MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2026

MedAustria News von Juni 2026

Verzicht ist Grundlage für größere Anschaffungen, Gesundheit und Nachhaltigkeit. (30.6.26)
Geld verjubeln – oder für den großen Urlaub sparen? Gemütlich auf die Couch – oder doch besser Sport? Eine ganze Tafel Schokolade verputzen – oder für später etwas übriglassen? Solche Entscheidungen sind nicht einfach zu treffen, weil der Impuls zur schnellen Belohnung hinter ein längerfristiges Anliegen zurücktreten muss.

Viele Nierenerkrankungen bleiben unentdeckt (29.6.26)
Chronische Nierenerkrankungen beginnen meist ohne erkennbare Symptome. Eine aktuelle Analyse der NAKO-Studie (größte bevölkerungsbasierte Untersuchung Deutschlands) deutet auf eine mögliche Dunkelziffer in der Bevölkerung in Deutschland hin.

Neue Einblicke in die Abwehrkräfte des Immunsystems (29.6.26)
Neutrophile sind wichtige Abwehrzellen des Immunsystems und reagieren besonders schnell auf Krankheitserreger, indem sie diese mit netzartigen Strukturen einfangen und bekämpfen. Sie sind aber auch maßgeblich an der Entstehung und am Fortschreiten zahlreicher entzündlicher Erkrankungen beteiligt.

Neues Modell zur Erforschung follikulärer regulatorischer T-Zellen entwickelt (26.6.26)
Damit das Immunsystem Krankheitserreger wirksam bekämpfen kann, müssen Antikörperreaktionen präzise gesteuert werden. Eine Schlüsselrolle spielen dabei sogenannte follikuläre regulatorische T-Zellen (Tfr-Zellen), die überschießende Immunreaktionen begrenzen und zur Aufrechterhaltung der Immuntoleranz beitragen.

Druck im Leberkreislauf zeigt Risiko für schwere Komplikationen an (26.6.26)
Ein internationales Forschungsteam unter Federführung der MedUni Wien hat untersucht, wie sich das Risiko für schwere Komplikationen bei fortgeschrittener steatotischer Lebererkrankung – früher häufig als Fettlebererkrankung bezeichnet – besser abschätzen lässt.

Warum Frauenherzen anders untersucht werden müssen als Männerherzen (25.6.26)
Plötzlicher Brustschmerz, Atemnot, Symptome wie bei einem Herzinfarkt, ausgelöst durch extremen emotionalen oder körperlichen Stress: Das sogenannte Broken-Heart-Syndrom ist eine ernstzunehmende Herzerkrankung, die noch immer häufig unterschätzt wird.

Mini-Roboter im Mund als neueTechnik für Zahnbehandlungen (25.6.26)
Eine Kontrolluntersuchung bei der Zahnärztin endet mit einer schlechten Nachricht: Karies hat ein großes Loch in den Zahn gefressen, es braucht eine Krone. Für die Behandlung sind mehrere Folgetermine nötig.

Wahrnehmung von Wetterextremen isozial geprägt (24.6.26)
Ältere Menschen in Österreich nehmen eine Zunahme von Extremwetterereignissen seit ihrer Kindheit wahr. Doch wie stark diese Veränderungen bemerkt werden, hängt von mehreren sozialen und wirtschaftlichen Faktoren ab.

Studie zeigt folgenschwere Unterschiede in Beurteilung der Herzklappenerkrankung (24.6.26)
Eine aktuelle Studie der MedUni Wien zeigt, dass die Diagnose einer bestimmten Form von Herzklappenerkrankung, der artialen funktionellen Mitralklappeninsuffizienz, bislang uneinheitlich erfolgt. Diese Unterschiede in der Beurteilung haben direkte Auswirkungen auf die Einschätzung des Krankheitsverlaufs und die Therapieentscheidung.

