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  Modell ermöglicht Überlebensprognose für HIV-Patienten in Afrika 21.7.10
Die Überlebenschance von HIV-Patientinnen und -Patienten in Afrika südlich der Sahara, die eine antiretrovirale Therapie (ART) beginnen, kann nun ermittelt werden

In Industrieländern existieren mehrere prognostische Modelle, um die Überlebenschance von HIV-Patientinnen und -Patienten beim Start einer antiretroviralen Therapie (ART) zu berechnen. Obwohl in Entwicklungsländern die Todesraten vor allem im ersten Jahr der Therapie weitaus höher sind, gab es bisher keine entsprechenden Vorhersage-Modelle für HIV-Infizierte in Afrika südlich der Sahara. Prognosen für Patienten, die eine antiretrovirale Therapie beginnen, sind wichtig für die klinische Entscheidungsfindung, um Patienten zu beraten sowie für die Planung von Gesundheitsversorgung und Behandlungsrichtlinien.
Die Forschergruppe um Matthias Egger vom Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern hat nun zwei neue prognostische Modelle entwickelt, um das Sterberisiko im ersten Jahr der Therapie in Afrika südlich der Sahara abzuschätzen. Die Wissenschaftler identifizierten Risikofaktoren für den Tod von Patienten zu Beginn der antiretroviralen Therapie in vier grossen Programmen in der Elfenbeinküste, in Südafrika und Malawi. Sie analysierten Daten von über 11’000 erwachsenen Patientinnen und Patienten, welche die Therapie zwischen 2004 und 2007 begonnen hatten.

Modelle mit und ohne CD4-Helferzellen
Anhand von statistischen Analysen wurde zuerst ein prognostisches Modell entwickelt, das auf fünf klinischen Vorhersage-Indikatoren beruht: der Anzahl bestimmter Abwehrzellen, die vom HI-Virus infiziert und zerstört werden (CD4-Helferzellen), dem klinischen Stadium, dem Körpergewicht, dem Alter und dem Geschlecht («CD4-Modell»). Da die Anzahl CD4-Zellen in vielen afrikanischen Kliniken nicht routinemässig gemessen wird, entwickelten die Forschenden zusätzlich ein zweites Modell. Dieses ersetzt die Zahl der CD4-Zellen durch die Gesamtzahl an Abwehrzellen (Totale Lymphocytenzahl) und die Hämoglobin-Konzentration im Blut. Blutarmut hängt mit einem schnellen Fortschreiten der Krankheit und hohen Todesraten zusammen – unabhängig von der Menge CD4-Zellen («Total Lymphocyten und Hämoglobin Modell»). Insgesamt lieferten beide Modelle ähnlich genaue Vorhersagen eines frühen Todes von Patienten, welche die Therapie starteten, verglichen mit den beobachteten Todeszahlen. «Beide Modelle wiesen eine gute Trennschärfe auf», sagt Matthias Egger. «Die Anzahl CD4-Zellen prognostiziert eine HIV-1-Infektion am besten, für Vorhersagezwecke ist sie jedoch durch die Hämoglobin- und Abwehrzellen-Werte ersetzbar, was die Kosten reduziert.»

Kontakt:
Prof. Dr. Matthias Egger
Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern
Finkenhubelweg 11, 3012 Bern
Tel. +41 (0)79 239 97 17
egger@ispm.unibe.ch
 

(red )

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