MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2024

MedAustria News von Dezember 2024

Leuchtende Zellkerne geben Schlüsselgene preis (20.12.24)
Die Identifizierung von Genen, die an der Entstehung von Krankheiten beteiligt sind, ist eine der großen Herausforderungen der biomedizinischen Forschung. Forscher der Universität Bonn und des Universitätsklinikums Bonn (UKB) haben ein Verfahren entwickelt, mit dem die Identifizierung deutlich einfacher und schneller gelingt: Sie bringen Genomsequenzen im Zellkern zum Leuchten.

Aktualisierter Impfplan für Frauen erhältlich (19.12.24)
Der Impfplan für Frauen, den die ESIDOG (European Society for Infectious Diseases in Obstetrics and Gynaecology) bereits seit 2017 auf Basis des allgemeinen Österreichischen Impfplans herausgibt, liegt nun in einer aktualisierten Form vor.

Wirkweise von Kombi-Immuntherapie bei Hautkrebs entschlüsselt (19.12.24)
Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Freiburg zeigt, weshalb bestimmte kombinierte Immuntherapien bei PatientInnen mit fortgeschrittenem Hautkrebs besonders gut helfen können. Die beiden Immuncheckpoint-Therapien verhindern, dass der Tumor die Immunzellen abschaltet.

Wie Natürliche Killerzellen Leukämie bekämpfen könnten (18.12.24)
Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 13.000 Menschen an Leukämien. Trotz intensiver Chemotherapien stirbt etwa jeder Zweite davon. Hinzu kommt, dass derzeitige Therapien starke Nebenwirkungen haben und insbesondere die Neubildung gesunder Blutzellen hemmen.

Neue Wirkstoffe gegen sexuell übertragbare Erkrankungen sowie neuer Therapieansatz für Hautkrebs (18.12.24)
Die Österreichische Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) zeichnete im Rahmen ihrer Jahrestagung Ende November in Graz junge Forscherinnen für herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Dermatologie aus. Agnes Forsthuber erhielt den Heinrich Auspitz Preis für ihre Arbeit zur Bedeutung der Bindegewebszellen bei Hautkrebs.

Vielversprechender Therapieansatz für metabolische Lebererkrankungen (18.12.24)
Eine Studie der MedUni Wien hat einen neuen Ansatzpunkt zur medikamentösen Behandlung von Stoffwechselerkrankungen der Leber identifiziert.

Neuer Therapieansatz für aggressive Hirntumorart (DHG) (17.12.24)
Das diffuse hemisphärische Gliom (DHG) ist eine Gehirntumorerkrankung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit einer Überlebensprognose von durchschnittlich weniger als zwei Jahren und eingeschränkten Therapieoptionen.

Europäische Impfstoffpipeline bleibt gut gefüllt (16.12.24)
Die Mitglieder des europäischen Dachverbandes der Impfstoffhersteller (Vaccines Europe) haben kürzlich ein Update zu ihrer Pipeline veröffentlicht. Darin zu lesen ist, dass diese mit derzeit 98 Kandidaten gut gefüllt ist.

Erbgut als Schlüssel zur personalisierten Medizin (16.12.24)
Als einziges deutsches Sequenzierzentrum ist das Tübinger Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik am Projekt „Genome of Europe“ beteiligt. Ziel des aus 49 Partnern aus 27 europäischen Ländern bestehenden Projektes ist es, zum Aufbau der größten Genomdatenbank in Europa beizutragen.

Algorithmus für besonders exakte Beurteilung von Hirnschäden entwickelt (16.12.24)
Nach einem Schlaganfall lassen sich bleibende Schäden oft reduzieren, wenn schnell gehandelt wird. Dabei ist es entscheidend, den Zeitpunkt des Schlaganfalls zu kennen.

Bei unauffälligem MRT ist Prostatakrebsrisiko gering (13.12.24)
Um frühzeitig Prostatakrebs zu erkennen, gibt es verschiedene Strategien: Am Anfang steht oft ein Bluttest (PSA-Test). Liegt der PSA-Wert über einer bestimmten Grenze, wird in der Regel eine Gewebeprobe entnommen.

Österreich bleibt bei Lebensqualität älterer Menschen im Ländervergleich zurück (13.12.24)
In einer Studie der MedUni Wien wurde die Entwicklung der Lebensqualität älterer Menschen in Österreich über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren in einer großen, repräsentativen Stichprobe von Erwachsenen ab 65 Jahren untersucht.

