MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2026

MedAustria News von Oktober 2026

Schweregrad von ATTR-CM des Herzens in aktueller Leitlinie unterschätzt (16.10.26)
Die Transthyretin-Amyloidose (ATTR-CM) des Herzens ist eine Erkrankung des höheren Lebensalters, die zunehmend häufig diagnostiziert wird. Ein erheblicher Teil der Betroffenen weist zusätzlich eine Undichtigkeit der Mitralklappe auf.

Neues Medikament gegen Narkolepsie in Europa noch nicht zugelassen (16.10.26)
Mitten im Gespräch einschlafen oder beim Lachen plötzlich die Kontrolle über die Muskeln verlieren: Für Menschen mit Narkolepsie kann das zum Alltag gehören. Bisherige Medikamente lindern die Symptome der neurologischen Erkrankung lediglich. Doch ein neuer Wirkstoff könnte die Behandlung grundlegend verändern. Oveporexton ist in den USA, China und Japan bereits zugelassen.

Lösung eines der Kernprobleme der Aortenklappentherapie gelöst (15.10.26)
Beim Ersatz der Aortenklappe kann eine kleine Aortenwurzel die Größe der einsetzbaren Klappenprothese begrenzen. Ist die neue Klappe im Verhältnis zum Körper zu klein, muss das Herz weiterhin gegen erhöhten Widerstand arbeiten – ein Patient-Prothesen-Mismatch, das mit ungünstigeren klinischen Ergebnissen verbunden ist.

Hochgebildete Frauen bleiben auf dem Partnermarkt erfolgreich, Einkommen stagniert (15.10.26)
In keinem anderen europäischen Land stieg der Frauenanteil bei Hochschulabschlüssen in den letzten 25 Jahren so steil an wie in der Schweiz. Unter den 30- bis 40-jährigen Frauen hatten 1999 jede Fünfte einen tertiären Abschluss, im Jahr 2024 waren es schon 60 Prozent. Bei Männern fiel der Anstieg deutlich moderater aus.

Verbesserte Risikoklassifikation beim Neuroblastom (14.10.26)
Neuroblastome können sich bei Kindern spontan zurückbilden oder einen aggressiven und lebensbedrohlichen Verlauf nehmen. Eine möglichst präzise Einschätzung des individuellen Krankheitsverlaufs ist daher entscheidend, um die Intensität der Behandlung festzulegen.

Neue Zelltherapie soll transplantierte Organe gezielt schützen (14.10.26)
Ein MHH-Team erforscht im neuen Projekt „AgEndo“ eine maßgeschneiderte Therapie mit körpereigenen Zellen. Sie soll nach einer Transplantation die dauerhafte Einnahme immunsuppressiver Medikamente und somit auch deren Nebenwirkungen verringern – ohne das Organ zu gefährden.

Mit sichtbaren Proteinen aktive neuronale Berechnungen entschlüsseln (13.10.26)
Die Verbindungen, die Nervenzellen im Gehirn eingehen, sind der Schlüssel für komplexe Denkvorgänge. Moderne Neurowissenschaft ermöglicht es, diese Verbindungen und ihre Kontaktstellen, die Synapsen, mit beispielloser Detailgenauigkeit aufzuzeichnen und zu verorten.

Warum in der kalten Jahreszeit das Thromboserisiko steigt (13.10.26)
Mit sinkenden Temperaturen treten Lungenembolien und tiefe Venenthrombosen häufiger auf. Warum das so ist, lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Kälte, weniger Bewegung, Infektionen und Entzündungsprozesse können zusammenspielen.

Forschende verwandeln alte Blut- in junge Hirnzellen (12.10.26)
Forschenden vom Universitätsklinikum- und Universität Bonn ist es gelungen, menschliche Zellen im Reagenzglas massiv zu verjüngen. Sie programmierten dazu die Vorläufer roter Blutkörperchen auf direktem Wege zu Stammzellen um, aus denen sich Neuronen gewinnen lassen.

Ebola-Impfstoff löst eine T-Zell-Immunantwort gegen Bundibugyo-Virus aus (12.10.26)
Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) haben weitere Hinweise auf eine mögliche Immunogenität des vorhandenen Ebola-Impfstoffs gegen das derzeit in der Demokratischen Republik Kongo grassierende Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV) gefunden.

Buchrezension: Schmerzen behandeln. Was regenerative physikalische Therapien können – und was nicht (9.10.26)
Wärme, Kälte, Wasser, Licht, Sauerstoff, elektrische Impulse, Stoßwellen, Magnetfelder, Massagen, Bewegung vieles andere mehr: Regenerative physikalische Therapien nutzen gezielt physikalische Reize, um körpereigene Reparatur- und Heilungsprozesse zu unterstützen, und sind aus dem modernen Behandlungskonzept für Schmerzen und Einschränkungen der Beweglichkeit nicht wegzudenken.

Alternativer Signalweg verbessert die Transplantation von Blutstammzellen (9.10.26)
Blutstammzellen sind seltene Zellen im Knochenmark, die lebenslang die nötigen Blut- und Immunzellen produzieren und so für die Erneuerung von Blut und Immunsystem im Körper sorgen. Daher werden sie auch bei Knochenmarktransplantationen und neuartigen Gentherapien zur Behandlung zahlreicher Bluterkrankungen eingesetzt.

