MEDAUSTRIA NACHRICHTEN
Gerätegestützte Therapieoptionen bei Parkinson häufig vernachlässigt
Derzeit leiden in Österreich rund 20.000 Menschen an Parkinson – viele davon nicht optimal therapeutisch versorgt, wie die aktuelle Umfrage „Leben mit Parkinson in Österreich“ zeigt. { Österreichische Parkinson-Gesellschaft (ÖGP}
Feierliche Inauguration von Annemarie Weißenbacher zur PMU-Rektorin
Die 43-jährige Viszeral- und Transplantationschirurgin Annemarie Weißenbacher wird ab 1. Jänner 2026 das Amt der Rektorin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) übernehmen. Die Inauguration fand am 23. März in den festlichen Räumen der Salzburger Residenz statt. {PMU}
Molekulare Signatur für aggressives Wachstum von Kopf-Hals-Tumoren entdeckt
Forschende der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und der Technischen Universität München haben die genetische Aktivität "knospender“ Karzinome des Kopf-Hals-Bereichs untersucht. {Genome Medicine, Volume 18, article number 43, 15. April 2026}
Innere Uhr lässt sich an einer Haarprobe ablesen
Ein Forschungsteam der Charité Berlin hat einen Test entwickelt, der den Chronotyp eines Menschen anhand seiner Haarwurzeln bestimmen kann. Er soll die Basis für die zirkadiane Medizin legen – also eine Medizin, die sich stärker an der inneren Uhr des Menschen orientiert. {Proc Natl Acad Sci U S A . 2026 Mar 31;123(13):e2514928123}
Digitale Erfassung des gesundheitlichen Befindens
Patienten regelmäßig zu ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität zu befragen, ist ein wichtiger Aspekt patientenzentrierter Medizin. Eine aktuelle Studie hat die technische und klinische Machbarkeit des Systems überprüft und bestätigt. Die Ergebnisse sind im „Journal of Medical Internet Research“ erschienen. { J Med Internet Res 2026;28:e79834}
Lebensstil als Schlüssel zum Healthy Aging
Anti-Aging-Versprechen gibt es viele, von Wundermitteln aus der Natur bis zu Hightech-Behandlungen. Doch die wirksamsten Strategien für gesundes Altern sind oft überraschend einfach. Was wir täglich essen, wie viel wir uns bewegen oder wie gut wir schlafen – viele kleine Entscheidungen beeinflussen, wie gesund wir altern. {MedUni Graz}
ÖPID bringt Polleninfo direkt zu Österreichs Top-Events
Rechtzeitig zum Start der großen Outdoor-Saison erweitert der Österreichische Polleninformationsdienst (ÖPID) sein Angebot um einen neuen, kostenlosen Service: die „Special Event-Seite“. {ÖPID}
Warum Menschen mit Typ-1-Diabetes auch an Zöliakie denken sollten
Menschen mit Typ-1-Diabetes sind häufiger von weiteren Autoimmunerkrankungen betroffen. Eine davon ist die Zöliakie – eine chronische Erkrankung des Dünndarms, die oft lange unentdeckt bleibt. {DDG}
Jedes zehnte Grundschulkind ist häufig einsam
Schon in der Grundschule gehört Einsamkeit für viele Kinder zum Alltag. Mehr als jedes dritte Kind fühlt sich manchmal einsam, rund jedes zehnte sogar oft oder immer. Das zeigen aktuelle Zwischenergebnisse der Studie „Inspire Youth“ mit Beteiligung von Prof. Dr. Susanne Bücker, Professorin für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H). {Universität Witten/Herdecke}
Systematische Nutzung von Patientenberichteten verbessert Beurteilung vieler Nebenwirkungen von Krebstherapien
Patient-Reported Outcomes (PROs) – von Patienten selbst berichtete Angaben zu Nebenwirkungen und Lebensqualität – sind in der Onkologie seit Jahren Bestandteil von klinischen Studien. {Lancet Oncol . 2026 Feb;27(2):233-242}
Grundlegend neuer Therapieansatz gegen Mukoviszidose
Ein winziger Antikörperbaustein könnte die Behandlung von Mukoviszidose grundlegend verändern: Forschenden ist es erstmals gelungen, einen sogenannten Nanobody zu entwickeln, der direkt in menschliche Zellen eindringt und den am häufigsten fehlerhaften Chloridkanal bei Mukoviszidose reparieren kann. {Nat Chem Biol 2026 Apr 17}
Ärztliche Empfehlung prägen HPV-Impfbereitschaft bei Erwachsenen
Das humane Papillomavirus (HPV) ist die weltweit häufigste sexuell übertragbare Infektion und kann verschiedene Krebserkrankungen auslösen. Eine vorbeugende HPV-Impfung ist sehr wirksam und wird in der Schweiz seit 2007 für Mädchen und junge Frauen im Alter von 11 bis 26 Jahren empfohlen {JAMA Netw Open . 2026 Mar 2;9(3):e262780}
Neuromodulative Therapie für Schmerzpatienten
Ein Gespräch mit Prof. Dr. Jan Vesper, Neurochirurg, President elect der International Neuromodulation Society (INS) und Past President der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation (DGNM) über „Schmerzschrittmacher“, die Kooperation von DGS, DGNM und INS – und was das für schwer chronisch Schmerzkranke bedeutet. { Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS)}
CFTR-mRNA-Therapie könnte gegen Mukoviszidose helfen
Es gibt immer noch Menschen mit Mukoviszidose, für die eine Therapie mit Modulatoren nicht möglich ist. Entweder, weil sie seltene CFTR-Varianten haben, bei denen die Modulatoren nicht wirken können oder weil sie die Modulatoren nicht vertragen. {Nature Nanotechnology volume 14, pages287–297 }