Ignaz-Semmelweis-Institut für Infektionsforschung nimmt seine Arbeit auf (12.12.24)
Mit Anfang 2025 nimmt das neue Ignaz Semmelweis Institut seine Arbeit auf. Diese Einrichtung auf dem Gebiet der Infektionsforschung ist ein Zusammenschluss der MedUni Wien, Med Uni Graz, MedUni Innsbruck, der Johannes Kepler Universität Linz sowie der VETMed Wien.

Warum Tiefschlaf unser Gedächtnis fördert (12.12.24)
Seit fast 20 Jahren weiß man, dass langsame, synchrone Erregungswellen während des Tiefschlafs die Gedächtnisbildung unterstützen. Unbekannt war bisher, warum das so ist. Im Fachmagazin Nature Communications* liefert ein Forschungsteam der Charité Berlin nun einen Erklärungsansatz.

Organoide bilden komplexe Zelllandschaft von Bauchspeicheldrüsenkrebs ab (11.12.24)
Ein Team um Forschende der Technischen Universität München (TUM) hat erstmals Tumor-Organoide – dreidimensionale Miniaturtumore – im Labor gezüchtet, welche die unterschiedlichen Strukturen und Eigenschaften von Bauchspeicheldrüsenkrebs nachbilden.

Wie unser Gedächtnis verdrahtet ist (11.12.24)
Die Blackbox des menschlichen Gehirns beginnt sich zu öffnen. Obwohl Tiermodelle für unser Verständnis des Säugetiergehirns von entscheidender Bedeutung sind, decken die seltener erhobenen menschlichen Daten wichtige Besonderheiten auf.

Österreichische Gesundheitskasse sichert zahnmedizinische Versorgung (11.12.24)
Die Zeit drängt, mit 1.1.2025 tritt das EU-weite Verbot von Amalgamfüllungen in Kraft. Nachdem die Österreichische Zahnärztekammer die Gesprächsangebote der Österreichischen Gesundheitskasse nicht angenommen hat, wurde im Verwaltungsrat der ÖGK das weitere Vorgehen beschlossen, um eine optimale zahnmedizinische Versorgung zu gewährleisten.

Konsortium 'AutoPiX' möchte Bilddaten mithilfe von AI als aussagekräftige Biomarker nutzen (11.12.24)
Das von der Innovative Health Initiative (IHI), der Europäischen Union und der Industrie mit 21 Mio. Euro geförderte Konsortium AutoPiX verfolgt das Ziel, Bilddaten mithilfe von Artificial Intelligence (AI) als aussagekräftige Biomarker nutzbar zu machen. Die Schwerpunkte des Projekts wurden im Rahmen eines Pressegesprächs im Josephinum präsentiert.

Erstmals ein blutbildendes Herzorganoid hergestellt (10.12.24)
Wie entwickeln sich menschliche Organe, und was geschieht mit ihnen, wenn sie erkranken? Um diese Fragen zu beantworten, setzen Forschende zunehmend auf sogenannte Organoide. Die wenige Millimeter großen Mini-Organe bestehen aus im Labor gezüchteten Zellgruppen, die organähnliche Strukturen ausbilden können.

Neue Option zur Behandlung von dauerhaftem Haarverlust in der Krebsbehandlung (10.12.24)
So sehr sich die gezielte Therapie mittels sogenannter EGFR-Hemmer bei verschiedenen Tumorarten bewährt hat, so belastend können mögliche Nebenwirkungen sein. Besonders gefürchtet ist die vernarbende Alopezie – dauerhafter, Haarverlust, der bisher nur verzögert, aber nicht rückgängig gemacht werden kann.

Wie sich das Gehirn an Hitze gewöhnt (9.12.24)
Tiere wie Menschen entwickeln bei anhaltender Hitze eine gewisse Toleranz: Der Körper stellt sich darauf ein, Wärme abzugeben statt zu erzeugen, Stoffwechsel und Herz-Kreislaufsystem passen sich an.

Österreichischer Impftag am 18. Jänner 2025 steht unter dem Motto: "Geimpft – Geschützt – Sicher!“ (9.12.24)
Trotz etablierter Impfprogramme bleiben klassische Erkrankungen wie Masern und Keuchhusten eine ernstzunehmende Herausforderung. In Österreich kam es zuletzt wegen gesunkener Durchimpfungsraten zu zahlreichen Erkrankungsfällen.