Neue Archaeen-Arten könnten Schlüsselrolle für die Hautgesundheit spielen (23.6.26)
Forschende der MedUni Graz und der Universität Wien haben im menschlichen Mikrobiom bislang unbekannte ammoniak-oxidierende Archaeen identifiziert, Mikroorganismen, die möglicherweise einen wichtigen Einfluss auf die Gesundheit unserer Haut haben. Im Zentrum der Entdeckung stehen zwei neue Arten: Nitrosocosmicus epidermidis und Nitrosocosmicus unguis.

Kürzere OP-Zeiten bei Leberkrebs dank OCT-Technologie (23.6.26)
Eine Leberkrebs-Diagnose zieht häufig eine Operation nach sich – mit dem Ziel, das gesamte befallene Gewebe vollständig zu entfernen. Um sicherzustellen, dass kein Tumor im Organ verbleibt, wird das entnommene Gewebe während des Eingriffs histologisch untersucht. Die Patienten bleiben währenddessen in Narkose, das OP-Personal ist gebunden, und mit jeder Minute steigt das Risiko für Komplikationen.

Krebstherapien im körpereigenen Tumormilieu testen (22.6.26)
Forschende der MedUni Wien haben im Rahmen des Comprehensive Cancer Center Vienna (CCC) von MedUni Wien und AKH Wien ein neues Labormodell entwickelt, mit dem mögliche Kombinationen aus Strahlen- und Immuntherapie an Tumor- und Immunzellen einzelner Patienten getestet werden können.

Positive Alltagserlebnisse prägen Jugendliche mehr als Krisen (22.6.26)
Jugendliche und junge Erwachsene nennen vor allem positive Alltagserlebnisse als prägend für ihr Leben, wie eine neue Studie der Universität Zürich zeigt. Psychische Belastungen verändern jedoch den Blick auf wichtige Lebensereignisse.

Stimulation und Exoskelette verbessern Handfunktion nach neurologischen Verletzungen (19.6.26)
Forschende der MedUni Wien haben gemeinsam mit der ETH Zürich, der Technischen Universität München und der Medizinischen Fakultät Belgrad ein tragbares neurorobotisches System entwickelt, das elektrische Neurostimulation mit Hand-Exoskeletten kombiniert.

Epigenetik-Medikamente könnten Blutgefässe bei Adipositas und Diabetes schützen (19.6.26)
Menschen mit Adipositas und Typ-2-Diabetes haben ein hohes Risiko für Gefäßschäden. Dies hängt nicht nur von den Genen einer Person ab, sondern auch, wie diese "gelesen" werden.

Forschende entwickeln modularen Nanoroboter (18.6.26)
Ein Team der Universität Basel hat einen vielseitigen Nanoroboter mit Antriebs- und Nutzlastmodul entwickelt. Die beiden wiederverwendbaren Module fügen sich selbstständig zusammen und könnten in der Medizin oder der Industrie zum Einsatz kommen.

Darmkrebsforschung rückt Immunzellen stärker in den Fokus (17.6.26)
Forschende der MedUni Wien haben einen bisher wenig beachteten Mechanismus bei metastasiertem Darmkrebs beschrieben: Ein wichtiger Angriffspunkt bestehender Therapien, der sogenannte Epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor EGFR, dürfte nicht nur auf Krebszellen selbst wirken.

Erste ESGO-Zertifizierung für Endometriumkarzinom-Chirurgie Linz (17.6.26)
Gebärmutterschleimhautkrebs (Endometriumkarzinom) zählt zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane. Die Erkrankung tritt überwiegend nach der Menopause auf und macht sich in rund 90 Prozent der Fälle bereits im Frühstadium durch eine Blutung bemerkbar.

Behandlungsoptionen für Patienten mit seltenen molekularen Lungentumorveränderungen. (16.6.26)
Gleich zwei aktuelle Forschungsarbeiten unter maßgeblicher Beteiligung des Karl Landsteiner Instituts für Lungenforschung und pneumologische Onkologie an der Wiener Klinik Floridsdorf zeigen, wie klinische Forschung konkrete Fortschritte in der Versorgung von Lungenkrebs ermöglicht.

