MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2018

MedAustria News von Jänner 2018

Fastfood macht Immunsystem langfristig aggressiver (31.1.18)
Auf eine fett- und kalorienreiche Kost reagiert das Immunsystem ähnlich wie auf eine bakterielle Infektion. Das zeigt eine aktuelle Studie unter Federführung der Universität Bonn.

Helicobacter pylori-Infektionen verändern das Magenmilieu nachhaltig (29.1.18)
Die menschliche Darmflora ist höchst individuell zusammengesetzt. Im Fall einer Helicobacter pylori-Infektion verdrängt jedoch das Bakterium alle anderen Keime im Magen- und Darmbereich, so dass nur mehr der Helicobacter-Keim im Magen verbleibt.

Mikrobiomzusammensetzung beeinflusst den Geruchssinn (28.1.18)
Störungen des Geruchssinns bedeuten eine massive Einschränkung im Alltag von Betroffenen. Im Rahmen der Forschungskooperation BioTechMed-Graz beschäftigen sich WissenschafterInnen von der Karl-Franzens-Universität Graz und der Medizinischen Universität Graz mit der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Nasenmikrobiom und dem Geruchssinn. Die aktuell in "Scientific Reports" veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass die Mikrobiomzusammensetzung mit dem Geruchsinn korreliert.

Selbstmanagement und soziale Kontakte lindern chronische Schmerzen (27.1.18)
Jeder vierte Österreicher leidet unter chronischem Schmerz. Das hat eine im Herbst 2017 veröffentlichte Studie von Sozialmedizinern der MedUni Wien gemeinsam mit Kooperationspartnern ergeben.

Kombinationstherapie mildert Mukoviszidose (26.1.18)
Zähflüssig - so werden Körpersekrete bei Mukoviszidose (Cystische Fibrose). Denn bei dieser Erkrankung funktionieren bestimmte Kanäle in Zellwänden nicht und der Strom der Chloridionen ist gestört. Dieser Basisdefekt tritt aufgrund von Mutationen eines bestimmten Gens mit dem Namen CFTR auf. Zu den zahlreichen Folgen zählt, dass die Lunge nicht mehr ausreichend funktioniert und es bei den Betroffenen zu ständigem Husten, Atemnot, Infekten und Entzündungen kommt.

Monozyten haben viele Gesichter (25.1.18)
Wenn das Immunsystem seine Truppen mobilisiert, übernehmen Antigen-präsentierende Zellen eine wichtige Rolle. Sie können aus weißen Blutkörperchen (Monozyten) hervorgehen, die im Blut zirkulieren. Ein internationales Forscherteam unter Federführung der Universität Bonn hat diese wichtigen Helfer nun genauer untersucht. Dabei zeigte sich, dass es sich bei den von Monozyten abgeleiteten Zellen nicht um identische Abkömmlinge, sondern um ein sehr vielseitiges Gemisch handelt. Diese Erkenntnis ist wichtig für die Weiterentwicklung von maßgeschneiderten Immuntherapien zur Bekämpfung von Tumorzellen. Die WissenschaftlerInnen stellen ihre Ergebnisse nun im renommierten Fachjournal „Immunity“ vor.

MS-Medikament Ocrelizumab erhält EU-weite Zulassung (23.1.18)
Für PatientInnen mit schubförmiger MS (RMS) und primär progredienter MS (PPMS) hat die EU Anfang Jänner 2018 den von Roche entwickelten Wirkstoff Ocrelizumab zugelassen. Damit erhalten Erkrankte Zugang zu einer neuen Therapieoption. Im Falle von PPMS ist Ocrelizumab sogar das erste und einzige in der EU zugelassene Medikament.

Autophagie löst Autoimmunerkrankungen aus (22.1.18)
Durch Autophagie bauen Zellen ihre eigenen Bestandteile ab und verwerten diese. UZH-Forschende zeigen nun, dass Autophagie in bestimmten Abwehrzellen dazu führt, dass das Immunsystem körpereigene Bestandteile des zentralen Nervensystems angreift. Dank den Erkenntnissen suchen die WissenschaftlerInnen nach neuen Ansätzen, um Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose zu behandeln.

MedUni Wien entwickelt weltweit ersten Impfstoff gegen Gräserpollen (20.1.18)
Rund 400 Millionen Menschen weltweit leiden in irgendeiner Form unter ein Allergie gegen Gräserpollen (Rhinitis) – mit den üblichen Symptomen wie Schnupfen, Husten und schweren Atemproblemen.

