigt einen hohen Anstieg an Todesfällen aufgrund der Parkinson-Erkrankung. Aus Sicht von DGN-ExpertInnen ist das keine Überraschung, da seit Jahren die Fallzahlen steigen und sich dieser Trend auch weiter fortsetzen wird.

Tageshospiz Aumannplatz verbindet Haus-Betreuung mit Hospiz/Palliativstation (11.4.25)
Das Tageshospiz am Aumannplatz ist tagsüber ein begleitendes Angebot für Menschen, mit einer schweren und fortschreitenden Erkrankung oder für unheilbar kranke Menschen. Behandlung, Beratung und Begleitung (Symptomkontrolle und schmerzmedizinische Begleitung) sind die zentralen Säulen des palliativmedizinischen Angebots im Tageshospiz.

Mundtrockenheit als häufiges Symptom während der Wechseljahre (10.4.25)
Die Wechseljahre betreffen im Laufe eines Lebens etwa die Hälfte der Bevölkerung – und noch immer sind sie mit Irrtümern behaftet oder gelten sogar als Tabu. Dabei wirkt sich diese Lebensphase auf den gesamten Organismus und das Wohlbefinden der Frauen aus und beeinflusst auch die Mundgesundheit.

Neuer Bluttest hilft bei Diagnose von unkontrolliertem Bluthochdruck (10.4.25)
Weltweit leiden rund 1,3 Milliarden Menschen an Bluthochdruck – viele von ihnen, ohne es zu wissen. Noch gravierender: Ein beträchtlicher Teil der Betroffenen erhält trotz Therapie nicht die richtige Behandlung.

Klarer Zusammenhang zwischen Alter, Geschlecht, Rauchen, Fettleibigkeit mit Immunsignaturen (4.4.25)
Ein MHH-Forschungsteam zeigt sehr präzise und umfassend den Zusammenhang zwischen Immunprofilen und Alter, Geschlecht, Rauchen, Fettleibigkeit sowie Erkrankungen auf.

Molekül CD86 als Ziel neuer Therapien gegen das Hodgkin-Lymphom (4.4.25)
Das Hodgkin-Lymphom ist eine Form des Lymphdrüsenkrebses. Besonders häufig tritt es auf bei Kindern und jungen Erwachsenen.

Bonobos kombinieren ihre Rufe nach sprachähnlichen Regeln (4.4.25)
Bonobos, unsere nächsten lebenden Verwandten, bilden komplexe Lautfolgen, die menschlichen

Telemedizinische Versorgung für Therapieanpassung von Parkinson-Erkrankten (3.4.25)
Derzeit leben in Deutschland rund 400.000 Menschen mit der Parkinson-Krankheit – eine fortschreitende Erkrankung, die neben den motorischen Kardinalsymptomen Bewegungsarmut, Muskelsteifigkeit, Ruhezittern und Haltungsstörungen eine Vielzahl weiterer nicht-motorischer Symptome hervorruft, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.

Nicotinamid als mögliche Behandlungsoption bei Herzinsuffizienz (3.4.25)
Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) betrifft in Österreich in etwa 300.000 Menschen. Jede*r Fünfte im Alter von über 65 Jahren hat ein erhöhtes Risiko, HFpEF zu entwickeln, was im Wesentlichen auf Stoffwechselerkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes mellitus Typ 2 oder Bluthochdruck zurückzuführen ist.

ISTA Forscher präsentieren neues Gehirn-Organoid-Modell (3.4.25)
Organoide sind nicht mehr aus der Wissenschaft wegzudenken. Aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu menschlichen Organen werden sie vor allem dazu verwenden, um Krankheiten zu modellieren, Medikamente zu überprüfen und um Entwicklungsprozesse zu verstehen.

Neuer Test kann Post-COVID-Syndrom höchstwahrscheinlich ausschließen (2.4.25)
Ein Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz um Univ.-Prof. Dr. Philipp Wild hat einen fragebogenbasierten Test entwickelt, der das Post-COVID-Syndrom (PCS) mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen kann.

2024 insgesamt 378.109 gefälschte und illegale Medikamente beschlagnahmt (2.4.25)
Laut aktuellem Produktpirateriebericht des Bundesministeriums für Finanzen hat der österreichische Zoll im Jahr 2024 insgesamt 378.109 gefälschte und illegale Medikamente beschlagnahmt.

Wie mithilfe von Biomarkern Pilzinfektionen vorgebeugt werden soll (2.4.25)
Wie schützt man schwer Kranke vor weiteren Erkrankungen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Team der GALActIC-Studie mit Beteiligung von Forschenden der Med Uni Graz. Konkret geht es um die Behandlung von Hochrisikopatienten mit Influenza-assoziierter pulmonaler Aspergillose (IAPA).

Bluthochdruck führt schon früh zu Nierenveränderungen (1.4.25)
Ein Forschungsteam der MedUni Wien hat strukturelle Veränderungen der Nieren bei Patient:innen mit Bluthochdruck und Typ-2-Diabetes untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Bluthochdruck auch ohne weitere Vorerkrankungen wie Diabetes zu Auffälligkeiten an den Podozyten, spezialisierten Zellen im Nierenfilter, führen kann.

Mit Mathematik die Magnetresonanztomographie verbessern (1.4.25)
Mit März 2025 startete der vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderte Spezialforschungsbereich „Mathematics of Reconstruction in Dynamical and Active Models“. Forschende der Uni Klagenfurt bringen, geleitet von Barbara Kaltenbacher (Institut für Mathematik), ihre Expertise zu Inversen Problemen ein. Ziel ist es, neue mathematische Werkzeuge für aktive, dynamische und modellbasierte Bildgebungsmodalitäten entwickeln.

Effiziente Medikamentenentwicklung mit weniger Mäusen (1.4.25)
Neue Wirkstoffe werden meist einzeln in Versuchstieren getestet. Mit einer neu entwickelten Technologie können nun rund 25 Antikörper gleichzeitig in einer einzigen Maus geprüft werden. Das könnte die Forschungs- und Entwicklungspipeline neuer Medikamente beschleunigen und die Anzahl Versuchstiere enorm verringern.