Influencer können ihre Follower krank machen
Influencer, die in sozialen Medien für verschreibungspflichtige Medikamente werben, sind eine Gefahr für die Gesundheit ihrer Follower. Davor warnen Forscher des Management Center Innsbruck (MCI), der Universität Wien und verschiedener Hochschulen in den USA in einem Beitrag für "JAMA Network Open". {BMJ 2025;391:e086061}
Neue Leitlinie garantiert hohe Behandlungsqualität bei Kinder-Schmerztherapie
In Deutschland leiden sieben Prozent der 8- bis 17-Jährigen – also etwa 500.000 Kinder und Jugendliche – an so starken andauernden oder wiederkehrenden Schmerzen, dass sie in ihrem Alltag und in der Schule stark eingeschränkt sind. {Deutsche Schmerzgesellschaft}
80 Prozent der Österreicher sind FMSE geimpft, dennoch steigen die Fallzahlen
Die 1976 erstmalig in Österreich zugelassene FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)-Impfung ist eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Eine aktuelle österreichische Studie im Fachmagazin Vaccine aus dem Vorjahr zeigt, dass Tausende schwere Krankheits- und Dutzende Todesfälle durch die Impfung zu verhindere wären. {Vaccine . 2025 Nov 14:66:127854}
Neuer Behandlungsansatz bei bakterieller Sepsis entdeckt
Eine Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz hat einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, mit dem das Immunsystem bakterielle Infektionen bekämpft. Das Team fand heraus, dass ein bestimmtes Protein, der sogenannte Ionenkanal PACC1, entscheidend dafür ist, dass Immunzellen Bakterien effektiv abtöten können. Fehlt das Protein, kommt es zu verstärkten Entzündungsreaktionen. {Proc Natl Acad Sci U S A . 2026 Apr 14;123(15):e2515768123}
MEDAUSTRIA ARCHIV
MedAustria Schwerpunkte
SELTENE ERKRANKUNGEN: 400.000 Menschen in Österreich betroffen
In Österreich sind ca. 400.000 Menschen (das entspricht 6 bis 8 % der Bevölkerung) von einer seltenen Erkrankung betroffen (zum Vergleich: das sind so viele Personen wie im Bundesland Vorarlberg leben). Innerhalb der EU leiden geschätzt 30 Millionen Menschen an einer seltenen Krankheit.
Als selten bezeichnet man Erkrankungen, die weniger als 5 von 10.000 Menschen betreffen. Von den ca. 30.000 insgesamt bekannten Krankheiten zählen 6.000 bis 8.000 zu den seltenen Erkrankungen, über die Hälfte davon betreffen Kinder.
Seltene Erkrankungen verlaufen meist chronisch, oft fortschreitend, können lebensbedrohlich sein bzw. zu einer dauerhaften Invalidität führen. Rund 80 Prozent der heute bekannten seltenen Erkrankungen sind genetisch bedingt, also angeboren. Daher machen sich viele schon bei der Geburt oder im frühen Kindesalter bemerkbar, während sich andere erst im Erwachsenenalter entwickeln.
Merkmale Seltener Erkrankungen
* Chronisch, oft fortschreitend und lebensbedrohlich
* Über 50% betreffen Kinder, 80% sind genetisch bedingt
* Viele sind nahezu unbekannt, es gibt wenige Spezialisten
* Der Weg zur korrekten Diagnose beträgt oft viele beschwerliche Jahre
* Für die meisten Erkrankungen (über 95%) gibt es bisher keine spezifische Therapie
Durch die Seltenheit der Erkrankungen sind Betroffenen oft viele Jahre mit unklaren oder sogar falschen Diagnosen, fehlenden Therapien und begrenzter Unterstützung durch das Gesundheitssystem konfrontiert. Oft sind Spezialkenntnisse und interdisziplinäre Expertise notwendig. Nur wenige Ärzte bzw. Kliniken verfügen über das Wissen sowie die dafür notwendigen Strukturen und Ressourcen, um diesen Patienten entsprechend helfen zu können. Das führt bei den Patienten und ihren Familien zu großem Leid und psychischer Belastung.
Bis eine richtige Diagnose gestellt wird kann es oft viele Jahre dauern. Ca. 40% der Patienten erhalten mindestens eine Fehldiagnose in ihrem Leben.
Jede Seltene Erkrankung ist anders
Von einer einzelnen seltenen Krankheit sind nur sehr wenige Patienten betroffen. Der geringen Anzahl an Betroffenen steht jedoch die Mannigfaltigkeit der unterschiedlichen Krankheitsbilder gegenüber. Die Ursachen und Erscheinungsbilder seltener Erkrankungen sind äußerst heterogen und können praktisch alle Organsysteme betreffen – die Atemwege, die Haut, das blutbildende System oder das Nervensystem genauso wie den Stoffwechselbereich. Seltene Erkrankungen haben damit keine gemeinsamen Eigenschaften – außer der Seltenheit jedes einzelnen Leidens.
Lebensbedrohlich und sehr belastend
ca. 26% der betroffenen Patienten sterben, bevor sie das fünfte Lebensjahr erreicht haben
ca. 37% haben, abhängig von der Schwere der Erkrankung, eine reduzierte Lebenserwartung
nur ca. 37% haben eine normale Lebenserwartung
Schwierige und kostenintensive Medikamentenentwicklung
2020 hat die European Medicines Agency (EMA) 22 Arzneimittel zur Behandlung von Seltenen Erkrankungen zugelassen. Das bedeutet, dass rund ein Fünftel der jährlich neuen Medikamente in der EU Orphan Drugs sind. Damit stehen PatientInnen in der EU seit der 2000 in Kraft getretenen Orphan Drug Regulation 184 Medikamente für die Behandlung von seltenen Krankheiten zur Verfügung.
