MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2020

MedAustria News von September 2020

Patienten fürchten Zahnarztbehandlungen und deren Kosten (23.9.20)
In Deutschland werden jährlich (2018) zirka 1,3 Millionen Zahnimplantate gesetzt – enorme Kosten, wenn man bedenkt, dass ein einzelnes Implantat bis zu 3.500 EUR kosten kann und größtenteils vom Patienten selbst zu bezahlen ist.

Das Liebesleben der Deutschen und ihr Wissen über STI (23.9.20)
Die meisten Deutschen haben zwischen vier und fünf Mal im Monat Geschlechtsverkehr. Bei der Kommunikation über sexuell übertragbare Infektionen zeigt sich Unterstützungsbedarf: Viele Menschen sprechen darüber nicht offen mit ihren PartnerInnen oder ÄrztInnen.

Neue Plattform bewertet Gesundheits-Apps (21.9.20)
Qualitätsvolle mobile Health-Apps zu finden, ist für PatientInnen und TherapeutInnen wichtig. Daher entwickelte Thomas Probst von der Donau-Universität Krems in Kooperation mit der Uni Ulm und Würzburg die Mobile App Rating Scale“ (MARS) und die „Mobile Health App Database“ (MHAD).

Avatar ermöglicht chronisch kranken Kindern Teilnahme am Unterricht (21.9.20)
Um Problemen durch häufige schulische Abwesenheit vorzubeugen, könnten Telepräsenz-Systeme wie Avatare ein gutes Mittel sein.

Parkinson-Patienten wegen Covid-19 besonders gefährdet (17.9.20)
Parkinson-Patienten weisen als Begleiterkrankungen zahlreiche Risikofaktoren auf, die zu einem schweren Verlauf einer Covid-19-Infektion führen können. So lautet das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des Bochumer Universitätsklinikums, die im Fachjournal "Neurological Research and Practice" veröffentlicht wurde.

Sauerstoffmangel im Tumor begünstigt die Bildung von Metastasen (17.9.20)
Metastasen entstehen aus Krebszellen, die sich vom Primärtumor ablösen. Eine Forschungsgruppe der Universität Basel hat nun den Mangel an Sauerstoff als Auslöser für diesen Vorgang identifiziert.

Forscherteam untersucht bestimmte Biomarker für Schizophrenie (17.9.20)
Im sogenannten Hochrisiko-Stadium einer Schizophrenie können bestimmte Vorsymptome in Erscheinung treten: Verminderte Leistungsfähigkeit Angespanntheit, Gedächtnisprobleme, Stimmungsschwankungen mit depressiven Phasen sowie sozialer Rückzug.

Umprogrammieren von Hirnzellen ermöglicht flexibles Handeln (16.9.20)
Menschen wie Tiere haben die Fähigkeit, sich immer wieder auf neue Situationen einzustellen. Das Institut für Hirnforschung der Universität Zürich zeigt nun im Mausmodell, welche Nervenzellen im Gehirn hierbei das Kommando haben. Die Studie trägt so zum Verständnis von Entscheidungsprozessen bei gesunden und kranken Menschen bei.

Suchtexperten entwickelten Beratungsplattform zu Tabak und Alkohol (15.9.20)
Rauchen und Alkohol machen süchtig und sind gesundheitsschädlich. Um die Allgemeinbevölkerung zu sensibilisieren, entwickelten ForscherInnen der Sektion für Suchtmedizin und Suchtforschung an der Tübinger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie die neue Beratungsplattform "KonsumKontrolle".

Antibiotika bringen Darmmikrobiom aus dem Gleichgewicht (15.9.20)
Eine Behandlung mit Antibiotika beeinflusst das Mikrobiom im Verdauungssystem nachhaltig. Während sich die Bakterienflora innerhalb von 30 bis 90 Tagen nach Medikamentenbehandlung weitgehend regeneriert, verändert sich deren Wechselspiel mit den Pilzen, die ebenfalls den Darm besiedeln.

Ältere Menschen bevorzugen die eigenen vier Wände (15.9.20)
Im Alter zuhause wohnen: Das wünschen sich die meisten älteren Menschen. Entsprechend hoch ist der Bedarf an altersgerechten Wohnungen und massgeschneiderten Dienstleistungen für die Versorgung von älteren Menschen, die im eigenen Haushalt auf Unterstützung angewiesen sind.

