MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2018

MedAustria News von Juni 2018

Hirn und Herz im Gleichtakt (30.6.18)
Schrittmacher für Herz und Hirn: Das Protein VAPB gibt sowohl den Takt des Herzens vor als auch den Rhythmus, in dem Nervenzellen feuern.

Aufruf zu mehr Ethik in der vorklinischen Forschung (30.6.18)
Oft führen vermeidbare Fehler in der präklinischen Forschung dazu, dass Studien an Patientinnen und Patienten durchgeführt werden, die hohe Risiken und geringe Erfolgsaussichten aufweisen.

Strenge Qualitätskontrollen in den heimischen Arztordinationen (29.6.18)
Bei Mängel drohen sofort disziplinarrechtliche Konsequenzen – Szekeres: „Berichtspflicht an das Gesundheitsministerium schafft volle Transparenz“

Alkohol erhöht Leberhormon und reduzert dadurch Alkoholsucht (29.6.18)
Das von der Leber ausgeschüttete Hormon FGF21 spielt eine wesentliche Rolle im Energiestoffwechsel und stimuliert während einer verlängerten Fastenperiode die Energieverwertung in der Leber sowie die Energieversorgung des Gehirns. Zudem steuert es das Verlangen nach Süßem und Alkohol.

Kokosöl verlängert Leben bei peroxisomalen Störungen (28.6.18)
"Lorenzos Öl" sollte einem schwerkranken Jungen helfen, der an einer peroxisomalen Störung (Adrenoleukodystrophie/ALD) litt. Die wahre Geschichte wurde verfilmt, wodurch die seltene Erkrankung große Bekanntheit erlangte.

Enzym ACC ist Dreh- und Angelpunkt der Fettsäuresynthese (27.6.18)
Kernbestandteile aller Fette sind die Fettsäuren. Ihre Herstellung wird von dem Enzym ACC in die Wege geleitet. Forscher vom Biozentrum der Universität Basel haben nun erstmals zeigen können, wie sich das Enzym ACC zu verschiedenen Fasern zusammenlagert. Die Art der Faser, so die Forscher in "Nature", steuere die Enzymaktivität und damit die Fettsäureproduktion.

Warum menschliche Blutzellen im Knochen entstehen (26.6.18)
Warum befinden sich Blutstammzellen bei Menschen und anderen Säugetieren im Knochenmark, während sie bei Fischen im Nierenmark zu finden sind? Diese Frage stellten sich WissenschaftlerInnen seit den späten 1970er Jahren. Damals stellten Biologen erstmals fest, dass sich Blutzellen nur an bestimmten Orten des Körpers, sogenannten Stammzell-Nischen, bilden.

High End Gerät setzt Impulse in der Knochenstoffwechselforschung (26.6.18)
Eine neue Infrastruktur an der Med Uni Graz ermöglicht ab sofort die dreidimensionale Darstellung von Knochenstruktur und Knochendichte.

Neues radiologisches Verfahren für die Leberdiagnostik entwickelt (25.6.18)
WissenschaftlerInnen der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben erfolgreich eine neue Technik zur Untersuchung von übergewichtigen Jugendlichen mit Lebererkrankungen getestet. Die Time-harmonic Elastography (THE) ermöglicht es, den Schweregrad der Erkrankung zu bestimmen, ohne dass den Patienten Lebergewebe entnommen werden muss. Im Fachjournal Radiology* wurden die Ergebnisse jetzt veröffentlicht.

Myelofibrose-Medikament kann „schlummerndes“ Lymphom auslösen (25.6.18)
Die meisten PatientInnen mit einer Myelofibrose - einer seltenen chronischen Erkrankung der blutbildenden Zellen des Knochenmarks- profitieren von Wirkstoffen der Medikamentenklasse der JAK2-Inhibitoren: die Symptome werden gelindert, das Überleben verlängert, die generelle Lebensqualität steigt.

Viele Erkrankungen des Gehirns sind genetisch miteinander verwandt (24.6.18)
Eine weltweite Studie des internationalen "Brainstorm Consortiums" analysierte erstmals das Genom von 1,1 Millionen PatientInnen mit neurologischen Erkrankungen und konnte zeigen, dass zwischen bestimmten Erkrankungen des Gehirns genetische Beziehungen bestehen. So korrelieren psychiatrische Krankheiten wie Angststörungen und Depressionen miteinander.

GendAge-Studie: Welchen Einfluss hat das Geschlecht auf die Entstehung von Krankheiten? (23.6.18)
Werden Frauen und Männer unterschiedlich krank? Was liegt dem zugrunde? Und wie kann die Gesundheitsversorgung gendersensibel weiterentwickelt werden? Dies untersucht die Studie GendAge mit dem Ziel, den Einfluss geschlechtsspezifischer Mechanismen bei der Entstehung von Krankheiten besser zu verstehen.

