MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2017

MedAustria News von Juli 2017

Gute Ernährung bremst Sarkopenie (31.7.17)
Wenn Menschen im Laufe des Lebens körperlich schwächer werden, gilt das oft als harmlose Alterserscheinung, dabei leiden gut 50 Millionen alte Menschen starkem Muskelschwund mit funktionellen Einschränkungen.

Rolle von Membranfetten bei der Krankheitsentstehung (31.7.17)
ForscherInnen um Robert Ernst haben nun einen bisher unbekannten Mechanismus entdeckt, der die Aktivierung der UPR steuert: Eine Änderung der Membranfette setzt das Programm in Gang.

Europa im Kampf gegen Alkohol erfolglos (30.7.17)
Ein aktueller WHO-Bericht bringt es ans Licht: Europa hat den höchsten Alkoholkonsum und - naja, logisch! - die höchste damit zusammenhängende Krankheitslast in der Welt.

Mit Spinnenfäden gegen geschädigte Nerven (28.7.17)
Die goldene Radnetzspinne aus Tansania spinnt so starke Netze, dass tansanische Fischer diese zum Fischen verwenden. Ihre Spinnenseide ist reißfester als Nylon und viermal dehnbarer als Stahl und außerdem bis 250 Grad Celsius hitzestabil, extrem wasserfest und wirkt auch noch antibakteriell.

Frühgeborene haben kein erhöhtes Depressions-Risiko (27.7.17)
Sehr früh oder sehr leicht geborene Kinder leiden nicht grundsätzlich häufiger an Angst- und affektiven Störungen, etwa Depressionen, als reif geborene Kinder. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen und Forscher nach Analyse einer in Deutschland durchgeführten Längsschnittstudie. Sie widerlegen damit Annahmen aus früheren Studien, die ein generell erhöhtes Risiko für Depression und Angststörungen bei Frühgeborenen postuliert hatten.

100-Jährige sterben gesünder als 80-Jährige (26.7.17)
Sind Hundertjährige Vorbilder für gesundes und erfolgreiches Altern? Oder ist besonders hohes Alter untrennbar mit zunehmenden Erkrankungen verbunden? Welche Erkrankungen häufen sich bei Menschen, die 100 Lebensjahre und mehr erreicht haben?

Angeborene Lymphozyten stoppen rheumatoider Arthritis (23.7.17)
Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste Autoimmunerkrankung der Gelenke. Dabei kommt es zu einer chronischen Entzündungsreaktion, wobei körpereigene Abwehrzellen das Gelenk inklusive Knorpel und Knochen angreifen. Dieser Prozess hört spontan nicht auf.

Behandlung gegen Arachnophobie besiegt weitere Tier-Ängste (21.7.17)
Spinnen machen vielen Menschen Angst, und wer Angst vor Spinnen hat, fürchtet sich oft auch vor anderen Tieren wie Ratten, Schlangen oder Schaben. ForscherInnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) haben nun festgestellt, dass sich der Erfolg eines Konfrontationstrainings auch auf andere zuvor furchteinflößende Tiere auswirkt.

80% der RNA-Moleküle leben durchschnittlich nur zwei Minuten (17.7.17)
Eine Forschungsgruppe am Biozentrum der Universität Basel hat eine neue Methode entwickelt, um die Halbwertszeit von RNA-Molekülen zu messen. Dabei zeigte sich, dass gängige Methoden verzerrte Messergebnisse liefern und RNA-Moleküle durchschnittlich nur zwei Minuten leben, zehnmal kürzer als bislang angenommen. Die Ergebnisse sind jetzt im Fachjournal «Science Advances» veröffentlicht.

Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn spiegeln die Umwelt wider (16.7.17)
Die Forschungsgruppe von Prof. Sonja Hofer am Biozentrum der Universität Basel hat herausgefunden, wie unser Gehirn es schafft, Linien und Kanten in unserer Umwelt leichter wahrzunehmen. Nervenzellen, die auf verschiedene Abschnitte solcher Kanten reagieren, sind miteinander verknüpft und liefern sich gegenseitig Informationen. Das kann es dem Gehirn erleichtern, Objekte zu identifizieren. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt in "Nature" veröffentlicht.

Österreicher gehen täglich 5.351 Schritte (14.7.17)
Laut WHO sollten Erwachsene für einen gesunden Lebensstil täglich 10.000 Schritte gehen. Das Gros der Menschheit ist davon weit entfernt, wie Forscher der Universität Stanford (USA) in einer aktuellen Studie herausgefunden haben.

Buchrezension: Beneficial coercion in psychiatry?? (14.7.17)
Sollen Menschen, die an psychischen Erkrankungen leiden, auch gegen ihren eigenen Willen behandelt werden? Mit dieser Frage setzt sich ein im Juli 2017 im Mentis-Verlag erschienenes Buch auseinander, das ForscherInnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) herausgegeben haben. Es basiert auf den Ergebnissen einer internationalen Klausurwoche, die 2016 am RUB-Institut für Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin stattfand. NachwuchswissenschaftlerInnen unterschiedlicher Disziplinen hatten sich, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, untereinander und mit etablierten Forschern zu dem Thema ausgetauscht.

Glückshormon Dopamin steuert Immunabwehr (11.7.17)
Dringt ein Fremdstoff in unseren Körper ein, werden Antikörper gebildet, die den Eindringling erkennen und bekämpfen. In spezialisierten Bereichen der Lymphknoten, sogenannten Keimzentren, werden diese Antikörper für eine möglichst spezifische Immunantwort gegen Pathogene optimiert und die geeignetsten von ihnen selektiert.

'Warm glow' macht glücklicher (9.7.17)
Großzügigkeit macht Menschen glücklicher, während Menschen, die aus purem Selbstinteresse handeln, unglücklich sind. Bereits das feste Versprechen freigiebiger zu sein, löst eine Veränderung im Gehirn aus, die uns glücklicher macht. Dies belegen UZH-Neuroökonomen in einer neuen Studie.

Neues Medikament verdreifacht Lebenszeit bei myeloischer Leukämie (8.7.17)
Hoffnungsschimmer für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie: Ein internationales Konsortium unter Beteiligung von Onkologen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat eine neue, erfolgreiche Therapie entwickelt.

Hautmikrobiom: Vielfältige Mikroorganismen als tägliche Begleiter (4.7.17)
ForscherInnen der MedUni Graz und von Berkeley entdecken den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Archaeen auf der Haut mit dem Alter und der Hauttrockenheit.