Krebsbehandlungskombi mit begleitendem kardiologischen Screening (16.6.26)
Bis zu 30 Prozent der Krebspatienten haben oder entwickeln im Laufe der Therapie oder ihres Lebens kardiologische Probleme. Um dem vorzubeugen, empfiehlt sich zusätzlich zur Krebsbehandlung auch ein begleitendes kardiologisches Screening und, wo notwendig, eine Kombinationstherapie.

Bonner Studie zeigt, wie das Gehirn auf vertrauten Routen neue Informationen legt (15.6.26)
Jedes Mal, wenn wir uns durch eine vertraute Umgebung bewegen, greift der Hippocampus auf eine detaillierte räumliche Repräsentation zurück, gleich einer Karte, die durch wiederholte Erfahrung aufgebaut wird. Doch was geschieht, wenn auf einer bekannten Route etwas Unerwartetes passiert?

Fruchtbarkeit des Mannes durch Spermiogramm ermitteln (15.6.26)
Immer mehr Frauen frieren weltweit ihre Eizellen ein, um ein altersabhängiges Absinken ihrer Fruchtbarkeit zu verhindern und den Kinderwunsch in spätere Lebensjahre zu verschieben. In Österreich muss als eines der letzten Länder der EU das Einfrieren von Eizellen laut VGH erlaubt werden. Auch beim Mann kommt es mit zunehmendem Alter zu einem Absinken der Samenqualität – allerdings ist die Situation hierbei ganz anders als bei der Frau.

Wie Sport und körperliches Training die Krebstherapie ergänzen (11.6.26)
Dass regelmäßiges Training unsere Gesundheit positiv beeinflusst, ist hinlänglich bekannt. Ausdauertraining sowie Kraftsport, mehrmals wöchentlich durchgeführt, vermindern das Risiko für sämtliche Lebensstil-assoziierte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und einige Krebsarten.

Fruchtbarkeitserhalt bei krebskranken Kindern unter zehn Jahren ermöglicht (11.6.26)
Rund 80 Prozent der an Krebs erkrankten Kinder überleben heute ihre Erkrankung. Die Spätfolgen der Therapie rücken deshalb zunehmend in den Fokus der Versorgung – darunter auch die eingeschränkte Fruchtbarkeit.

Wie der Erreger dem Immunsystem bei Läuserückfallfieber entkommt (10.6.26)
Das Läuserückfallfieber wird durch das Bakterium Borrelia recurrentis ausgelöst und zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten des Menschen. Gegenwärtig werden Ausbrüche in den Ländern um das Horn von Afrika verzeichnet.

Alongshan-Virus erstmals in Österreich nachgewiesen (10.6.26)
Forschende des Zentrums für Virologie der MedUni Wien haben erstmals das Vorkommen des Alongshan-Virus in Österreich nachgewiesen. In ihrer aktuell im Top-Journal The Lancet Microbe publizierten Studie zeigen sie anhand genetischer Analysen von Zeckenproben, dass sich das Virus bereits vor mindestens 20 Jahren in Mitteleuropa etabliert hat.

KI macht patientenrelevante Therapieerfolge besser vorhersagbar (9.6.26)
Ob eine Therapie erfolgreich ist, entscheidet sich nicht allein anhand medizinischer Messwerte. Ausschlaggebend ist vor allem, ob sich der Patienten-Alltag verbessert: Können sie sich wieder leichter bewegen, selbstständiger leben und ihre Erkrankung als weniger belastend erleben?

ISTA-Forschende zeigen komplexe genetische Verbindungen zwischen Generationen (9.6.26)
Die Gene unserer Eltern hinterlassen einen messbaren, dauerhaften Abdruck in unserem Leben. Ein internationales Team unter der Leitung von Forschenden des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) in Klosterneuburg und des norwegischen Folkehelseinstituttet (Volksgesundheitsinstitut, FHI) hat einen neuen Ansatz entwickelt, um genetische Daten von Zehntausenden Familien zu analysieren.