Was sind Orphan Drugs?
Seltene Erkrankungen haben nicht immer die Aufmerksamkeit erhalten, die ihnen Mediziner und Therapie-Entwickler heute widmen. Aus dieser Zeit stammt der Begriff Orphan Diseases für „verwaiste Krankheiten“ und Orphan Drugs für Medikamente zu ihrer Behandlung.
Wendepunkt im Jahr 2000
Das Orphan Designation Programm der EU (Europäische Verordnung über Arzneimittel für Seltene Erkrankungen (EG) Nr. 141/2000) unterstützt seit dem Jahr 2000 Biotech- und Pharmaunternehmen mit Förderungen und anderen Incentives wie zum Beispiel reduzierten Zulassungsgebühren sowie einer 10-jährigen Marktexklusivität bei der Entwicklung von Therapien gegen Seltene Erkrankungen. Dazu muss ein Antrag auf Zuerkennung des Orphan-Drug-Status (= Designation) bei der EMA erstellt werden, der zu jedem Zeitpunkt der Entwicklung vor dem Antrag auf Zulassung gestellt werden kann.
In den Jahren 2000 bis 2019 wurden 3.443 Anträge auf Erteilung des Orphan-Drug-Status gestellt. 2.233 davon erhielten die Zuerkennung, von denen bislang wiederum nur 164 die Zulassung als Orphan Drug erreichten.
Diese Zahlen spiegeln einerseits die intensive Forschungs- und Entwicklungsaktivität wider. Die Anzahl der Zulassungen (169 von 2.233) zeigt aber auch, wie wenige Projekte schlussendlich zu einem neuen am Markt erhältlichen Orphan Drug führen und machen deutlich, dass die Forschung in diesem Bereich besonders aufwändig und risikoreich ist.
Welchen Nutzen müssen Medikamente gegen Seltene Erkrankungen erfüllen
Ein Medikament erhält den Orphan Drug-Status nur dann, wenn es sich um Arzneimittel für eine seltene schwere oder tödliche Erkrankung handelt, noch keine zufriedenstellende Therapieoption (zufriedenstellende Methode für die Diagnose, Verhütung oder Behandlung) für das betreffende Leiden zugelassen ist, oder es im Vergleich zur vorhandenen Therapie voraussichtlich einen „erheblichen Nutzen“ aufweist - einen klinisch relevanten Vorteil oder einen bedeutenden Beitrag zur Behandlung von Patienten.
Dieser „erhebliche Nutzen“ wird dreimal überprüft: Bei der Beantragung des Status durch den Hersteller in der Entwicklungsphase bei der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA), bei der Marktzulassung und fünf Jahre danach. Sollten diese Kriterien nicht mehr erfüllt sein, so wird dem Arzneimittel der Orphan Drug-Status aberkannt. Die oben genannten Kriterien müssen nicht anstatt, sondern zusätzlich zur Zulassung erfüllt werden.
Forschung ist die beste Medizin
Eine Therapiemöglichkeit ist gerade für Patienten mit Seltenen Erkrankungen und ihre Angehörigen grundlegend lebensverändernd. Auch wenn die Anzahl der zugelassenen Orphan Drugs seit 2000 maßgeblich erhöht werden konnte, gibt es noch viel zu tun, denn für die meisten Seltenen Erkrankungen gibt es noch keine Therapie.
Die Entwicklung von Arzneimitteln ist jedoch ein langwieriger und kostenintensiver Prozess, der mit vielen Risiken verbunden ist. Durchschnittlich werden 5.000 - 10.000 Substanzen beforscht, damit letztlich eine als Arzneimittel zugelassen wird. Auch wenn die Erfolge der letzten Jahre
Herausfordernde Forschung
Auf Grund der geringen Anzahl an Patienten pro Erkrankung gibt es meist nur wenig Wissen und auch nur wenige Ärzte, die sich damit auseinandersetzen. Dadurch ist es sehr schwierig, geeignete Ansatzpunkte für die Entwicklung festzulegen, das Risiko, die falschen Parameter zu wählen, ist entsprechend hoch. Für klinische Studien muss in vielen Ländern nach einer ausreichenden Anzahl an geeigneten Patienten gesucht werden. Die Durchführung der Studien erfolgt jedoch nur an wenigen spezialisierten Zentren, sodass die Patienten regelmäßig weite Anreisen auf sich nehmen müssen.
Die Kosten der langjährigen Entwicklung müssen über wenige Patienten erwirtschaftet werden. Folglich muss der Preis für ein solches Arzneimittel höher sein als für ein Arzneimittel, das an einer großen Patientenzahl Anwendung findet.
Impfen: Prävention bedeutet Verantwortung
Anlässlich der in Österreich angerollten Grippewelle wurde heute von Bundesminister Rudolf Anschobereine Initiative zur Erhöhung der Durchimpfungsraten innerhalb der Bevölkerung bis Mitte 2020 angekündigt.