Verbindung aus Calcium und Phosphat löst Entzündung bei Rheumapatienten aus (14.9.20)
WissenschaftlerInnen der Uni Leipzig haben entdeckt, dass Calcium im Zusammenspiel mit Phosphat starke Entzündungen bei Rheumapatienten auslösen kann. Die Erkenntnis eröffnet neue Therapieansätze bei rheumatischen und chronisch entzündlichen Erkrankungen.

Frühform der Multiplen Sklerose hat spezielles Muster (14.9.20)
Sie sind ungefähr so einfach zu finden wie die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen: eineiige Zwillinge, von denen einer an Multipler Sklerose (MS) erkrankt ist und der andere nicht.

Neues Implantat zur Behandlung von Mitralklappeninsuffizienz implantiert (14.9.20)
Bei der Mitralklappeninsuffizienz handelt es sich um eine der häufigsten behandlungsbedürftigen Herzklappenerkrankungen. Bei dieser Erkrankung schließt die Mitralklappe nicht mehr richtig, wodurch es zu einem Rückstau des Blutes im linken Vorhof kommt. Atemnot ist eine der schwerwiegenden Folgen.

Drei neue Erweiterungsstudien an der Med Uni Graz (14.9.20)
Mit drei berufsbegleitenden Erweiterungsstudiengängen folgt die MedUni Graz in der inhaltlichen Ausrichtung dem aktuellen Bedarf.

Mehr Gelassenheit in der Schwangerschaft unterstützt Kindergesundheit (11.9.20)
Eine Forschungsgruppe der Charité Berlin konnte nachweisen, dass sich das psychische Wohlergehen werdender Mütter während der Schwangerschaft positiv auf die neugeborenen Kinder auswirkt.

Wirkstoff Rapamycin kann Sarkopenie hinauszögern (9.9.20)
Mit der steigenden Lebenserwartung nehmen auch die typischen Alterskrankheiten zu. Dazu zählt unter anderem die Sarkopenie, der übermässige Muskelverlust im Alter.

Vitamin B1-Mangel könnte alkoholassoziierter Demenz hervorrufen (9.9.20)
Eine häufige Folgeerscheinung bei chronisch vermehrtem Alkoholkonsum ist eine Reduktion der kognitiven Leistungsfähigkeit, die bis zum Vollbild einer Demenz gehen kann. Wie das Gehirn durch den Alkohol geschädigt wird, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt.

Hepatitis-E-Viren in zehn Prozent von Schweinefleischproben nachgewiesen (8.9.20)
Das Hepatitis-E-Virus (HEV) ist eine Hauptursache der akuten Virushepatitis und kann bei bestimmten Patientengruppen Leberversagen auslösen. Übertragen wird der Erreger über rohes Fleisch und verunreinigtes Wasser.

Ziele der Beziehungspartner gleichen einander längerfristig an (8.9.20)
Was ein Partner in einer Zweierbeziehung vermeidet, möchte der andere auf Dauer ebenfalls vermeiden – und was eine Seite erreichen will, das will die andere auch.

Bestimmung individueller DNA-Varianten ermöglicht Therapie bei Polycythaemia vera (8.9.20)
Die "Polycythaemia vera" ist eine chronische, bösartige Erkrankung des blutbildenden Systems und wird durch Gabe von Interferon alpha-basierten Medikamenten vorwiegend mit anhaltendem Erfolg behandelt. Bei einigen Fällen gelingt dies aus bisher unklarer Ursache jedoch nicht.

Neue Software spürt negative Genveränderungen auf (8.9.20)
Oft ist es ein einziger Fehler im Erbgut, der eine schwere Erkrankung zur Folge hat. Doch weil zwei gesunde Menschen schon etwa drei Millionen Unterschiede in ihrem Erbgut aufweisen, ist es schwierig, die krank machende Abweichung zu entdecken und von einer harmlosen Genvariante zu unterscheiden.

Buchrezension: Hoch hinauf mit COPD (7.9.20)
Am 18. November 2020 ist wieder Welt-COPD-Tag mit der österreichweiten myCOPD-Challenge 2020 – heuer im Zeichen des Coronavirus und unter dem Motto ‚Hunderte Stufen zum Glück‘.