Wie aus Gerüchen Langzeiterinnerungen werden (20.1.18)
Welche Bereiche des Gehirns dafür verantwortlich sind, dass ein Geruch als Langzeiterinnerung abgespeichert wird, haben die Bochumer Neurowissenschaftlerinnen Dr. Christina Strauch und Prof. Dr. Denise Manahan-Vaughan untersucht. Manche Düfte können Erinnerungen an lange zurückliegende Erlebnisse triggern.

Darf die militärische Neurotechnologie verboten werden? (19.1.18)
Ethiker der Universität Basel haben speziell für den Bereich der Neurotechnologie ein Rahmenkonzept erarbeitet, das zum Schutz vor einer missbräuchlichen militärischen Nutzung beitragen soll.

Enzym Aurora A sichert die richtige Zellteilung (19.1.18)
WissenschaftlerInnen um die Zellbiologin Dr. Esther Zanin, die eine Emmy Noether-Gruppe am Biozentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) leitet, haben nun ein Signalweg identifiziert, der eine falsche Positionierung des Proteinrings verhindert. Über ihre Ergebnisse berichten sie im Fachmagazin Journal of Cell Biology.

Gekrönte Häupter für die DNA-Aufnahme (18.1.18)
ForscherInnen von Goethe-Universität und Max-Planck-Institut entdeckten, wie Bakterien DNA aufnehmen und zu Überlebenskünstlern werden.

Charité hat in Deutschland die meisten Organspender (18.1.18)
Rund 10.000 Patienten hoffen in Deutschland auf ein Spenderorgan. Für sie ist eine Transplantation die einzige Möglichkeit zu überleben oder ihre Lebensqualität deutlich zu verbessern. Hierfür braucht es Menschen, die ihre Organe nach dem Tod zur Verfügung stellen.

Weihrauch liefert gute Ergebnisse bei MS-Behandlung (17.1.18)
Eine mehrjährige Studie (SABA Studie) unter der Leitung von Dr. Klarissa Stürner, Oberärztin in der Klinik für Neurologie des UKSH, Campus Kiel ging der Frage nach, ob die Testung eines standardisierten Weihrauchextraktes als Therapie bei schubförmiger Multipler Sklerose eine Therapieoption ist.

Magenbypass und Schlauchmagen wirken bei Adipositas ähnlich (17.1.18)
In der Schweiz werden jährlich 5.500 Operationen wegen starkem Übergewicht durchgeführt. Dabei schneiden der Magenbypass und der Schlauchmagen ähnlich ab: Die PatientInnen verlieren dabei langfristig etwa zwei Drittel ihres Übergewichts, wie Forschende der Universität Basel am St.Claraspital im "Journal of the American Medical Association" (JAMA) berichten. Bei Magensäurereflux zeigt der Bypass klar bessere Resultate.

Bakterien holen sich Resistenzen bei der Konkurrenz (16.1.18)
Bakterien entwickeln nicht nur selbst Antibiotika-Resistenzen, sie holen sich solche Resistenzen auch von ihren Konkurrenten. Forscher vom Biozentrum der Universität Basel konnten nun in einer aktuellen Studie in "Cell Reports" zeigen, dass einige Bakterien ihren Konkurrenten einen Giftcocktail injizieren, der diese zerplatzen lässt. Die dabei freigesetzte Erbinformation, die auch Resistenzen enthalten kann, nimmt das Angreifer-Bakterium auf und wird so selbst resistent.

Neuer Therapieansatz gegen COPD (16.1.18)
ForscherInnen haben neue Wirkstoffkandidaten gegen COPD, gefunden. Die bislang nicht heilbare Krankheit ist eine der häufigsten Todesursachen weltweit und wird meist durch Rauchen ausgelöst. Zwei anti-entzündliche Substanzen erwiesen sich in den aktuellen präklinischen Studien als wirksamer als bislang verwendete Präparate. Die Ergebnisse sind im Journal of Allergy and Clinical Immunology erschienen.

Kühle und emotionslose Persönlichkeitszüge in der Gehirnstruktur von Jungen (15.1.18)
Bei Jungen gehen kühle und emotionslose Persönlichkeitszüge mit strukturellen Veränderungen im Gehirn einher, nicht aber bei Mädchen. Dies zeigt ein europäisches Forscherteam unter der Leitung der Universität Basel und der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel in einer Studie zur Gehirnentwicklung bei 189 Jugendlichen. Die Fachzeitschrift "Neuro Image Clinical" hat die Resultate veröffentlicht.

