MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2026

MedAustria News von April 2026

Lasersystem verbessert Mikroskopieverfahren zur Erforschung verborgener Zellwelten (30.4.26)
Forschende am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY haben gemeinsam mit internationalen Partnern ein neues Lasersystem entwickelt, das die mehrfarbige Zwei-Photonen-Mikroskopie deutlich vereinfachen könnte.

Immunzell-Muster könnten Therapie-Entscheidungen verbessern (30.4.26)
Hirnmetastasen zählen zu den schwerwiegendsten Komplikationen fortgeschrittener Brustkrebserkrankungen. Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) haben die körpereigenen Abwehrzellen im Hirngewebe rund um diese Metastasen detailliert untersucht.

Das Tarnsystem der Bakterien überlisten (29.4.26)
Bekommt unser Immunsystem eine bakterielle Infektion nicht in den Griff, helfen Antibiotika. Doch immer mehr Bakterien werden resistent gegen die Behandlung. Die Zahl der daraus erfolgten Todesfälle lag im Jahr 2021 weltweit bei mehr als 1,1 Millionen. Bis 2050 werden voraussichtlich weltweit bis zehn Millionen Menschen pro Jahr aufgrund von Antibiotikaresistenzen sterben. Zu den kritischen Krankheitserregern zählt die WHO u.a die Darmbakterien der Gattung Enterococcus und Escherichia coli.

Erfolgreiche Therapie gegen Leber'schen Kongenitalen Amaurose (LCA) (29.4.26)
An der Augenklinik des LMU Klinikums München wurde ein einjähriger Junge mit Leber'schen Kongenitale Amaurose (LCA) zur Rettung seiner Sehkraft erfolgreich mit der Gentherapie behandelt. Damit wurde der hochspezialisierte Eingriff – als einer der ersten weltweit – an einem so jungen Patienten durchgeführt.

MedUni Wien definiert neue Zielgrößen für Krebsstudien (28.4.26)
Eine internationale Expertgruppe unter Leitung des Comprehensive Cancer Center (CCC) von MedUni Wien und AKH Wien hat Messgrößen für klinische Studien bei Krebserkrankungen mit vereinzelten Metastasen festgelegt.

Lärm wird zum Gesundheitsrisiko für Kinder und Jugendliche (28.4.26)
Schon früh im Leben ist man Lärm und seinen Folgen ausgesetzt. Aktuelle Studien zeigen, dass Hörprobleme und Tinnitus bereits in jungen Jahren auftreten können. Besonders auffällig: Viele Jugendliche berichten aufgrund von Freizeitlärm, etwa nach Konzertbesuche oder bei lautem Musikhören mit Kopfhörern, von Ohrgeräuschen.

4.000 deutsche Ärzte fordern Zuckersteuer (27.4.26)
Vor der Entscheidung über eine Zuckersteuer erhöhen Ärzte den Druck auf die Deutsche Bundesregierung: Knapp 4.000 Mediziner haben sich für eine Herstellerabgabe auf zuckrige Getränke ausgesprochen. Aus ärztlicher Sicht sei die Dringlichkeit hoch, heißt es in einem offenen Brief, den unter anderem der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, sowie die Vorsitzende des Marburger Bundes Dr. Susanne Johna, unterzeichnet haben.

Neue Erkenntnisse zu Angststörungen und Phobien (27.4.26)
Wenn eine Wespe auf uns zufliegt, reagieren wir blitzschnell. Wir heben eine Hand, weichen aus und spüren währenddessen Berührungen, die durch unsere eigenen Bewegungen entstehen.

Patientenplus und erfolgreicher Konsolidierungskurse bei der Charité (24.4.26)
Die Charité Berlin hat ein herausforderndes Jahr 2025 mit deutlichen Erfolgen in Krankenversorgung, Forschung und Strukturentwicklung abgeschlossen. Trotz erheblicher Kürzungen des Landeszuschusses und eines weiterhin angespannten wirtschaftlichen Umfelds ist es der Berliner Universitätsmedizin gelungen, das vergangene Jahr um 10,7 Millionen Euro besser als geplant abzuschließen.