Influenza, auch „echte Grippe“, ist in Österreich näher und dadurch aktuell in Österreich auch problematischer als das Coronavirus. Derzeit weisen zehntausende Menschen in Österreich Grippe oder grippeähnliche Erkrankungen auf. Fast jedes Jahr kommt es in den Wintermonaten zu einer starken Influenza-Ausbreitung, bei der sich Zehntausende anstecken. Influenza ist hochansteckend und wird sowohl durch Tröpfchen (Niesen oder Husten) als auch über direkten Kontakt von infizierten Personen weitergegeben. In der vorigen Grippesaison starben in Österreich nach Expertenschätzungen über 1.000 Menschen an den Folgen der Grippe.
Gesundheitsminister Anschober: „Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus in Österreich ist derzeit gering und wir sind gut auf eine allfällige Ausbreitung des Virus vorbereitet. Derzeit gibt es in Österreich keine bestätigten Fälle. Österreichs Gesundheitsbehörden sind mit den relevanten Gremien im Rahmen der WHO- und der EU- Mitgliedschaft ausgezeichnet vernetzt und in permanenter Abstimmung. Die echte Grippe ist aktuell bei uns viel näher und gefährlicher als das Coronavirus, man kann sich aber schützen. Den wirksamsten Schutz bietet die Influenza-Impfung – auch während der Grippesaison.“
Eine Influenzaimpfung ist sowohl vor, als auch während der Saison sinnvoll. Da sich Influenzaviren ständig verändern, ist eine jährliche Influenza-Impfung mit angepassten Impfstoffen nötig. Durch die Impfung wird das Ansteckungsrisiko verringert und damit werden indirekt auch Menschen geschützt, die aus gesundheitlichen oder altersbedingten Gründen (noch) nicht geimpft werden dürfen.
BM Rudolf Anschober: „Die Grippe-Impfung ist die bewährteste Methode im Kampf gegen die Krankheit und auch zeitlich ist es jetzt noch sinnvoll, sich impfen zu lassen. Grundsätzlich ist die Influenza-Impfung für alle Personen ab dem vollendeten 6. Lebensmonat empfohlen, insbesondere für Ältere, chronisch Kranke, Personengruppen mit anderen Risikofaktoren und Personal im Gesundheitswesen. Laut Schätzungen liegt die Durchimpfungsrate für Influenza in Österreich unter 10 %. Generell muss es daher ein Ziel Österreichs sein, die Impfquote zu erhöhen. Für den nächsten Winter bereiten wir daher Initiativen für eine Anhebung der Impfquote vor.“
WHO erklärt Coronavirus-Epidemie zur internationalen Notlage.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte die Coronavirus-Epidemie zur internationalen Notlage. Aufgrund der Neuartigkeit des Virus, bestehen derzeit noch große Unsicherheiten über Übertragbarkeit, Ansteckbarkeit und die Wirksamkeit von Präventionsmaßnahmen.
Ein Team des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation wurde von der WHO beauftragt evidenzbasierte Zusammenfassungen von Studien zu erstellen. Somit kann die WHO Entscheidungen auf belastbare Fakten stützen.
Forschungsteam Donau Uni Krems
Gerüchte und Fehlinformationen über das Coronavirus verbreiten sich rasant. Die WHO zeigte sich aufgrund ihrer Masse besorgt. Um Fehlinformationen entgegenzuwirken, erstellt die WHO Empfehlungen, die das beste verfügbare Wissen einbeziehen. Um diese Arbeit zu unterstützen bat die WHO unter anderem Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation, ein Rapid Response Team zu bilden.
Das Rapid Response Team, ein sogenanntes Notfallteam, besteht aus zehn wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und Studierenden. Es unterstützt die WHO, indem es Studien und Berichte zu Fragen über das Coronavirus sichtet und diese innerhalb von 24 Stunden analysiert und zusammenfasst.
Cochrane Österreich
"Bei neuartigen Erkrankungen und unsicherer Wissenslage blühen Verschwörungstheorien und Falschinformationen. Information für Entscheidungsträger und die Bevölkerung aufzubereiten und zu prüfen ist das Spezialgebiet des Departments und unsere jahrelange Erfahrung macht uns zu ExpertInnen auf diesem Gebiet. Daher werden wir alles tun, um die WHO bei Entscheidungen bestmöglich zu unterstützen“, so der Departmentleiter und Direktor von Cochrane Österreich, Gerald Gartlehner.
Kongresshighlight Radioonkologie auf der DEGRO 2019
Vom 13. bis 16. Juni 2019 findet in Münster die 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) statt.
Zur Eröffnung des diesjährigen Kongresses wird Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (MdB) in der westfälischen Universitätsstadt erwartet. Damit verleiht er seiner Wertschätzung für das Fach als eine der wesentlichen Säulen der Onkologie besonderen Ausdruck und würdigt gleichzeitig den Beitrag der DEGRO zur besseren Versorgung von Krebs-Patienten.
Mit seinem Besuch der DEGRO-Jahrestagung 2019 setzt Minister Jens Spahn einen neuen Impuls zur Umsetzung der ambitionierten Ziele der „Nationalen Dekade gegen Krebs“. Sie wurde im Januar dieses Jahres vom Bundesforschungsministerium (BMBF) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und zahlreichen weiteren Partnern wie Fachgesellschaften, Krankenkassen und Verbänden gestartet, um gemeinsam für eine starke Krebsforschung zu arbeiten.
Im Vorfeld des DEGRO-Kongresses erklärte Spahn: „Alle Menschen mit der Diagnose Krebs ̶ pro Jahr sind in Deutschland rund 480.000 Personen damit konfrontiert ‒ sollen darauf vertrauen können, auf dem neuesten Stand des medizinischen Wissens und der Forschung therapiert werden zu können. Deshalb setzen wir alles daran, in der Krebsbekämpfung noch effektiver zu werden. Mit der Dekade gegen Krebs wollen wir dafür jetzt einmal mehr alle Forschungskräfte mobilisieren.“ Für Jens Spahn kommt es vor allem darauf an, dass Forschungsergebnisse noch schneller für die Versorgung der Patientinnen und Patienten genutzt werden können.