Wie Metallstrukturen helfen, Knochen zu heilen (15.1.18)
WissenschaftlerInnen am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in Kooperation mit dem Wyss Institute der Harvard Universität Boston gezeigt, wie mechanisch optimierte Biomaterialkonstrukte, sogenannte Titan Mesh Scaffolds, die Knochenheilung maximal unterstützen. Das Wachstum von neuer Knochensubstanz ist insbesondere bei der Versorgung großräumiger Defekte von zentraler Bedeutung.

'Neuronales Rauschen' beeinflusst akustische Wahrnehmung (13.1.18)
Unser Gehirn steht niemals still. Auch in Situationen ohne erkennbare äußere Einwirkung feuern Tausende Neuronen in unterschiedlichen Teilen des Hirns, Neurowissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als Spontanaktivität oder sogar als „neuronales Rauschen“.

Computergestützte Gesichtsanalyse hilft der Diagnose (12.1.18)
Bei seltenen Erkrankungen kann die computergestützte Bildauswertung von Patientenporträts die Diagnose erleichtern und deutlich verbessern. Das stellt ein internationales Wissenschaftlerteam unter Federführung des Universitätsklinikums Bonn und der Charité – Universitätsmedizin Berlin anhand der so genannten GPI-Ankerstörungen unter Beweis.

Impftag 13. Jänner 2018: Wo geht die Reise hin? (12.1.18)
Der Österreichische Impftag 2018 am 13.1. 2018 steht unter dem Motto "Künftige Impfstoffe – Wo geht die Reise hin?“

Bei Postmenopausalem Mammakarzinom ist siebenjährige Therapie ausreichend (11.1.18)
Eine Standardbehandlung bei postmenopausalem Brustkrebs ist es, nach der chirurgischen Entfernung des Tumors fünf Jahre lang eine hormonelle (endokrine) Brustkrebstherapie zu verabreichen. Das Ergebnis der aktuellen Studie (ABCSG 16/S.A.L.S.A) der Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group (ABCSG) zeigt nun, dass danach die Fortführung der Therapie mit dem Aromatasehemmer Anastrozol um weitere zwei Jahre ausreicht.

Menschliches Schmerzmodel macht Schmerz verständlicher (11.1.18)
Jeder kennt Schmerzen, aber aus Sicht des Schmerzforschers ist das Phänomen wegen seiner Komplexität schwer zu erfassen. In der Titelgeschichte der weltweit führenden Fachzeitschrift "Pain" präsentieren ForscherInnen der Goethe-Universität, der Philips-Universität Marburg und der Fraunhofer-Projektgruppe für "Translationale Medizin und Pharmakologie" (TMP) einen neuen methodischen Ansatz: Sie haben an gesunden Probanden eine Fülle von Schmerzdaten gesammelt und mithilfe von maschinellem Lernen erfolgreich strukturiert.

Einladung zum Patientenforum Allergie am 27. Jänner in München (11.1.18)
Am Samstag, 27. Jänner 2018, findet das erste „Patientenforum Allergie“ in München statt. Unter dem Motto "Ernährung und Haut im Fokus – Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis" erläutern ausgewiesene Experten den aktuellen Wissensstand zur Behandlung und Diagnose dieser allergischen Erkrankungen.

Entzündungsmechanismen verstärken Alzheimer-Erkrankung (10.1.18)
Laut einer im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie treiben Entzündungsmechanismen grundlegende Prozesse der Alzheimer-Erkrankung voran. Auslöser ist das Immunsystem des Gehirns.

Cholesterin-Kristalle behindern Reparatur im Zentralnervensystem bei MS (9.1.18)
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Zentralnervensystems, bei der Immunzellen fettreiche Myelinscheiden abbauen. Der Wiederaufbau intakter Myelinscheiden ist notwendig, damit sich Patienten von ihren Behinderungen erholen. Aber das Regenerationsvermögen nimmt mit dem Alter ab.

Zehn Millionen Euro für die Neurodermitis-Forschung im UKB (8.1.18)
Neuartige Präventions- und Behandlungsmethoden für an Neurodermitis Erkrankte erforscht das grenzübergreifende Forschungskonsortium „CK-CARE“ unter Koordination der Hautklinik des Universitätsklinikums Bonn (UKB). Tausende an Probanden ermöglichen die grundlegende Forschung für die Entwicklung individueller Therapien. Die Kühne-Stiftung fördert das Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit rund zehn Millionen Euro.

