MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2021

MedAustria News von Februar 2021

Zahnärztliche Restaurationen langlebiger machen (26.2.21)
Zahnärztliche Restaurationen, etwa Füllungen oder Kronen, beständiger machen – das wollen Forschende an der Charité Berlin und der Technischen Universität (TU) Berlin erreichen und hierfür Ansätze aus Materialwissenschaften und Zahnmedizin nutzen.

Rezeptorcluster können Zellbewegungen in gewünschte Richtung lenken (26.2.21)
Wenn wir riechen, schmecken, sehen oder wenn Adrenalin durch unsere Adern rauscht, werden diese Signale von unseren Zellen über eine bestimmte Gruppe von Empfänger-Proteinen empfangen, den sogenannten G-Protein-gekoppelten Rezeptoren. Diese geben die Signale ins Zellinnere weiter.

CAST-Seq-Methode soll Gentherapien sicherer machen (26.2.21)
Gentherapien werden bereits für die Behandlung angeborener Erkrankungen und in der Krebstherapie eingesetzt. Eine weitaus größere Zahl ähnlicher Therapien ist derzeit in der Entwicklung.

Modelle aus Ökonomie und Epidemiologie sollen Entscheidungsfindung verbessern (25.2.21)
Entscheidungen zu treffen, ist mit Risiken und Unsicherheiten verbunden. Gerade in Pandemie-Zeiten wird jedoch allgegenwärtig, wie komplex Entscheidungen sein können und wie viele Unsicherheiten aus verschiedenen Bereichen zusammenkommen.

Traumatologie und Orthopädie unter einem Dach vereinigt (24.2.21)
Während der Covid-19 Pandemie passieren viele Unfälle. Das Behandlungs-Know-how in diesem Bereich ist groß, Operationstechniken aus Innsbruck haben in OP-Sälen weltweit Einzug gehalten. Hohe Expertise gibt es auch in der Endoprothetik und der orthopädischen Kinder- und Tumorchirurgie.

Früherkennung der Gallengangatresie bei Kindern verhindert Transplantationen (24.2.21)
Viele Neugeborene sind in den ersten Lebenstagen von einer leichten Gelbsucht betroffen, die sich meistens von selbst wieder zurückbildet. Doch im Schatten kann sich eine Gallengangatresie entwickeln. Ein irreversibler Verschluss der ableitenden Gallenwege, der binnen weniger Wochen zu einer Zerstörung der Leber bei neugeborenen Kindern führt.

Placebos auch ohne Täuschung wirksam (22.2.21)
Als Scheinmedikamente ohne pharmakologische Wirkstoffe kommen Placebos in klinischen Studien häufig als Vergleichsgröße zum Einsatz. Dass sie überraschend starke Effekte erzielen können, selbst bei wissentlicher Einnahme, konnten Freiburger WissenschaftlerInnen in 13 Metastudien zeigen.

HIV -Virus-Capsid gelangt unversehrt in den Zellkern (22.2.21)
WissenschaftlerInnen des Zentrums für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg und des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie in Heidelberg (EMBL) ist es erstmals gelungen, das HI-Virus beim Transport in den Kern der infizierten Zelle abzubilden.

Fehlen eines Rezeptors im Immunsystem verursacht schwere Covid-19 Verläufe (22.2.21)
Die Interaktion zwischen dem Coronavirus SARS-CoV-2 und dem menschlichen Immunsystem beeinflusst maßgeblich den Verlauf und die Schwere der COVID-19-Erkrankung.

Auf den Genomdaten-basierende Krankheitsprävention (20.2.21)
In den letzten zwei Jahren hat das Institut für Medizinische Genetik und Angewandte Genomik des UniKlinikums Tübingen in dem Pilotprojekt „Genome First“ – unterstützt durch die Firma Illumina – die Genomsequenzierung und -Analytik erfolgreich in die klinische Diagnostik eingeführt.

Wirkmechanismus von Antidepressiva aufgeklärt (19.2.21)
WissenschaftlerInnnen des Uniklinikums Freiburg und internationalen KollegInnen haben nachgewiesen, dass Antidepressiva bei Nervenzellen an einer bislang unbekannten Stelle andocken und so ihre stimmungsaufhellende Wirkung entfalten.

Ischgl: Immunität auch nach acht Monaten stabil (18.2.21)
Nach einer ersten Antikörper-Studie der MedUni Innsbruck in der Gemeinde Ischgl im April des vergangenen Jahres, wurde die Immunantwort der IschglerInnen im November erneut getestet.

Mit Blutverdünnungsmittel gegen Covid-19 (18.2.21)
Bereits im Mai 2020 hatten Forschende des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) publiziert, dass COVID-19 in ungewöhnlich vielen Krankheitsfällen zu Thrombosen sowie Lungenembolien führt

Cholesterin-Stoffwechsel als Angriffspunkt im Kampf gegen Hepatitis-E-Viren (17.2.21)
Bei einer Hepatitis-E-Virus-Infektion kommt es zu einem Wechselspiel mit dem Cholesterinstoffwechsel. Eine Forschungskooperation unter Leitung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) fand heraus, dass niedrige intrazelluläre Cholesterinspiegel die Freisetzung des Virus begünstigen.