Großteil der COVID-19 Folgen ist reversibel (7.9.20)
Mit einer an der MedUni Innsbruck durchgeführten prospektiven Beobachtungsstudie zum Verlauf einer COVID-19 Infektion bei 86 hospitalisierten PatientInnen liegen nun erstmals Erkenntnisse zu möglichen Langzeitfolgen vor. Die entscheidenden Ergebnisse werden als „late breaking news" beim Kongress der European Respiratory Society (ERS) präsentiert.

Infoportal begleitet Kinder und Jugendliche in den Schulalltag (4.9.20)
In Zeiten der Covid-19-Krise möchte das Infoportal www.corona-und-du.info Kinder und Jugendliche stärken und sie vor psychischen Problemen schützen.

Günstiger Streifentest soll Testlücken bei Melioidose schließen (3.9.20)
WissenschafterInnen am Diagnostik- und Forschungsinstitut für Hygiene, Mikrobiologie und Umweltmedizin der Med Uni Graz haben gemeinsam mit der Firma Senova, dem Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) und Partnern von der Mahidol University in Bangkok einen neuen Schnelltest für Melioidose, eine lebensbedrohliche Tropenkrankheit, entwickelt.

Dem Ursprung und Wirken zirkulärer DNA auf der Spur (3.9.20)
Die Mechanismen der Krebsentstehung und des Voranschreitens der Krankheit noch besser zu verstehen, das hat sich ein Team um den Kinderonkologen Privatdozent Dr. Anton G. Henssen vorgenommen.

Regelmäßiges Haarefärben verursacht selten Karzinome (3.9.20)
Studien haben darauf hingewiesen, dass Personen die sich regelmäßig die Haare färben, ein höheres Krebsrisiko, insbesondere für Blasenkrebs sowie Brustkrebs, haben könnten. Haarfärbemittel enthalten bestimmte Chemikalien, die für diese aufgezeigten Zusammenhänge verantwortlich gemacht wurden.

Krebsforschungslauf 2020 findet unter besonderen Vorzeichen statt (3.9.20)
Unter dem Motto "Die Laufstrecke ist überall" wird der Lauf, der seit 2007 als gemeinsames Running-Event zur Förderung der Krebsforschung auf einem Rundkurs am Unicampus Altes AKH stattfindet, in diesem Jahr als „Distant Running“-Veranstaltung durchgeführt.

Rhythmuserhaltende Therapie verbessert Aussichten bei Vorhofflimmern (2.9.20)
PatientInnen mit neu diagnostiziertem Vorhofflimmern profitieren von einer frühen rhythmuserhaltenden Therapie. Das hat die Studie EAST – AFNET 4 herausgefunden, in der 2789 PatientInnen behandelt und fünf Jahre lang beobachtet wurden.

Oxytocin-Rezeptor als Ansatz für neue Wirkstoffe gegen Brustkrebs (2.9.20)
Oxytocin, weitläufig bekannt als das "Liebeshormon", reguliert viele Funktionen im Körper, darunter die Geburt, das Brustwachstum und das Stillen. Ein Team um Medizinchemiker Markus Muttenthaler von der Universität Wien präsentiert in einem Übersichtsartikel in "Oncogene" das derzeitige Wissen zur Rolle vom Oxytocin Signal System bei Brustkrebs.

Gesunde Ernährung beugt Hypertonie und Hyperlipidämie vor (1.9.20)
Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, Nüsse und Samen, Käse und Molkereiprodukte schützen vor Hirninfarkten, der Verzehr von rotem und verarbeitetem Fleisch hingegen erhöht (möglicherweise) das Risiko.

Buchrezension: Kommunikation mit Menschen mit Demenz (1.9.20)
Sie haben sich gerade um Ihre/n Angehörigen mit Demenz gekümmert. Jetzt verlassen Sie den Raum, um in der Küche das Essen vorzubereiten, doch plötzlich fängt Ihr/e Angehörige/r immer wieder an, nach Ihnen zu rufen. Dabei hatten Sie ihm/ihr doch genau erklärt, dass Sie das Essen vorbereiten müssen.

Demenz durch Behandlung eines Serotonin Rezptors bekämpfen (1.9.20)
Viele Demenzerkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Frontotemporale Demenz sind die Folge von Eiweißablagerungen in bestimmten Hirnregionen. Die Proteine sammeln sich dabei entweder direkt in den Nervenzellen oder außerhalb von Neuronen an.