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  Buchrezension: Muskelverletzungen im Sport 9.7.10
Rund 35 Prozent aller Verletzungen im Fußball und etwa ebenso viele in der Leichtathletik betreffen die Muskulatur und sorgen so für zahlreiche Ausfälle im Profisport.

Aber auch bei Freizeitsportlern sind Muskelverletzungen keine Seltenheit. Ohne fachgerechte Behandlung können sie zu langwierigen Problemen führen. Das für die Diagnostik und Therapie notwendige Fachwissen war bislang nur Einzelpublikationen zu entnehmen. Mit dem Fachbuch „Muskelverletzungen im Sport“ (Georg Thieme Verlag, Stuttgart. 2010) von Dr. med. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Privatdozent Dr. med. Peter Ueblacker und Dr. med. Lutz Hänsel liegt jetzt die erste umfassende Monografie zum Thema vor.

Eine differenzierte Klassifikation – Voraussetzung für das Verständnis von Muskelverletzungen
Das Verständnis für die Entstehung von Muskelverletzungen ist die Voraussetzung für eine optimale Behandlung und damit die Vermeidung oder Minimierung von Ausfallzeiten im Profi- wie im Breitensport. Zu etwa 80 Prozent wird der Sportmediziner mit funktionellen Muskelstörungen konfrontiert, nur zu 20 Prozent mit Muskelfaser- oder Muskelbündelrissen. „Für Muskelverletzungen gab es bisher keine sinnvolle, allgemeingültige und praktikable Klassifikation, ja nicht einmal eine homogene Terminologie“, so Dr. Peter Ueblacker. „Aufgrund einer großen Unsicherheit werden viele Muskelverletzungen bislang falsch eingeschätzt.“ Mit einer neuen, umfassenden Klassifikation bieten die Herausgeber Sportmedizinern und Orthopäden eine einheitliche Grundlage für die Diagnose von Muskelverletzungen an.

Die genaue Untersuchung durch Ertasten – Grundlage für eine gesicherte Diagnose
Bei der Fußball-WM und im Profisport generell ist der betreuende Arzt im Verletzungsfall sofort zur Stelle. Freizeitsportler lassen Verletzungen häufig gar nicht oder erst mit zeitlicher Verzögerung behandeln. „Dabei erhöht die unmittelbare Erstversorgung deutlich die Chancen auf einen zügigen Heilungsprozess, die rasche Wiederaufnahme des Trainings und die erfolgreiche Teilnahme an Wettkämpfen“, erklärt Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Grundlage ist eine sichere Diagnose, denn Therapie und Behandlungsdauer variieren je nach Verletzung deutlich. Die wichtigste Untersuchungsmethode hierfür direkt am Unfallort, aber auch im weiteren Verlauf der Diagnosestellung ist die Palpation, das Ertasten der Muskelverletzung.

Mit der richtigen Therapie schnell wieder einsatzbereit
Bei Muskelverletzungen ist als erste Maßnahme die Kompression und Kühlung angezeigt. Unverzüglich gefolgt von einer heilungsfördernden Infiltrationsbehandlung. In Kombination mit einem Verband zur Muskelentlastung und Hochlagerung können Einblutungen und Entzündungsreaktionen verhindert oder zumindest minimiert und der Heilungsprozess damit beschleunigt werden. Neben der Erstversorgung und der schnellen Diagnosestellung profitieren verletzte Athleten vor allem von der kontinuierlichen und täglichen Behandlung durch das medizinisch-therapeutische Betreuungsteam. Regelmäßige Verlaufskontrollen ermöglichen bei Bedarf die Anpassung des Therapieplans. „Dementsprechend sind Profisportler in der Regel auch wesentlich schneller wieder voll einsatzbereit als ‚Normalsportler‘“, so Dr. Lutz Hänsel.

Hans W. Müller-Wohlfahrt, Peter Ueblacker, Lutz Hänsel
Muskelverletzungen im Sport
Thieme Verlag, Stuttgart; Auflage: 1., Aufl.
Gebundene Ausgabe: 410 Seiten
Größe und/oder Gewicht: 27,4 x 20,2 x 2,6 cm
ISBN-10: 3131467517
ISBN-13: 978-3131467515

 

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