MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2022

MedAustria News von September 2022

UV-C-Strahlung zur Inaktivierung des Covid-19-Erregers in Aerosolen (30.9.22)
UV-C-Strahlung ist wirksam zur Desinfektion von Flüssigkeiten und Oberflächen. Unklar ist jedoch, in welchem Maße sie zur Inaktivierung von SARS-CoV-2-haltigen Aerosolen beitragen kann. Insbesondere die notwendige UV-C-Dosis zur Reduktion der Viruslast konnte bislang nicht ermittelt werden.

Röntgenstrukturanalyse zeigt, wie MHC I-Moleküle mit Peptiden beladen werden (30.9.22)
Für eine angemessene Immunantwort ist es essentiell, dass infizierte oder entartete Zellen von T-Lymphozyten erkannt werden. T-Lymphozyten erkennen solche Zellen anhand von antigenen Peptiden, die diese Zellen mithilfe spezialisierter Oberflächenmoleküle (MHC I-Moleküle) präsentieren.

Kühlungsbehandlung nach Wiederbelebung bringt keinen Vorteil (29.9.22)
Um Hirnschäden nach erfolgreicher Wiederbelebung zu reduzieren, wurde in der Vergangenheit immer wieder eine Kühlungsbehandlung auf 33 Grad Celsius propagiert und empfohlen.

Zeckenspeichel schwächt Immunabwehr der Haut (28.9.22)
Warum Zecken besonders gefährliche Krankheitsüberträger sind, war in der Wissenschaft bisher unklar. Ein Forschungsteam von der Uniklinik für Dermatologie der MedUni Wien zeigt, dass der Speichel von Zecken die Abwehrfunktion der Haut hemmt.

Neue Erkenntnisse zu Auswirkungen von Covid-19 auf Magen-Darm-Trakt (27.9.22)
Infektionen mit SARS-CoV-2 greifen zwar hauptsächlich die Lunge an, schädigen in vielen Fällen aber auch andere Organe wie den Darm: Bei rund 60 Prozent der PatientInnen wurden Auswirkungen auf den Verdauungstrakt festgestellt.

Fünf Gene ermöglichen Prognose zum Überleben bei Kopf- und Halstumoren (27.9.22)
Meist sterben KrebspatientInnen nicht wegen ihres ursprünglichen „Erst-Tumors“ Zur tödlichen Bedrohung wird dieser erst, wenn sich einzelne Zellen aus ihm so verwandeln, dass sie wandern und andere Gewebe besiedeln und lebensbedrohliche Metastasen bilden.

Nierenschädigung mit Einzelzell-Sequenzierung aufgedeckt (26.9.22)
Die akute Nierenschädigung ist eine häufige Komplikation bei unterschiedlichen Erkrankungen. Besonders IntensivpatientInnen sind betroffen. Die dazu führenden Mechanismen waren allerdings bislang nur wenig verstanden.

Eigenes Krankheitsbild oder Vorbelastung? (26.9.22)
In einer Vergleichsstudie haben Forschende des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) herausgefunden, dass subjektiv empfundene neurokognitive Beschwerden nach einer COVID-19-Erkrankung häufig nicht mit einer objektiv erhobenen Testleistung übereinstimmen.

Kardio-Onkologie zur Nachbehandlung von Krebspatienen (26.9.22)
Mit der steigenden Zahl an Überlebenden nach Tumorerkrankungen tritt ein bislang wenig beachtetes Gesundheitsrisiko zunehmend ins Blickfeld der Medizin: Herz- Kreislauf-Erkrankungen als Folge von Krebstherapien.

Schwere COVID-19 Verläufe aufgrund „altersschwacher“ Immunreaktion (23.9.22)
Forschende der Medizinischen Fakultät der Uni Freiburg haben herausgefunden, dass eine im Alter beeinträchtigte Immunreaktion, die Produktion von antiviralen Interferonen, dafür verantwortlich sein dürfte, dass ältere Patient*innen anfälliger für schwere COVID-19-Verläufe sind.

Metabolomanalyse verrät Risiko für mehrere Krankheiten gleichzeitig (23.9.22)
Um Krankheiten vorzubeugen, ist es wichtig, dass Menschen, die ein besonders hohes Risiko tragen, möglichst früh entdeckt werden. Die derzeitigen Vorsorgeuntersuchungen sind jedoch oft aufwändig und auf einzelne Krankheiten beschränkt.

Vierte Covid-Impfung schützt auch vor Krebs (23.9.22)
Dass KrebspatientInnen von der Drittimpfung zum Schutz vor einer SARS- CoV-2-Infektion profitieren, hat ein Forschungsteam um Matthias Preusser von der Klinischen Abteilung für Onkologie der MedUni Wien bereits zu Beginn dieses Jahres gezeigt.

Botox beeinflusst Gefühlssteuerung im Gehirn (22.9.22)
Das Bakteriengift Botulinumtoxin (BTX) – umgangssprachlich auch Botox genannt – ist den meisten Menschen als Mittel gegen Falten bekannt. Doch Botulinumtoxin kann noch mehr: Wird es etwa in die Stirn gespritzt, lindert es Depressionen.