Wie Entzündungs-Signalmoleküle zur Krebsentstehung beitragen (17.2.21)
Ein Forscherteam der MedUni Wien unter der Leitung von Johannes A. Schmid am Zentrum für Physiologie und Pharmakologie, Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung, konnte eine bisher unbekannte molekulare Verbindung zwischen einem Signalmolekül der Entzündung und einem der wichtigsten Krebs verursachenden Gene identifizieren.

Mit 3D-Verfahren die Lunge besser verstehen (17.2.21)
Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Universitätsmedizin Mainz sowie vom HELIOS Universitätsklinikum Wuppertal der Universität Witten/Herdecke leiten ein internationales, multidisziplinäres Konsortium, das hochauflösende, 3D-Röntgenaufnahmen des menschlichen Körpers ermöglicht.

Versteckspiel kann zu höheren Medikamentenpreisen führen (17.2.21)
Bei der Festsetzung von Medikamentenpreisen handeln Behörden und Pharmafirmen oftmals geheime Rabatte aus, was den Zugang von Arzneimitteln für PatientInnen beeinträchtigen, zeigt eine Studie der UZH. Mittelfristig könnte dies zu steigenden Arzneimittelpreisen führen.

Neuartige Behandlungsmethode bei Leberkrebs erfolgreich präklinisch getestet (16.2.21)
Eine präklinische Studie am Uniklinikum Tübingen zeigt erfolgsversprechende Effekte bei durch nicht-alkoholischer Steatohepatitis (NASH) hervorgerufenem Leberzellkarzinom (HCC)

Traditionelle tansanische Ernährung beeinflusst Immunsystem positiv (14.2.21)
Tansanische Standtbewohner, haben ein stärker aktiviertes Immunsystem als ihre Mitmenschen auf dem Land. Dafür dürfte die unterschiedliche Ernährung verantwortlich sein: In den Städten ernähren sich die Menschen eher nach westlicher Art, in ländlichen Gebieten traditionell.

Neue App kann die eigene Persönlichkeit gezielt verändern (11.2.21)
Gewissenhaftigkeit oder Geselligkeit sind Erlebens- und Verhaltensmuster, die sich im Verlauf des Lebens verändern können und dabei meist langsam erfolgen. Man passt sich schrittweise den Anforderungen von Gesellschaft und Umfeld an.

Höhere Dunkelziffer an Kindeswohlgefährdungen während des Lockdowns (10.2.21)
Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Fälle von Kindeswohlgefährdungen in deutschen Kinderkliniken und Kinderschutzambulanzen im März und April 2020 zurückgegangen.

Virtual-Reality-App reduziert Akrophobie (10.2.21)
Forschende der Uni Basel haben eine Virtual Reality App für Smartphones entwickelt, um Akrophobie (Höhenangst) zu reduzieren.

Strategien der Natur für die Entwicklung neuer Wirkstoffe nutzen (10.2.21)
Die Dimerisierung (Anm.: Verknüpfung von zwei gleichen oder unterschiedlichen Molekülen) der menschlichen Neuropeptide Oxytocin und Vasopressin kann zu neuartigen pharmakologisch-wirksamen Molekülen führen.

COPSY- Studie bestätigt psychische Belastung von Kinder und Jugendlichen (10.2.21)
Die Lebensqualität und die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich in Deutschland im Verlauf der Corona-Pandemie weiter verschlechtert. Fast jedes dritte Kind leidet ein knappes Jahr nach Beginn der Pandemie unter psychischen Auffälligkeiten.

Disulfidbrücken entstehen parallel zur Synthese des Proteins in der Zelle (10.2.21)
Chemische Bindungen innerhalb des Augenlinsen-Proteins Gamma-B-Kristallin halten das Protein zusammen und sind deshalb wichtig für die Funktion des Eiweißes in der Linse.

Empfehlungen zur Corona-Impfung bei MS (9.2.21)
Drei Impfstoffe sind mittlerweile in der EU zur Bekämpfung von Covid-19 zugelassen. Was bei einer Corona-Impfung während einer MS-Therapie zu beachten ist, hat die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) in Zusammenarbeit mit dem Krankheitsbezogenen Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) zusammengefasst.

Mit Metta-Meditation Traumatisierungen bekämpfen (9.2.21)
Mehr als jeder zweite Mensch erlebt im Laufe seines Lebens ein traumatisches Ereignis wie einen schweren Verkehrsunfall, körperliche oder sexuelle Gewalt. Als Folge können sich unterschiedliche psychische Störungen wie eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Depressionen oder Angststörungen entwickeln.