Die Krebsforschung soll, so das übergeordnete Ziel der Nationalen Dekade gegen Krebs, besonders in den Bereichen Prävention, Früherkennung, Diagnostik und innovative Therapien weiter gestärkt und zielgerichtet vorangetrieben werden. Mit welchen Intentionen das seitens des Bundesministeriums für Gesundheit umgesetzt werden soll und welchen Betrag die einzelnen Partner leisten können, wird für alle, die in Münster bei der Eröffnungsveranstaltung des DEGRO-Kongresses am 13. Juni um 17.00 Uhr dabei sind, zu erfahren sein.
Die Schlagworte der DEGRO-Jahrestagung 2019 „Qualität, Vernetzung und Sichtbarkeit” bringen für Bundesgesundheitsminister Spahn die mit einer zeitgemäßen Krebstherapie verbundenen Erwartungen zum Ausdruck: Beste Patientenversorgung nach von der DEGRO erstellten Leitlinien, Vernetzung als eine der Voraussetzungen für den Erfolg einer Tumorbehandlung und Sichtbarkeit für die Strahlentherapie als ein wichtiges, jedoch in der Öffentlichkeit oft zu wenig präsentes Element der Krebsbehandlung. Der Minister greift damit die für die Radioonkologie aktuell relevanten und im Rahmen der Jahrestagung adressierten Themen auf: Qualitätssicherung, Interdisziplinarität sowie Information und Aufklärung in der Öffentlichkeit. Dabei betont Spahn die Wichtigkeit der Interdisziplinären Onkologischen Versorgung, in der die RadioOnkologie eine ganz zentrale Säule darstellt.
Frau Univ.-Prof. Dr. Stephanie E. Combs, Pressesprecherin der DEGRO und Direktorin der Klinik für RadioOnkologie und Strahlentherapie an der Technischen Universität München (TUM) sieht die enge Kooperation zwischen allen Fächern der Onkologie sowie den konstruktiven Diskurs mit den Onkologischen Fachgesellschaften und den Vertretern der Bundesregierung als eine wichtige transdiziplinäre Vernetzung. Denn Radioonkologie ist neben der Chirurgie und der medikamentösen Therapie, zu der vor allem die Chemotherapie und die modernen zielgerichteten Medikamente zählen, eine der wesentlichen Säulen der Onkologie und wird bei mehr als 70 % aller Tumorerkrankungen als präoperative, postoperative oder alleinige Therapieform eingesetzt. Mit vielfältigen modernen Therapiemethoden ist es heute möglich, die Behandlung einer Krebserkrankung optimal individuell zu gestalten und maximale Wirkung bei minimalen Nebenwirkrungen zu erreichen. Zur Qualitätssicherung ist die DEGRO als Fachgesellschaft an der Erarbeitung zahlreicher Leitlinien aktiv beteiligt. Eine multimodale Therapie, mit der heute viele Arten von Krebs-Erkrankungen bei Patienten aller Altersgruppen kurativ und palliativ behandelt werden, ist wie kaum ein anderes Fach geprägt durch interdsziplinäre Zusammenarbeit und Teamwork.
So werden zum Auditorium des diesjährigen Kongresses Strahlentherapeuten, Medizinphysiker, Strahlenbiologen, MTRA, MFA, Pflegende, Sekretärinnen und viele andere Berufsgruppen gehören, wie die Tagungspräsidenten Univ.-Prof. Dr. med. Hans Th. Eich, Münster, und Prof. Dr. med. Oliver Micke, Bielefeld, in ihrer Einladung ausdrücklich betonen. Die Tagung wird sich aber auch an Patienten, Angehörige und Interessierte wenden, die sich auf einem Patiententag am 16. Juni über die neuesten Entwicklungen und Innovationen dieses Faches informieren können.
Die wissenschaftlichen Schwerpunkte , die innovative Veranstaltungsformaten, hochkarätigen Referenten und die Anwesenheit des Bundesgesundheitsministers verleihen dieser 25. DEGRO-Jahrestagung 2019 eine besondere Attraktivität. Mit der Würdigung des Stellenwertes der Radioonkologie in der Eröffnungsveranstaltung möchte Jens Spahn allen Teilnehmern dafür danken, „dass sie dazu beitragen wollen, ein leistungsfähigeres Gesundheitswesen noch besser zu machen und Menschen mit einer Krebserkrankung zu helfen.”
125. Internistenkongress tagt ab heute im RheinMain CongressCenter
Heute eröffnet die DGIM ihren 125. Jahreskongress. Die Veranstalter erwarten vom 4. bis 7. Mai rund 8500 Teilnehmer im neu gebauten RheinMain CongressCenter
Ärzte und Wissenschaftler diskutieren hier neueste Erkenntnisse zu internistischen Erkrankungen. In 375 Sitzungen sowie 1215 Vorträgen und Postersitzungen referieren über 950 Experten.
Der Kongress tagte die vergangenen vier Jahre im Mannheimer Rosengarten und kehrt nun zurück nach Wiesbaden, dem Sitz der Fachgesellschaft und dem Ort des 1. Kongresses, der von Friedrich Theodor von Frerichs geleitet wurde. Auf das Jahr des 125. Internistenkongresses fällt auch sein 200. Geburtstagsjubiläum, das die DGIM mit dem Kongress begeht. Der DGIM-Vorsitzende Professor Dr. med. Claus F. Vogelmeier aus Marburg stellt der Jahrestagung der Internisten das Leitthema „Digitale Medizin – Chancen, Risiken, Perspektiven“ voran.