Nachsorge nach Hirntumorerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen verbessern (8.10.26)
In Deutschland werden jährlich etwa 600 neue Hirntumore bei Kindern und Jugendlichen diagnostiziert. Um gesundheitliche Spätfolgen der Erkrankung besser zu versorgen, wird ein vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) geleitetes Projekt zur Nachsorge vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) mit 4,6 Millionen Euro gefördert.

Sicherheitsdaten zum Arbeiten im Herzkatheterlabor während der Schwangerschaft (8.10.26)
Das Hannover Herzrhythmus Centrums (HHC) der Klinik für Kardiologie und Angiologie unterstützt Ärztinnen dabei, während der Schwangerschaft wie gewohnt den Beruf auszuüben. Dafür hat es entsprechende Strukturen geschaffen.

Warum manche Menschen von Geräusche stärker abgelenkt werden als andere (7.10.26)
Das Gespräch am Nebentisch, das Telefonat des Kollegen oder zwei Menschen im Zug: Wir wollen gar nicht zuhören – und bekommen trotzdem mit, was gesagt wird. Besonders beim Lernen oder konzentrierten Arbeiten kann das stören. Aber warum schafft es Sprache so zuverlässig unsere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen?

Vorkehrungen ermöglichen Schwangerschaft trotz rheumatischer Erkrankungen (7.10.26)
Ein Kind zu bekommen, bedeutet für viele Menschen, die mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung leben, eine besondere Herausforderung – denn bei einer Schwangerschaft ist das bereits von der Autoimmunerkrankung betroffene Immunsystem zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Hochrechnungen zufolge betrifft das etwa eine von vierhundert Schwangerschaften in der Bevölkerung.

Universelles Ziel für CAR-T-Zellen gegen Krebs entdeckt (6.10.26)
CAR-T-Zelltherapien haben sich bei der Behandlung mehrerer Blut- und Lymphdrüsenkrebserkrankungen als erfolgreich erwiesen. Bei anderen Tumoren ist ihr Einsatz jedoch deutlich schwieriger, unter anderem, weil geeignete Zielstrukturen fehlen.

Mit KI-Unterstützung in der Intensivmedizin zuverlässiger entscheiden (6.10.26)
Vitalwerte, Laborbefunde, ärztliche Notizen, Medikamentenpläne – auf Intensivstationen entstehen fortwährend große Mengen an Behandlungsdaten. Den Datenschatz einheitlich aufzubereiten und in nachvollziehbare Handlungsempfehlungen zu übersetzen, haben sich Medizininformatiker:innen und Mediziner:innen unter Leitung der Charité Berlin zum Ziel gesetzt.

erhebliches Einsparungspotential durch Impfungen gegen Atemwegserkrankungen (5.10.26)
Seit der COVID-19-Pandemie treten Atemwegserreger immer häufiger gleichzeitig oder kurz hintereinander auf. Gerade ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen schlittern immer wieder von einer Infektion in die andere, was mitunter zu längerfristigen Komplikationen führen kann.

Medizin-Nobelpreis für Forschung zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und Optogenetik (5.10.26)
Ausgezeichnet werden Peter Hegemann von der Humboldt Universität zu Berlin, Georg Nagel von der Universität Würzburg und Karl Deisseroth von der Universität Stanford für "Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik", erklärte das Nobelkomitee am Montag. "Die Optogenetik bietet Möglichkeiten, das Gehirn auf eine Weise zu kartieren, von der wir früher nur träumen konnten."

Immunzellen unterstützen frühe Entwicklung der Plazenta (5.10.26)
Bestimmte mütterliche Immunzellen (neutrophile Granulozyten) können in der frühen Schwangerschaft nicht nur Krankheitserreger bekämpfen, sondern die Entwicklung der Plazenta unterstützen, indem sie das Einwachsen der Plazenta in die Gebärmutter fördern.

Blutplasmaspenden essenziell für medizinische Versorgung (2.10.26)
Europa kann seinen Bedarf an Blutplasma nicht selbst decken. Das zeigt ein Bericht des Beratungsunternehmens Copenhagen Economics, der im Auftrag des PHARMIG-Mitgliedsunternehmens Takeda erstellt wurde.

19-Jähriger erfolgreich mit CRISPR-Therapeutikum behandelt (2.10.26)
Der 19-jährige Mohammad ist der erste Patient mit Beta-Thalassämie in Deutschland, der das auf der Genschere CRISPR basierende Medikament Exagamglogene Autotemcel im Rahmen der Standardversorgung erhalten hat. Ihm wurde das Gentherapeutikum im Mai unter Anwesenheit der CRISPR-Entdeckerin und Nobelpreisträgerin Prof. Emmanuelle Charpentier an der Charité Berlin verabreicht.

Digitale Gesundheitsvorsorge erfordert belegbare Evidzenz (1.10.26)
Wer seine Bildschirmzeit auf unter zwei Stunden täglich reduziert, kann das Risiko für depressive Symptome um bis zu 27 Prozent verringern. Das zeigen Studien der Universität für Weiterbildung Krems, die beim 9. Kongress des Europäischen Forums für evidenzbasierte Prävention (EUFEP) zur Sprache kamen.

Sterblichkeit beim metastasierten Melanom unter 50 Prozent gesunken (1.10.26)
Das metastasierte Melanom war vor mehr als 15 Jahren der Tumor, bei dem viele moderne Therapien, insbesondere die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren, entwickelt wurden. Langzeitdaten aus Studien mit kombinierten Immuntherapien zeigen, dass heute nach zehn Jahren weniger als die Hälfte aller Patient:innen an der Melanomerkrankung verstorben ist.