Uni Mainz für Versorgung von Peniskarzinom zertifiziert (23.4.26)
Das Uroonkologische Zentrum der Universitätsmedizin Mainz hat erstmalig die Zertifizierung für die Behandlung des Peniskarzinoms von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) erhalten. Damit ist die Universitätsmedizin Mainz eines von deutschlandweit nur 13 Zentren, die auf diese seltene Krebserkrankung spezialisiert sind.

Potenzielle Biomarker zur Früherkennung von Kindern mit Down-Syndrom entdeckt (22.4.26)
Kinder mit Down-Syndrom besitzen ein hohes Risiko, an myeloischer Leukämie zu erkranken. Ein Forschungsteam der Goethe-Universität Frankfurt, des Wellcome Sanger Institute, des Great Ormond Street Hospital und ihrer Kooperationspartner hat herausgefunden, wie sich einzelne Zellen des blutbildenden Systems der Betroffenen verändern, sodass über eine Krebsvorstufe Leukämie entsteht.

Bioreaktoren zur Herstellung Millionen menschlicher Immunzellen entwickelt (22.4.26)
Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben eine Methode entwickelt, mit der sich menschliche Immunzellen, zum Beispiel Makrophagen, in Bioreaktoren mittlerer Größe effizient herstellen lassen.

Doppelgänger: genetisch unwahrscheinlich, psychologisch plausibel (21.4.26)
Keira Knightley und Natalie Portman wurden jahrelang für Zwillinge gehalten. Katy Perry und Zooey Deschanel gelten als Paradebeispiel für prominente Doppelgängerinnen. Solche verblüffenden Ähnlichkeiten faszinieren – und nähren die Vorstellung, irgendwo auf der Welt müsse es unser zweites Ich geben. Doch aus wissenschaftlicher Sicht ist diese Annahme irreführend. Echte Doppelgänger – also genetisch identische, nicht verwandte Personen – gibt es praktisch nicht.

Neue Hoffnung bei seltenen Autoimmunerkrankungen (21.4.26)
Gelenkschmerzen, Hautveränderungen, extreme Erschöpfung – und oft jahrelang keine klare Diagnose: Kollagenosen können sehr unterschiedlich verlaufen und für Betroffene zur großen Belastung werden.

Rauchen schädigt die Augen stärker als viele erwarten (20.4.26)
Rauchen gehört zu den größten vermeidbaren Gefahren für die Augengesundheit, warnt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG). So sind bis zu 20 Prozent aller neuen Erblindungen ab dem 50. Lebensjahr auf das Rauchen zurückzuführen.

Nutzen von Beta-Amyloid-Antikörper gegen Alzheimer in Frage gestellt (20.4.26)
Die Ergebnisse der aktuellen Cochrane-Analyse sind ernüchternd: Demnach haben die Beta-Amyloid-Antikörper keinen bedeutsamen klinischen Effekt. Allerdings untersuchten nur zwei der 17 in der Metaanalyse bewerteten Studien die zugelassenen Antikörper Lecanemab und Donanemab.

Grundlegend neuer Therapieansatz gegen Mukoviszidose (17.4.26)
Ein winziger Antikörperbaustein könnte die Behandlung von Mukoviszidose grundlegend verändern: Forschenden ist es erstmals gelungen, einen sogenannten Nanobody zu entwickeln, der direkt in menschliche Zellen eindringt und den am häufigsten fehlerhaften Chloridkanal bei Mukoviszidose reparieren kann.