Medizin-Apps, digitale Krankenakten, selbstlernende Algorithmen zur Diagnosefindung oder personalisierte Medizin: Die digitale Revolution beginnt bereits jetzt, den Arbeitsalltag in der Medizin dramatisch zu verändern. Grund genug, die Digitalisierung mit ihren Perspektiven und Chancen, aber auch Risiken zum Hauptthema des 125. Internistenkongresses zu machen. Namhafte Experten informieren bei der Jahrestagung über wichtige Entwicklungen des Themenfeldes und laden zur Diskussion ein. „Es ist mir ein Anliegen, die Digitalisierung der Medizin in ihren verschiedenen Facetten zu zeigen und zu diskutieren, weder verherrlichend noch ablehnend. Es liegt in unserer Verantwortung als Mediziner, ihre Entwicklung zu steuern – sonst übernehmen das andere für uns“, sagt der Kongresspräsident.
Darüber hinaus erwartet die Teilnehmer ein bewährt umfassendes und relevantes Fortbildungsangebot mit 375 Sitzungen. Wie gewohnt folgt es dem interdisziplinären Grundgedanken der Inneren Medizin und stellt Verbindungen zu allen medizinischen Fachgebieten her. Schwerpunkte setzt Vogelmeier auf folgende Themen:
• Komorbidität/Multimorbidität
• Internistische Intensivmedizin
• Seltene Erkrankungen
• Nicht medikamentöse/nicht apparative Therapieverfahren
• Deutsche Zentren für Gesundheitsforschung
Als Pneumologe rückt Vogelmeier mit seinem Kongressteam dabei auch die Lungenerkrankungen in den Fokus und stellt unter anderem aktuelle Ergebnisse der vom Kongresspräsident geleiteten COSYCONET-Studie mit über 2.700 COPD-Patienten vor. Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass nicht medikamentöse Therapieverfahren wie Reha-Angebote oder Programme zum Rauchverzicht zu selten genutzt werden, obwohl sie für den Therapieerfolg entscheidend sind. Diese und weitere Themen diskutieren Experten in den Symposien und bei täglichen Pressekonferenzen von 11.30 bis 12.30 Uhr auf dem Internistenkongress.
Auch über das wissenschaftliche Programm hinaus hält der Kongress in diesem Jahr einige Highlights bereit: Anlässlich des 200. Geburtstagsjubiläums von Friedrich Theodor von Frerichs präsentiert die DGIM eine Ausstellung über sein Leben und Wirken, im RheinMain CongressCenter wird eine Kunstoase mit Werken aus der Wiesbadener „Artothek“ zu finden sein und über die gesamte Kongresszeit kommt ein Pflegeroboter im Bereich der DGIM-Lounge zum Einsatz. Am Rande des Kongresses warten zudem öffentliche Veranstaltungen auf die Bürger von Wiesbaden, darunter der Patiententag am 4. Mai 2019, die feierliche Abendveranstaltung anlässlich des Kongresses am Abend des 5. Mai 2019 und ein Science Slam am 6. Mai 2019.
50. DDG-Tagung
Die Dermatologie ist ein Fachbereich mit vielfältigen Überlappungen in andere medizinische Bereiche - die Kompetenz von HautärztInnen liegt im Verständnis der Pathogenese, in der Diagnostik und Behandlung der Haut sowie von STDs.
Grenzen und Auswirkungen der Selbstmedikation
Im anogenitalen Bereich (After und Geschlechtsteile) kann diese Beurteilung aufgrund der speziellen Terrainbedingungen zur diffizilen Herausforderung werden. Denn durch die lokale Feuchtigkeit stellen sich klassische Dermatosen in Struktur und Form etwas anders dar. Zudem verzögert sich der Zeitpunkt der ärztlichen Vorstellung durch das Schamgefühl der Patientinnen und Patienten. Die Betroffenen wenden zunächst verschiedenste „Hausrezepte“ an, die das Krankheitsbild häufig negativ beeinflussen. All dies beeinflusst das klinische Bild, sodass andere ärztliche Disziplinen auf die dermatologische Expertise angewiesen sind.
Fächerübergreifende Proktologie
Die meisten proktologischen Symptome sind direkt oder indirekt auf Hautveränderungen zurückzuführen, deren Verursachung auch der chirurgischen oder internistischen Beurteilung und Therapie bedarf. „Die Kenntnis der anatomischen Verhältnisse, der Krankheitsbilder und vor allen die Fähigkeit, mittels proktologischer Untersuchungen die Ursachen voneinander abzugrenzen und Ko-Faktoren zu berücksichtigen, wird von den Dermatologinnen und Dermatologen erwartet“, berichtet Dr. med. Gerhard Weyandt, Chefarzt und Leiter des Hautkrebszentrums am Klinikum Bayreuth.
Kernkompetenz der Dermatologie
Auf dem Gebiet der Proktologie kann die Dermatologie ihre Kernkompetenz beweisen, indem sie auch bei multifaktoriellen Krankheitsbedingungen, neben der korrekten Diagnosestellung, durch eine differenzierte lokale und gegebenenfalls systemische Behandlung Abheilung und Beschwerdefreiheit erzielt.