43. Meeting der IUGA (International Urogynecological Association) in Wien (23.6.18)
Jede dritte Frau hat im Lauf ihres Lebens Probleme mit der Blase, jede 25. Frau bekommt nach der Geburt eines Kindes Beckenbodenprobleme. Und rund drei Prozent aller Frauen sind von symptomatischen Formen eines Beckenbodenvorfalls (ein sogenannter Prolaps) betroffen.

Leipziger Helmholtz-Institut eröffnet Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung (22.6.18)
Diabetes betrifft zahlreiche Menschen und ist durch seine Folgeerkrankungen eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für die Gesellschaft.

Grundlegender Mechanismus neurodegenerativer Erkrankungen entdeckt (20.6.18)
Seit Jahren wird nach Möglichkeiten gesucht, um Erkrankungen des Nervensystems, die auf dem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen beruhen, zu behandeln.

Stammzellnische produziert täglich zehn Milliarden Dickdarmzellen (19.6.18)
UZH-Forschende haben die Stammzellnische des Dickdarms gefunden. Spezielle Zellen in der

Mesalazin reduziert erblichen Darmkrebs um 50 Prozent (18.6.18)
Rund 5.000 ÖsterreicherInnen erkranken jährlich neu an einem kolorektalen Karzinom, also an Krebs des Dickdarms oder des Mastdarms. Rund fünf Prozent davon sind erblich bedingt und entwickeln das Lynch-Syndrom, die häufigste genetische Tumorerkrankung des Darms, das sind rund 250 Fälle im Jahr.

Kernenergie-Ausstieg kann Sicherheit gefährden (17.6.18)
So wie die Abschaltung der Kernkraftwerke in Deutschland geplant ist, kann sie die Sicherheit der Anlagen negativ beeinflussen. Beteiligte könnten zunehmend eigene Interessen in den Vordergrund stellen je näher der Zeitpunkt der Abschaltung rückt. Dabei stützen sie sich auf das sogenannte "Endgame"-Verhalten der Spieltheorie.

Stress hilft beim Verlernen von Angst (16.6.18)
Stress kann positive Effekte auf das Extinktionslernen haben, bei dem zuvor erlernte Assoziationen aufgelöst werden. Wie Kognitionspsychologen der Ruhr-Universität Bochum herausfanden, sorgt Stress dafür, dass das Extinktionslernen unabhängig vom Kontext erfolgt. Das könnte zum Beispiel für Therapien von Angststörungen nützlich sein.

Adipositas senkt Mortalität (15.6.18)
PatientInnen, die wegen einer Infektionskrankheit ins Spital eingeliefert werden, überleben rund doppelt so wahrscheinlich, wenn sie übergewichtig oder fettleibig sind. Für die Studien zum sogenannten Adipositas-Paradoxon haben die Forscher des Aarhus Universitetshospital http://en.auh.dk die Daten von Patienten in Dänemark ausgewertet.

Was TMS im Gehirn bewirkt (14.6.18)
Neue Erkenntnisse, wie transkranielle Magnetstimulation (TMS) auf Verschaltungen von Nervenzellen wirkt, haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum gewonnen. Sie nutzten fluoreszierende Farbstoffe, die Auskunft über die Aktivität von Nervenzellen geben.

Wie neugeborene Nervenzellen aus dem Dornröschenschlaf erwachen (13.6.18)
Auch im erwachsenen Gehirn entstehen lebenslang neue Nervenzellen. Wie sie im Hippocampus, einer Schlüsselregion für das Lernen, aus dem Dornröschenschlaf erwachen, hat eine Forschergruppe unter Leitung der Goethe-Universität nun in der Fachzeitschrift PNAS publiziert.

Fussball-WM: Das gesündeste Getränk ist und bleibt Wasser (12.6.18)
Obwohl eine aktuelle Studie zeigen konnte, dass der Zuckergehalt in Getränken in österreich in den letzten Jahren gesunken ist raten Public Health Mediziner zu gespritzte Fruchtsäften und 'sauren Radlern'

DGNS-Kongress 15.-16. Juni: Wiener Neugeborenenscreening umfasst 28 Erkrankunge- (11.6.18)
„SCID, weitere noch nicht im Screening erfasste Erkrankungen und technische Erneuerungen in der Früherkennung“ stehen im Mittelpunkt der 25. Jahrestagung (http://www.dgnsvienna2018.at) der Deutschen Gesellschaft für Neugeborenenscreening (DGNS), die unter der Leitung von Vassiliki Konstantopoulou und Maximilian Zeyda von der MedUni Wien am 15. und 16. Juni in Wien stattfindet.

Pariser Forscherteam beobachtet HIV-Infektion live (10.6.18)
Französischen ForscherInnen ist es gelungen, eine Infektion der Harnröhrenschleimhaut durch das HI-Virus zu rekonstruieren und zu filmen

Inneren Uhr beeinflusst Atherosklerose (9.6.18)
LMU-ForscherInnen konnten erstmals nachweisen, welchen Einfluss die innere Uhr bei Atherosklerose hat, in einer aktuellen Studie geben sie einen entscheidenden Hinweis, wie sich therapeutische Ansätze verbessern lassen.