Neue Fiebermanagement-Leitlinie führt zu einem Umdenken in der Versorgung (17.4.26)
Die S3-Leitlinie zum Fiebermanagement bei Kindern und Jugendlichen der Uni Witten/Herdecke wird im renommierten Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht und bringt damit neue Empfehlungen zum Umgang mit Fieber in die breite medizinische Praxis.

MedAT-Aufnahmeverfahren zum Medizinstudium mit16.880 Anmeldungen (16.4.26)
Ende März endete die Anmeldefrist für eine Teilnahme an den gemeinsamen Aufnahmeverfahren der Medizinischen Universitäten in Wien, Innsbruck und Graz sowie an der Medizinischen Fakultät der Johannes Kepler Universität Linz.

Innsbrucker Klinikdirektor Ulrich setzt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit und Innovationen (16.4.26)
Ein breites klinisches Spektrum, attraktive Entwicklungsmöglichkeiten und ein starkes Forschungsumfeld gaben den Ausschlag dafür, dass der international renommierte Plastische Chirurg Dietmar Ulrich am 1. November 2025 an die Spitze der Univ.-Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie in Innsbruck wechselte. Seine Ziele stellte der neue Direktor heute im Rahmen einer Pressekonferenz vor.

Präzisere Therapie für Kinder auf Intensivstationen mit Projekt AI-LIGHTS (15.4.26)
Etwa vier Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer der vielen verschiedenen, meist genetisch bedingten Seltenen Erkrankungen. Die meisten von ihnen sind Kinder, die zum Teil auch intensivmedizinisch betreut werden müssen.

MavieMe-Zuhausetests als niedrigschwellige Labordiagnostik zwischen Prävention und Versorgungsrealität (15.4.26)
Ab 16. April 2026 vertreibt die österreichische Drogeriekette BIPA als erster stationärer Handelspartner im Land drei Kapillarblut-Selbsttests des Unternehmens MavieMe, einer Tochtergesellschaft des Gesundheitskonzerns Mavie. Die Tests richten sich an Privatpersonen ohne ärztliche Überweisung und sind zu einem Einzelpreis von 149 Euro erhältlich, wobei dieser Preis eine optionale telemedizinische Nachbesprechung einschließt.

Molekulare Signatur für aggressives Wachstum von Kopf-Hals-Tumoren entdeckt (14.4.26)
Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und der Technischen Universität München haben die genetische Aktivität "knospender“ Karzinome des Kopf-Hals-Bereichs untersucht.

Gerätegestützte Therapieoptionen bei Parkinson häufig vernachlässigt (13.4.26)
Derzeit leiden in Österreich rund 20.000 Menschen an Parkinson – viele davon nicht optimal therapeutisch versorgt, wie die aktuelle Umfrage „Leben mit Parkinson in Österreich“ zeigt.

FH Kärnten und MedUni Wien entwickeln neue Technologien für die Hirnforschung (10.4.26)
Die FH Kärnten und die MedUni Wien bündeln ihre Kompetenzen in der Hirnforschung: Im Rahmen eines vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF geförderten Projekts entsteht ein gemeinsames Doktoratsprogramm, das Grundlagenforschung und angewandte Forschung systematisch miteinander verknüpft.

Hybrider minimalinvasiver Eingriff gegen lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen (10.4.26)
Erstmals in Österreich wurde im März 2026 an der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II gemeinsam mit der Universitätsklinik für Herz- und Thorakale Aortenchirurgie von AKH Wien und MedUni Wien ein minimal-invasiver Eingriff zur Behandlung einer potenziell lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung durchgeführt.

Unbekannter Signalweg für Bildung neuer Blutgefäße zur Erholung der Infarktregion entdeckt (10.4.26)
Jährlich erleiden mehr als 200.000 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt. Ursache sind verstopfte Herzkranzgefäße. Dadurch wird ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, das Gewebe stirbt nach wenigen Stunden ab und vernarbt. Eine massive Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist die mögliche Folge.