Minimal-invasive Adipositasbehandlung in Österreich mittels GMA durchgeführt (8.6.26)
Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien die erste minimal-invasive Adipositasbehandlung in Österreich mittels gastrischer Mukosaablation (GMA) durchgeführt.

Biomarker-gesteuerte Immunsuppression nach Nierentransplantation erfolgreich getestet (5.6.26)
Ein internationales Forschungsteam unter Koordination der MedUni Wien hat in einer klinischen Studie gezeigt, dass eine am Torque-Teno-Virus orientierte Dosierung von Immunsuppression bei Nierentransplantierten sicher ist.

Autismusrisiko bei Frühchen früher prognostizieren (5.6.26)
In Europa wird etwa jedes 70. Kind mit Autismus diagnostiziert – mangels wirksamer Früherkennungsindikatoren oft spät. Rund zehn Prozent aller Kinder kommen vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt und kleine Frühgeborene tragen ein mindestens dreifach erhöhtes Risiko.

Labor „my green lab“ mit Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet (4.6.26)
Wie lässt sich Nachhaltigkeit in Laboren umsetzen? Dieser Herausforderung haben sich sieben Labore der tirol kliniken im Pilotprojekt „my green lab“ gestellt und wurden für die erarbeiteten Maßnahmen mit dem 1. Platz beim Innovations- und Nachhaltigkeitspreis 2026 des Österreichischen Verbands Grüner Krankenhäuser (OVGK) ausgezeichnet.

Psychoaktive Pilze können erfolgreich bei psychischen Erkrankungen eingesetzt werden (3.6.26)
Die psychedelisch unterstütze Therapie, also der Einsatz der in psychoaktiven Pilzen enthaltenen Substanz Psilocybin oder von LSD zur Behandlung psychischer Erkrankungen, ist erneut in den Fokus gerückt.

Schnelle Zellalterung als zentralen Teil der Wundheilung (3.6.26)
Zelluläre Seneszenz gilt bislang vor allem als Kennzeichen des Alterns und chronischer Erkrankungen. Dabei handelt es sich um einen Zustand, in den Zellen in bestimmten Lebensphasen, etwa nach Verletzungen oder im Alter als Reaktion auf Stress eintreten. Sie stellen dabei ihre Teilung ein und geben verstärkt Signalmoleküle, wie Entzündungsfaktoren, an ihre Umgebung ab.

CD-Labor für Lipid-Emulsionen als Paradigmenwechsel in der Chemotherapie (3.6.26)
Trotz großer Fortschritte in der onkologischen Forschung zählt Krebs weiterhin zu den häufigsten Todesursachen weltweit. Für Patienten, Angehörige und das Gesundheitssystem bleibt die Erkrankung eine enorme Herausforderung. Besonders problematisch sind dabei die Nebenwirkungen vieler Therapien sowie die Fähigkeit von Tumoren, im Verlauf Resistenzen gegen Medikamente zu entwickeln.

Gefährliche und falsche Diagnosen auf TikTok (2.6.26)
Eine Studie unter Beteiligung der Universität Witten/Herdecke hat erstmals deutschsprachige TikTok-Videos zu psychischen Störungsbildern untersucht und herausgefunden: Die meisten Inhalte sind falsch. Nur rund 20 Prozent der untersuchten TikTok-Videos zu psychischen Störungsbildern waren fachlich korrekt.

Mit Bakterien zu klimaneutralen Kunststoffen und Kosmetika (1.6.26)
Kunststoffe, Medikamente, Kosmetik – fast alle Produkte des täglichen Lebens basieren auf fossilen Rohstoffen. Ein europäisches Forschungsteam unter Leitung der Charité Berlin will diesen Grundstein der chemischen Industrie nun revolutionieren.