Buchrezension: Ernährung bei Depression (22.9.22)
Ernährung und Psyche sind eng verflochten. Die richtige Ernährung spielt auch bei Depressionen eine esentielle Rolle.

Forschende wandeln Krebszellen in weniger schädliche Zelltypen um (21.9.22)
Krebszellen ähneln in ihren Eigenschaften Stammzellen und sind extrem anpassungsfähig. Forschende der Uni Basel haben Wirkstoffe identifiziert, die Zellen eines hochaggressiven Brustkarzinoms künstlich reifen lassen und dadurch in einen Zustand überführen, der gesunden Zellen ähnelt.

Gute Immunantwort auf SARS-CoV-2 bei Kindern (21.9.22)
Basierend auf den Untersuchungen der vergangenen Pandemiejahre haben UKE-WissenschaftlerInnen drei Publikationen veröffentlicht und folgende Kernaussagen getroffen:

Buchrezension: Späte Trennung (21.9.22)
Mut zur Veränderung- Selbstbestimmt durchstarten mit 50+

Große räumliche Unterschiede bei Antibiotika-Verschreibungen (20.9.22)
Antibiotika-Resistenzen nehmen weltweit zu und sind eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheit dieser Zeit. Um dem Problem entgegenzuwirken, hilft es, unnötige Antibiotika-Verschreibungen zu vermeiden.

Innere Werte wichtiger als materielle (20.9.22)
Wir wissen gar nicht so genau, was uns wirklich glücklich macht. Das unterstreicht eine Studie von Wirtschaftswissenschaftlern der Universität Basel. Sie haben untersucht, wie sich der Erwerb einer eigenen Immobilie auf die Lebenszufriedenheit auswirkt. Der positive Effekt auf die Zufriedenheit hält weniger lange an als erwartet.

Zebrafisch soll bei der Suche nach MS-Medikamenten helfen (19.9.22)
Der Zebrafisch dient rund um den Globus als Modell-Organismus: An ihm lassen sich viele wichtige Prozesse studieren, die auch im menschlichen Körper in ähnlicher Form stattfinden. Er wird daher für die Fahndung nach möglichen Wirkstoffen gegen Krankheiten genutzt.

Volkskrankheit Rheuma hat bis zu 400 Ausformungen (15.9.22)
Rund 2,5 Mio. Menschen leiden in Österreich an einer rheumatischen Erkrankung, tendenziell mehr Frauen als Männer. Immer noch ist zu wenig über ihre 400 Erscheinungsformen, die in jeder Altersgruppe auftreten können, bekannt.

Studie zur Behandlungsstrategie bei Septischem Schock startet Anfang 2023 (14.9.22)
Sepsis ist die häufigste Todesursache bei Infektionen. Allein in Deutschland sterben pro Jahr rund 75.000 Menschen daran. Bei der schwersten Form der Sepsis kommt es zu einem Kreislaufversagen (Septischer Schock). Bisher gibt es keine spezifische Therapie, 60 Prozent der Betroffenen sterben.

Cancer School CCC Vienna zum Thema "Onkologie" startet am 5. Oktober (14.9.22)
Die Diagnose Krebs wirft viele Fragen auf, für deren Beantwortung im ärztlichen Gespräch oft nicht ausreichend Zeit bleibt. Krebs-ExpertInnen wollen in der Cancer School CCC Vienna PatientInnen und deren Angehörige mit faktenbasierten Informationen zur Erkrankung zu unterstützen.

Probanden für Corona-Impfstudie gesucht (13.9.22)
Das Zentrum für Klinische Studien (ZKS) der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) sucht für zwei Corona-Impf-Studien gesunde ProbandInnen. Beide Studien befinden sich in der Phase I. Es wird die Verträglichkeit und Wirksamkeit der Impfstoffe an gesunden Menschen getestet.

Wärme kann Fieber senken (12.9.22)
Kühlende Anwendungen wie Wadenwickel oder fiebersenkende Medikamente sind hierzulande die gängigsten Maßnahmen gegen Fieber. In einer neuen Übersichtsarbeit haben Prof. David Martin und sein Team vom Lehrstuhl für Medizintheorie, Integrative und Anthroposophische Medizin an der Uni Witten/Herdecke (UW/H) Hinweise darauf gefunden, dass auch Wärmeanwendungen bei Fieber helfen können.

Unterschiedliches Schmerzempfinden bei Diabetes Typ-2 (12.9.22)
Forschende der Uni Mainz haben herausgefunden, dass eine schmerzhafte diabetische Polyneuropathie nicht nur durch geschädigte Nerven verursacht wird, sondern auch muskulär bedingt sein kann. Diabetes Typ-2-PatientInnen, bei denen beide Schmerzursachen vorlagen, zeigten eine höhere Schmerzintensität, gerlingere Toleranz und wiesen zudem psychische Beeinträchtigungen auf.