Jedes zehnte Grundschulkind ist häufig einsam (9.4.26)
Schon in der Grundschule gehört Einsamkeit für viele Kinder zum Alltag. Mehr als jedes dritte Kind fühlt sich manchmal einsam, rund jedes zehnte sogar oft oder immer. Das zeigen aktuelle Zwischenergebnisse der Studie „Inspire Youth“ mit Beteiligung von Prof. Dr. Susanne Bücker, Professorin für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H).

Mechanismen der Aufnahme des Hefepilzes Candida auris in Immunzellen identifiziert (9.4.26)
Forschende des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) ist es gelungen, die Aufnahme des Krankheitserregers Candida auris und seine Verarbeitung durch Immunzellen besser zu verstehen.

Digitale Erfassung des gesundheitlichen Befindens (8.4.26)
Patienten regelmäßig zu ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu befragen, ist ein wichtiger Aspekt patientenzentrierter Medizin. Eine aktuelle Studie hat die technische und klinische Machbarkeit des Systems überprüft und bestätigt. Die Ergebnisse sind im „Journal of Medical Internet Research“ erschienen.

ÖPID bringt Polleninfo direkt zu Österreichs Top-Events (8.4.26)
Rechtzeitig zum Start der großen Outdoor-Saison erweitert der Österreichische Polleninformationsdienst (ÖPID) sein Angebot um einen neuen, kostenlosen Service: die „Special Event-Seite“.

Angehörige kennen Patientenwillen oft nur unzureichend (7.4.26)
Die Behandlungswünsche von Patienten auf der Intensivstation werden von deren engsten Angehörigen oft falsch eingeschätzt. Das ergab eine am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführte Untersuchung, die damit ein zentrales Problem in der Versorgung aufzeigt.

Neuer Behandlungsansatz bei bakterieller Sepsis entdeckt (7.4.26)
Eine Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz hat einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, mit dem das Immunsystem bakterielle Infektionen bekämpft. Das Team fand heraus, dass ein bestimmtes Protein, der sogenannte Ionenkanal PACC1, entscheidend dafür ist, dass Immunzellen Bakterien effektiv abtöten können. Fehlt das Protein, kommt es zu verstärkten Entzündungsreaktionen.

Versorgungslücke nach Spitalsaufenthalt erhöht Rückfallrisiko bei Depression (2.4.26)
Nach einem Klinikaufenthalt wegen Depression beginnt für viele Patienten eine besonders sensible Phase: die Zeit bis zur ambulanten Weiterbehandlung. Oft vergehen schon heute mehrere Monate, bis ein Therapieplatz gefunden ist – aktuelle Beschlüsse zur Honorarabsenkung für ambulante Therapien, die heute in Kraft tritt, könnte diese Zeitspanne noch weiter verlängern.

Neuromodulative Therapie für Schmerzpatienten (2.4.26)
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jan Vesper, Neurochirurg, President elect der International Neuromodulation Society (INS) und Past President der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation (DGNM) über „Schmerzschrittmacher“, die Kooperation von DGS, DGNM und INS – und was das für schwer chronisch Schmerzkranke bedeutet.

Lebensstil als Schlüssel zum Healthy Aging (1.4.26)
Anti-Aging-Versprechen gibt es viele, von Wundermitteln aus der Natur bis zu Hightech-Behandlungen. Doch die wirksamsten Strategien für gesundes Altern sind oft überraschend einfach. Was wir täglich essen, wie viel wir uns bewegen oder wie gut wir schlafen – viele kleine Entscheidungen beeinflussen, wie gesund wir altern.

CFTR-mRNA-Therapie könnte gegen Mukoviszidose helfen (1.4.26)
Es gibt immer noch Menschen mit Mukoviszidose, für die eine Therapie mit Modulatoren nicht möglich ist. Entweder, weil sie seltene CFTR-Varianten haben, bei denen die Modulatoren nicht wirken können oder weil sie die Modulatoren nicht vertragen.