Buchrezension: 'Buddha kocht' (8.6.18)
Das große Kochbuch der Tibetischen Medizin - Typgerecht, gesund, köstlich und international

Geregelter Medienkonsum schwächt Schulleistungen (8.6.18)
Eltern, die ihre Kinder bei der Nutzung neuer Medien einschränken, handeln langfristig gesehen möglicherweise kontraproduktiv – besonders, wenn sie die Hausaufgaben als Argument ins Feld führen. Die schulischen Leistungen ihrer Schützlinge liegen im Teenageralter unter denjenigen von gleichaltrigen Kollegen, wie eine Studie der Universität Zürich zeigt.

Nanofilm verhindert Abstoßung von Bioelektroden (8.6.18)
ForscherInnen der Freien Universität Bozen konnten mittels Nanotechnologie einen biokompatibler Film, der verhindert, dass im Gehirn implantierte Bioelektroden abgestossen werden.

Jugendliche, die eher abends essen, essen mehr (7.6.18)
Kinder verlagern im Wachstumsverlauf ihre Energieaufnahme vom Morgen in den Abend, bei Jugendlichen begünstige eine Präferenz für eine abendliche Energieaufnahme eine höhere Tagesenergiezufuhr.

Neuer TBC -Wirkstoff geht in die klinische Erprobung (7.6.18)
Das erste in Deutschland entwickelte Antibiotikum gegen Tuberkulose wird jetzt klinisch erprobt. Die neu entwickelte Prüfsubstanz mit der Bezeichnung BTZ043 wirkt auch gegen multiresistente Erreger, die eine Behandlung weltweit zunehmend erschweren.

Masernvirus muss an zwei Zellrezeptoren andocken (6.6.18)
Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben an einem Tiermodell nachvollzogen, was für die hohe Ansteckungsrate des Masernvirus verantwortlich ist.

Wichtiger Teilschritt der zellulären Signalübermittlung aufgeklärt (5.6.18)
Die Wirksamkeit neuer Arzneistoffe hängt entscheidend vom grundlegenden Verständnis der komplexen Prozesse einer Körperzelle ab. WissenschaftlerInnen der kalifornischen Stanford University und der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben einen wichtigen molekularen Schritt der zellulären Signalweitergabe entschlüsselt und im Fachjournal Nature* veröffentlicht.

Elektrophysiologisches Signal des Hirninfarkts identifiziert (4.6.18)
In Folge einer speziellen Form der Hirnblutung, der sogenannten Subarachnoidalblutung, kann Tage später ein Schlaganfall durch Mangeldurchblutung auftreten.

Präventionsansätze gegen Alzheimer und Parkinson (4.6.18)
Fraunhofer-Wissenschaftler arbeiten im EU-Projekt AETIONOMY gemeinsam mit Partnern daran, frühe Krankheitsmechanismen zu identifizieren. Modellbasierte und Big Data-Ansätze sollen die Ursachenforschung vorantreiben.

Organspende in Deutschland muss Normalfall werden! (3.6.18)
Transplantations- und Spitzenmedizin sind ohne Widerspruchslösung, wie sie etwa in Österreich zum Einsatz kommt, nicht aufrechtzuerhalten

Orthopäden und Unfallchirurgen-KONGRESS vom 8.-9. Juni in Bonn (2.6.18)
Am Freitag, 8. Juni, und Samstag, 9. Juni, diskutieren rund 500 Experten aus ganz Deutschland in der Bonner Kunst- und Ausstellungshalle über akute Verletzungen, chronische Überlastung, Prophylaxe, Rehabilitation und Prävention. Besonders hervorgehoben werden soll dabei die Bedeutung der Physiotherapie – für Breiten- und Spitzensportler.

Multiresistente Erreger schnell identifizieren (1.6.18)
Im Projekt PathoSept entwickeln Fraunhofer-Forschende gemeinsam mit Partnern ein modulares Komplettsystem, mit dem sich die Zeitspanne, um bei Sepsis Erreger zu identifizieren, auf neun Stunden verkürzen lässt.

Buchrezension 'Restless-Legs-Syndrom (1.6.18)
Das Restless-Legs-Syndrom (RLS), im Deutschen „unruhige Beine“, ist eine häufige neurologische Erkrankung, die bereits seit dem 17. Jahrhundert beschrieben ist. Sie zeichnet sich vor allem durch quälende Unruhe, Brennen oder Kribbeln in den Beinen aus, vor allem in Ruhelage. Damit raubt die Erkrankung den Betroffenen meist auch den wichtigen Schlaf. Manchmal sind auch die Arme von der Unruhe betroffen.