Folge von Wartezeiten in der Hautarztpraxis für die Proktologie
Die aktuellen dermatologischen Versorgungsstrukturen bringen für Patientinnen und Patienten mit proktologischen Beschwerden häufig lange Wartezeiten mit sich, die dem raschen Verlauf der Krankheitsbilder nicht gerecht werden. Als Begründung wird der hohe zeitliche und instrumentelle Aufwand für proktologische Untersuchungen bei unzureichender Vergütung genannt. Die Ausrichtung auf alternative dermatologische Schwerpunkte in der Weiterbildung und mangelnde Erfahrung bedingen zudem ein reduziertes Leistungsangebot von Hautarztpraxen für eine gesamtproktologische Beurteilung. Dies alles führt dann zu einer Weiterüberweisung an chirurgische oder internistische Fachkolleginnen und Fachkollegen, denen in Folge auch die Diagnostik und Therapie des dermatologischen Krankheitsbildes überlassen werden.
Mit der Zeit führt diese Entwicklung unweigerlich zum Verlust eines Kompetenzanspruchs des dermatologischen Fachgebietes im Teilbereich Proktologie und im nächsten Schritt konsequenterweise zum Verlust des Teilgebietes. In der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie machen sich bereits heute chirurgische, internistische und gynäkologische Fachkolleginnen und Fachkollegen zu Sachwaltern dermatologischer Problemstellungen. „Sollten solche Tendenzen auch andere Teilgebiete der Dermatologie erfassen, so würde dies einem sukzessiven Rückzug unseres Faches aus der medizinischen Versorgung gleichkommen und irgendwann die Frage nach Notwendigkeit und Bedeutung des Faches Dermatologie im gesamtmedizinischen Kontext stellen“, befürchtet Dr. Weyandt. Eine Entwicklung, die durch gute Weiterbildung und damit Kompetenzzuwachs sowie der Förderung des Interesses an der Proktologie zu vermeiden sei.
Deutsche Dermatologische Gesellschaft
Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft der deutschsprachigen Dermatologen mit mehr als 3.700 Mitgliedern. Sie ist gemeinnützig und fördert Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Dermatologie und ihrer Teilgebiete. Die DDG bemüht sich zudem um die Förderung der klinischen und praktischen Dermatologie, Allergologie und Venerologie sowie ihrer konservativen und operativen Teilgebiete. Hierzu dienen z. B. die Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen, insbesondere von wissenschaftlichen Kongressen sowie die Publikation von Tagungsberichten, die Anschubfinanzierung und Förderung von Forschungsvorhaben. Darüber hinaus fördert die DDG nationale und internationale Wissenschaftler sowie wissenschaftliche Einrichtungen im deutschsprachigen Raum durch die Vergabe von Forschungsgeldern sowie Stipendien.
Eröffnungsveranstaltung der 50. DDG-Tagung
Die Eröffnung der 50. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft zum Internationalen Tag der Hautgesundheit findet am 1. Mai 2019 von 18 bis 21 Uhr im Marshall Haus statt. Für weitere Auskünfte stehen die DDG-Geschäftsstelle und die DDG-Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.
Kongress-App zur DGK-Herbsttagung abrufbereit
Zur Herbsttagung und der Jahrestagung der Arbeitsgruppe Rhythmologie und der Arbeitsgruppe Interventionelle Kardiologie in Berlin bietet die DGK eine App für iPhone, iPad, Android Smartphones, Android Tablets und weitere mobile Devices an.
In der App finden Sie das vollständige Kongressprogramm mit Suchfunktion, einen Überblick über AGIK live Sitzungen, Akademiekurse, Basic-Science-Meeting und Grundlagen der Herz-Kreislauf-Forschung, den Text aller verfügbaren Abstracts, einen Lageplan aller Räumlichkeiten und Vieles mehr.
Erstmals können in diesem Jahr in den AGIK Plenums-Sitzungen über die App Fragen an die Vorsitzenden gerichtet und an TED-Abstimmungen teilgenommen werden.
Passwort
Aufgrund der Bestimmungen des Heilmittelwerbegesetzes ist die App mit einem Passwort versehen.
Das Passwort wurde allen Mitgliedern per E-Mail zugesandt und kann auch unter info@dgk.org angefordert werden.
DOG 2017 – Fortschritte in Forschung und Therapie
Deutsche Augenheilkunde setzt auf internationale Vernetzung: Mit mehr als 4.900 KongressteilnehmerInnen aus 63 Ländern ist die DOG 2017 erfolgreich zu Ende gegangen.
MedizinerInnen aus 63 Ländern fanden sich vom 28. September bis 1. Oktober 2017 in Berlin zusammen, um unter dem Motto „Deutsche Augenheilkunde international“ über Fortschritte in Forschung, Diagnostik und Therapie zu diskutieren. Zu den Kongress-Highlights zählten neben den Keynote Lectures englischsprachige Symposien, die mit internationalen Gesellschaften wie ESCRS, EURETINA, IIIC und zahlreichen weiteren gemeinsam veranstaltet wurden. Auch das neue Format „Tandems Basic/Clinical Science“ kam gut an.
Ein Signal in Richtung Internationalisierung zu setzen, war Ziel des diesjährigen Kongresses, auf dem 2.900 Fachteilnehmer zugegen waren. „Augenforscher aus Deutschland genießen weltweit nach wie vor einen hervorragenden Ruf“, stellt DOG-Präsident Professor Dr. med. Thomas Kohnen fest. „In der gezielten europäischen Vernetzung und Förderung liegt nun das Potenzial, diese Stellung auch in Zukunft weiter behaupten zu können“, fügt der Direktor der Klinik für Augenheilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt am Main hinzu. Wie das Symposium „Germany goes Europe: European Research Consortia with German participation“ aufzeigte, nimmt Deutschland in der ophthalmologischen Forschung aktuell Platz drei hinter den USA und Großbritannien ein – China holt jedoch rasant auf und bekleidet schon Rang vier.