Wie visuelle Informationen von der Netzhaut ins Mittelhirn gelangen (12.9.22)
NeurowissenschaftlerInnen der Charité Berlin und des Max-Planck-Instituts für biologische Intelligenz (in Gründung) zeigen erstmals, wie sensorische Nervenzellen in der Netzhaut präzise mit Nervenzellen der Colliculi superiores, einer Struktur im Mittelhirn, verbunden sind.

Zusammenhang zwischen viralen Infektionen und seltener Stoffwechselerkrankung identifiziert (9.9.22)
Ein internationales Wissenschaftlerteam unter führender Beteiligung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) hat ein bislang uncharakterisiertes Gen, TMEM251, identifiziert, das für eine seltene lysosomale Erkrankung bei Kindern verantwortlich und wesentlich für die Infektiosität verschiedener RNA-Viren (Reoviren, Ebolaviren, SARS-CoV-2) ist.

Fünf Mythen anlässlich des Welt-Neurodermitistag am 14. September (8.9.22)
In Österreich leiden rund 180.000 Personen Neurodermitis (Fachbegriff: atopische Dermatitis). Dabei handelt es sich bei weitem um keine harmlose und seltene Erkrankung.

Neues Messsystem zählt Nanopartikel in Echtzeit (8.9.22)
Nanopartikel nehmen eine wichtige Rolle in vielen modernen Industrien ein. Arzneien, Biotechnologie, Kosmetika und vieles mehr setzen auf die winzigsten Teilchen, um besondere Eigenschaften zu erzielen. Das Med Uni Graz-Spin-off und Deep-Tech-Unternehmen BRAVE Analytics konnte in Kooperation mit der Uni Graz und mithilfe ihrer innovativen Geräte Durchbrüche in dieser Sparte feiern.

Stimulation des Vagusnervs verstärkt Kommunikation zwischen Magen und Gehirn (6.9.22)
Das Nervensystem nimmt Sinnesreize auf, verarbeitet sie und löst Reaktionen wie Muskelbewegungen oder Schmerzempfindungen aus. Vor einigen Jahren wurde ein Netzwerk im Gehirn identifiziert, das mit den Signalen des Magens gekoppelt ist und vermutlich das menschliche Hunger- und Sättigungsgefühl beeinflusst.

Buchrezension: Von wegen Depression, Sucht & Co (6.9.22)
Lebensbeeinträchtigungen wie Depression und Sucht sind lediglich Folgen kontinuierlicher Abspaltungen von Selbst. Diese können dank Intrasonanz mit einfachster innerer Arbeit selbst oder begleitet in Frieden gebracht und so rückgängig gemacht werden.

Umfangreiche molekulare Analyse kann Krebstherapie beim CUP-Syndrom verbessern (6.9.22)
Beim CUP-Syndrom (Cancer of Unknown Primary) könnte ein erheblicher Teil der Betroffenen von einer umfangreichen molekularen Analyse und darauf basierenden zielgerichteten Therapien profitieren, wie ein Forscherteam vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Dresden und Heidelberg zeigen konnte.

Defekte in Skelettstrukturen helfen Zellen bei Metastasierung der Haut (6.9.22)
Hautkrebs zählt mit steigender Tendenz zu den häufigsten Krebsarten weltweit. Insbesondere die Metastasierung der Hautkrebszellen macht eine erfolgreiche Therapie schwierig. Es ist daher besonders wichtig, die Grundlagen der Metastasierung besser zu verstehen, um neue Therapiekonzepte zu entwickeln.

Hohes Cholesterin und Übergewicht als Long-Covid-Folge bei 20-Jährigen (5.9.22)
Bei der gegenwärtigen Covid-19-Pandemie wird die Frage nach den längerfristigen Folgen der Infektion immer wichtiger. Wirkt sich Long Covid auch auf zuvor gesunde junge Erwachsene aus? Obwohl diese das Rückgrat der künftigen Erwerbsbevölkerung bilden, sind die mittel- und langfristigen Folgen von SARS-CoV-2-Infektionen bei rund Zwanzigjährigen kaum erforscht.

Mit biotechnologisch hergestellten Herzmuskelzellen gegen Herzinsuffizienz (2.9.22)
Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist der häufigste Grund für Klinikeinweisungen und eine der häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Allein in Deutschland leiden vier Millionen unter dieser Erkrankung. Oft geht ein Herzinfarkt voraus, wodurch der Herzmuskel nicht mehr mit Blut und Sauerstoff versorgt und das Organ unwiderruflich geschädigt wird.

Charité-Netzwerk baut kinderonkologische Forschung aus (1.9.22)
In Deutschland erkranken jährlich etwa 2.300 Kinder und Jugendliche neu an Krebs. Während bei einer erfolgreichen Ersttherapie die Heilungschancen bei rund 80 Prozent liegen, bleibt die Überlebensrate bei Kindern und Jugendlichen, die einen Rückfall erleiden oder auf die Behandlung nicht ansprechen, sehr schlecht.