Hirntumorzellen knüpfen schnell Kontakte und sind dabei nicht wählerisch (9.12.24)
Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg haben mit veränderten Tollwutviren Tumorzellen des Glioblastoms und ihre direkten Zellkontakte im Mausgehirn markiert.

Kinder präsentieren Kindern auf YouTube überwiegend ungesunde Lebensmittel (6.12.24)
In einer Studie der MedUni Wien wurde untersucht, wie Lebensmittel in Videos von InfluencerInnen im Kinder- und Jugendalter auf YouTube dargestellt werden und welchen Einfluss diese Inhalte auf ihr junges Publikum haben können.

24 Prozent der Ärzteschaft war in letzten zwei Jahren psychischer Gewalt ausgesetzt (6.12.24)
Laut einer Studie von Meinungsforscher Peter Hajek, die am 5.12. vor Journalisten präsentiert wurde, sind 37 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen regelmäßig von verbaler oder physischer Gewalt betroffen.

Milzsteifigkeit als Schlüssel zur Diagnose der portalen Hypertonie (5.12.24)
Die fortgeschrittene Lebererkrankung ist die zweithäufigste Ursache verlorener Erwerbsjahre, da überproportional häufig junge PatientInnen betroffen sind. Mögliche Komplikationen dieser Erkrankungen lassen sich häufig auf Bluthochdruck im Blutkreislauf der Leber zurückführen – eine portale Hypertonie.

Wie neuartige Sensoren Körperflüssigkeiten analysieren (5.12.24)
Mit der Smartwatch den Puls messen, mit einer Smartphone-App den Blutdruck überwachen: Schon jetzt messen tragbare Sensoren ziemlich zuverlässig einige Vitalfunktionen des Körpers und können zum Teil auch bereits in der klinischen Diagnostik angewendet werden.

So lange wirken Medikamente gegen Neurodermitis (5.12.24)
Unerträglicher Juckreiz und trockene, schuppige Haut zählen zu den typischen Anzeichen einer Neurodermitis. Sie gehört zu den häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen. In Deutschland sind bis zu 2,5 Millionen Menschen pro Jahr betroffen, davon etwa 1,3 Millionen Kinder und Jugendliche.

Schlechtere Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen als nach der Pandemie (4.12.24)
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist auch Jahre nach der Corona-Pandemie noch deutlich schlechter als vor der Pandemie. Das zeigen die Ergebnisse der sechsten und siebten Befragungsrunde der COPSY-Studie (COrona und PSYche) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Neue Physiotherapie-Studienstandorte in Wien, Klagenfurt und Salzburg (4.12.24)
Die Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria) bestätigte den Betrieb von Physiotherapie-Studiengängen an den Standorten Wien, Klagenfurt durch die slowenischen Privatuniversität Alma Mater Europaea – vorläufig befristet bis September 2030.

Neues Projekt für Long-COVID-Erkrankte an der Charité Berlin (4.12.24)
Long COVID ist eine Herausforderung für Betroffene und Behandelnde: Die Diagnostik ist komplex, die Versorgungsstrukturen sind oft unzureichend und bislang gibt es keine heilenden Therapien. Das trifft vor allem die Menschen hart, die an schweren Ausprägungen eines postakuten Infektionssyndroms (PAIS) leiden.

Der Darm verändert sich in Schwangerschaft und Stillzeit massiv (3.12.24)
In der Schwangerschaft und Stillzeit verändert sich der weibliche Körper in vielerlei Hinsicht. So werden verschiedene Organe wie die Brüste oder auch das Immunsystem angepasst, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu gewährleisten – das geschieht im Laufe der Evolution bei allen Säugetieren.

Innovative Krebsimmuntherapie macht Hoffnung im Kampf gegen Pankreaskrebs (2.12.24)
Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs stellt auch heutzutage noch viele Ärzte und Ärztinnen vor eine unlösbare Aufgabe. Mit einer Sterblichkeitsrate von annähernd 90 Prozent innerhalb von fünf Jahren zählt das Pankreaskarzinom zu den aggressivsten Krebsformen.

Herztransplantation trotz inkompatibler Blutgruppe am AKH Wien (2.12.24)
Nach jahrelangen Vorbereitungen und der herausragenden Zusammenarbeit eines multidisziplinären Teams von AKH Wien und MedUni Wien konnte erstmals in Österreich erfolgreich eine AB0-innkompatible Herztransplantation bei einem Kleinkind durchgeführt werden. Insgesamt wurden in den vergangenen 40 Jahren 1.800 Herztransplantationen durchgeführt.