Zu den Highlights zählten daher vor allem international besetzte, englischsprachige Symposien. So diskutierten IIIC, ESCRS und DGII über „IOL worldwide“ und „Hot Topics in Cataract & Refractive Surgery“, EURETINA und Retinologische Gesellschaft zum Thema „Age-related macular degeneration“ und Cornea Society und Sektion DOG-Kornea erörterten „Innovative conservative and microsurgical approaches to treat various types of corneal dystrophies“.
Auch die Keynote Lectures spiegelten das Kongress-Motto wider. Professor Martin Rohrbach, Preisträger des Von-Graefe-Preises der DOG, sprach in seiner vielbeachteten Vorlesung über Augenheilkunde im Spiegel der (deutschen) Geschichte. Professor Shigeru Kinoshita, vielfach ausgezeichneter Wissenschaftler aus Kyoto, stellte neue zellbasierte Transplantationsverfahren für schwere Hornhauterkrankungen vor, die erstmals eine Wiederherstellung der Augenoberfläche ermöglichen. Der renommierte US-Kataraktchirurg Professor Douglas Koch legte dar, wie sich die Genauigkeit der Vorhersagbarkeit der Kunstlinsenbrechkraft noch weiter verbessern lässt – die IOL-Implantation, ein Eingriff, der jährlich weltweit über 25 Millionen Mal vorgenommen wird. „Sowohl Kinoshita als auch Koch sind Cutting-Edge-Forscher, die international wichtige Impulse geben“, so Kohnen.
Neu auf der DOG 2017 war das Sitzungsformat „Tandems Basic/Clinical Science“. Dabei tauschten sich jeweils ein Grundlagenwissenschaftler und ein Kliniker zu einem innovativen Thema aus und beleuchteten dieses aus verschiedenen Perspektiven. „Dieser strukturierte Dialog erweitert den Blickwinkel, mit dem wir medizinische Neuerungen betrachten“, betont Kohnen. Darüber hinaus wurde in diesem Jahr die Zahl der interaktiven operativen Videobeiträge erhöht. „Sie sind sehr geeignet, die eigene Eingriffstechnik zu optimieren“, meint der DOG-Präsident.
Wie in den Jahren zuvor war der Zulauf zum kompakten Fortbildungsprogramm „DOG-Update – State of the Art“ erneut groß. Im fünften Jahr in Folge stellten Experten am Samstag und Sonntag in zehn Sitzungen die wichtigsten Veröffentlichungen der vergangenen Monate aus den verschiedenen Themenbereichen der Augenheilkunde vor. „Dieses Format ist für alle Teilnehmer besonders attraktiv, die eine umfassende Auffrischung ihrer Kenntnisse sowie konkrete Empfehlungen für Diagnostik und Therapie in Klinik und Praxis wünschen“, betont Kohnen.
Weitere Zahlen zur Bilanz der DOG 2017: Das Programm bot den teilnehmenden Augenärzten insgesamt 1.093 wissenschaftliche Beiträge und 259 Sitzungen – verteilt auf 55 Symposien, zehn Updates, 31 freie Vortragssitzungen, 36 Kurse, 33 Postersitzungen, drei Keynote Lectures. Komprimierte Informationen bot auch die Industrieausstellung*: 107 Aussteller präsentierten auf 2.113 Quadratmetern Fläche ihre Produkte, zudem fanden 19 Firmenveranstaltungen statt.
Auch das diesjährige Rahmenprogramm* wurde sehr gut angenommen. Großen Anklang fand das „DOG in Concert“, bei dem die musizierenden Ophthalmologen ihre klassischen Meisterwerke in diesem Jahr wieder in der Kreuzberger Passionskirche aufführten. Die Gelegenheit zum sportlichen Ausgleich wurde beim traditionellen Benefizlauf der Stiftung Auge ebenfalls intensiv genutzt – der Run verbuchte ein Rekordteilnahme. „Für viele Teilnehmer zählt der Austausch mit den Kollegen in einem informellen Rahmen neben dem fachlichen Input zu den Höhepunkten des Kongresses, das gilt auch für mich“, bilanziert DOG-Präsident Kohnen.
Der nächste DOG-Kongress findet unter der Präsidentschaft von Frau Professor Dr. med. Nicole Eter statt – die Direktorin der Universitäts-Augenklinik Münster hat das Motto „Ophthalmologie 4.0 “ gewählt. Erstmals tagt die DOG im kommenden Jahr vom 27. bis 30. September 2018 im World Conference Center Bonn. Erster Vizepräsident und damit Kongresspräsident 2018 wird Professor Dr. med. Claus Cursiefen, Direktor der Universitäts-Augenklinik Köln.
Neu in das Gesamtpräsidium gewählt wurden: Professor Dr. med. Hagen Thieme aus Magdeburg als Vertreter der augenärztlichen Leiter von Kliniken oder selbständigen Abteilungen an Universitäten oder Hochschulen, Frau Privatdozentin Dr. Andreea Gamulescu aus Regensburg als Vertreter der habilitierten ophthalmologischen Hochschullehrer, Professor Dr. Frank Tost aus Greifswald als Delegierter der Sektion DOG-Ophthalmologische und rekonstruktive Chirurgie und Privatdozent Dr. Philip Maier aus Freiburg als Delegierter der Sektion DOG-Gewebetransplantation und Biotechnologie.