Neuer resistenter Tuberkulose-Erreger entdeckt (8.1.18)
Das Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universität Zürich identifizierte zwischen Februar und November 2016 einen multiresistenten Tuberkuloseerreger bei acht Flüchtlingen aus dem Horn von Afrika. Die Analysen lieferten den Anstoss für eine länderübergreifende Untersuchung und den Aufbau eines europaweiten Alarmsystems.

Hirnstimulation verbessert Therapieerfolg bei Dystonie (7.1.18)
WissenschaftlerInnen der Charité Berlin haben erstmals nachgewiesen, dass ein bestimmtes Hirnaktivitätsmuster mit der Schwere der Bewegungsstörung Dystonie sowie dem Behandlungserfolg der Tiefen Hirnstimulation zusammenhängt. Die Ergebnisse der Studie, die in Annals of Neurology* erschienen ist, können helfen, das Therapieverfahren noch bedarfsgerechter anzupassen und damit die Lebensqualität der PatientInnen entscheidend zu verbessern.

Migräne-Aura spiegelt Sehstörungen wider (6.1.18)
WissenschaftlerInnen des Dänischen Kopfschmerzzentrums, der Neurologie der Universität Kopenhagen und der Universitätsaugenklinik Magdeburg haben herausgefunden, dass verschiedene Aura-Symptome unterschiedliche Funktionsveränderungen im Gehirn widerspiegeln. Die Ergebnisse wurden in "Annals of Neurology" publiziert.

Wie sich Wunden bei Gefäßregeneration schließen (4.1.18)
Damit Blut ungehindert vom Herzen in unsere Organe und Gewebe fließen kann, muss die innerste Zellschicht der Arterien intakt sein. Ist dieses sogenannte Endothel verletzt, bilden sich Blutgerinnsel, und Herzinfarkt oder Schlaganfall können die Folge sein. ForscherInnen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun entdeckt, dass spezialisierte Reparaturzellen die Endothelwunden aufspüren und reparieren. Das Team um Professor Dr. Florian Limbourg aus der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen veröffentlichte seine Ergebnisse im renommierten Fachjournal "EMBO Molecular Medicine".

Neue S3-Leitlinie 'Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom' (3.1.18)
Neue S3-Leitlinie „Aktinische Keratose und Plattenepithelkarzinom der Haut“ unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) in der DKG ab sofort zur Kommentierung freigegeben.

Mechanismus der schnellen Signalübertragung von Nervenzellen entdeckt (3.1.18)
WissenschaftlerInnen des Exzellenzclusters NeuroCure an der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist es gelungen, den Mechanismus der schnellen Signalübertragung zwischen Nervenzellen aufzuklären. Die Arbeit, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Neuroscience veröffentlicht ist, zeigt, dass ein spezielles Eiweiß Brücken bildet und damit für die hohe Geschwindigkeit verantwortlich ist.

Wie Hirnregionen einander zuhören (2.1.18)
Neue Erkenntnisse zur Auditive Kognition zeigen, dass die Kommunikation von Hirnregionen untereinander den individuellen Hörerfolg massgeblich beeinflusst.

Protein STAT3 bekämpft Wirkstoffresistenzen in der Tumortherapie (2.1.18)
Chemiker der Universität Leipzig haben eine Substanz entwickelt, die ein wichtiges Protein bei der Krebsentstehung hemmt. Die neue Substanz mit der Bezeichnung "Erasin" wirkt gegen das Protein STAT3. Die klinische Hemmung dieses Proteins würde die Bekämpfung von Tumoren ermöglichen, die nicht mehr auf ein bestimmtes Antitumor-Medikament ansprechen. Die Studie wurde in "Scientific Reports" publiziert.

Kuscheltiere weisen bei Borderlinern auf Bindungsängste hin (1.1.18)
Kuscheltiere haben eine schützende und zugleich heilsame Wirkung: Sie spenden Wärme, Trost und Nähe. Und das nicht nur bei Kindern. WissenschaftlerInnen der Universität Ulm haben nun herausgefunden, dass insbesondere Borderline-Patientinnen eine intensive emotionale Bindung zu Kuscheltieren aufbauen. Diese helfen den Betroffenen dabei, ihre Gefühle zu regulieren. Leiden die Betroffenen verstärkt unter Bindungsängsten oder Depressivität, wird dieser Effekt noch deutlicher.