Embryonalentwicklung in Zellkultur dargestellt (9.2.21)
Eine MHH-Forschungsgruppe kann erstmals mit menschlichen Stammzellen die frühe Herzentwicklung in der Zellkulturschale nachbilden

Skoliose konservativ oder operativ behandelbar (8.2.21)
Im frühen Stadium wird eine Skoliose, eine Verkrümmung an der Wirbelsäule von den Betroffenen meist nicht bemerkt, da sie noch keine Beschwerden verursacht. Die ersten Anzeichen sind eine schiefe Körperhaltung, die als "normal" empfunden wird, oder seltener Koordinationsprobleme.

Wirkmechanismus der SGLT2-Hemmer entdeckt (8.2.21)
SGLT-2-Hemmer sind zentrale Medikamente bei der Behandlung des Diabetes Mellitus. Ihre genauen Wirkmechanismen waren bisher allerdings noch unklar.

Moderne Krebsmedikamente wirken über kleinste molekulare Bewegungen (8.2.21)
Moderne immuntherapeutische Krebsmedikamente unterstützen einen natürlichen Mechanismus des Immunsystems, um das Wachstum von Tumorzellen zu unterbinden. Sie docken an einen bestimmten Rezeptor der Killer-Zellen an und verhindern deren Abschaltung durch die Krebszellen. Ein komplexer molekularbiologischer Vorgang, der bisher nicht im Detail nachvollziebar war.

Bessere Prognose bei Einsatz von Stroke-Einsatz-Mobilen (8.2.21)
Sie sind seit 10 Jahren in Berlin unterwegs: die Stroke-Einsatz-Mobile (STEMO). Die speziell ausgestatteten Rettungsfahrzeuge erlauben es, Menschen bei einem Schlaganfall schon am Einsatzort zu behandeln.

Neue Versorgungsformen in der Onkologie (4.2.21)
Das von LMU-MedizinerInnen und WissenschaftlerInnen gemeinsam mit der AOK Bayern und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns initiierte TARGET-Projekt wurde vom Innovationsfondsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) für eine vierjährige Förderung ausgewählt.

Mit Ultraschall Gehirnkrankheiten therapieren (4.2.21)
Ultraschall kann nicht nur als bildgebendes Verfahren eingesetzt werden. Mit gezielten Ultraschallimpulsen lässt sich eine Reihe an Gehirnerkrankungen, die bisher nur eingeschränkt therapierbar sind, punktgenau behandeln.

Corona-Virenwächter-Studie zeigt kaum Kinderinfektionen (3.2.21)
Im Rahmen der Münchner Virenwächter-Studie begleitete ein Team der Infektiologie der Kinderklinik am LMU Klinikum und Experten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vom Ende der Pfingstferien bis Ende Oktober 2020 in zwei Phasen die schrittweise Öffnung von zehn Städtischen Grundschulen und Kindergärten im Hinblick auf Covid-Infektionen.

Neue Therapie für an Colitis ulcerosa erkrankte Kinder (ab 6 Jahren) (2.2.21)
In Österreich sind zwischen 60.000 bis 80.000 Personen von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa betroffen. Die aktuelle Corona- Pandemie stellt vor allem für diejenigen, die an dieser unheilbaren Krankheit leiden, eine schwierige Zeit dar.

UV-C-Strahlung könnte Corona-Viren unschädlich machen (2.2.21)
Können UV-C-Strahlung Corona-Viren in der Luft unschädlich machen? Bereits nachgewiesen haben dies die Tübinger Virologen, wenn die Corona-Viren auf festen Oberflächen sitzen. Nicht jedoch für Viren in luftgetragenen Partikeln, also Aerosolen, die das öffentliche Leben in Deutschland nach wie vor stark einschränken.

„Lichterkette“ zeigt Erregungsweiterleitung an Neuronen (2.2.21)
Eine Art neuartiger molekularer Spannungssensor ermöglicht es, Nervenzellen bei der Arbeit zuzusehen. Das Prinzip der Methode ist schon länger bekannt.

Bakterien bekämpfen Amöben gemeinsam (2.2.21)
Zwei Bakterienspezies kooperieren chemisch miteinander, um Amöben abzuwehren, von denen sie eigentlich verzehrt werden. ForscherInnen aus Jena entdeckte diesen auf Zusammenarbeit basierenden Verteidigungsmechanismus von Bakterien.

Grazer Hirnforscher Christian Enzinger zum Professor für Neurologie berufen (2.2.21)
Mit Wirkung vom 01. Februar 2021 wurde der international renommierte Experte Univ.-Prof. Dr. Christian Enzinger, MBA für das Fach Neurologie an die Medizinische Universität berufen.

Bakterielle Infektion als Auslöser der ACLF ermittelt (2.2.21)
Die häufigste Todesursache von PatientInnen mit Leberzirrhose ist ein Akut-auf-chronisches Leberversagen (ACLF), bei dem die fortschreitenden Funktionsausfälle der vernarbten Leber nicht mehr ausgeglichen werden können (akute Dekompensation). In der Folge versagen Niere oder Gehirn