MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2018

MedAustria News von Jänner 2018

20 Richtlinien für MS-Therapie veröffentlicht (31.1.18)
Seit 1993 kommen immer wieder neue Medikamente gegen die Krankheit auf den Markt. Sie alle sind mit Chancen und Risiken verbunden. Ein Überblick fehlte bislang.

51 neue Kandidatengene für Diabetes gefunden (30.1.18)
WissenschaftlerInnen haben ein Netzwerk aus Genen identifiziert, die eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Diabetes spielen könnten. Die Arbeit entstand federführend durch ein Team des Helmholtz Zentrums München sowie des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und ist in "Nature Communications" erschienen.

Helicobacter pylori-Infektionen verändern das Magenmilieu nachhaltig (29.1.18)
Die menschliche Darmflora ist höchst individuell zusammengesetzt. Im Fall einer Helicobacter pylori-Infektion verdrängt jedoch das Bakterium alle anderen Keime im Magen- und Darmbereich, so dass nur mehr der Helicobacter-Keim im Magen verbleibt.

Mikrobiomzusammensetzung beeinflusst den Geruchssinn (28.1.18)
Störungen des Geruchssinns bedeuten eine massive Einschränkung im Alltag von Betroffenen. Im Rahmen der Forschungskooperation BioTechMed-Graz beschäftigen sich WissenschafterInnen von der Karl-Franzens-Universität Graz und der Medizinischen Universität Graz mit der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen dem Nasenmikrobiom und dem Geruchssinn. Die aktuell in "Scientific Reports" veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass die Mikrobiomzusammensetzung mit dem Geruchsinn korreliert.

Selbstmanagement und soziale Kontakte lindern chronische Schmerzen (27.1.18)
Jeder vierte Österreicher leidet unter chronischem Schmerz. Das hat eine im Herbst 2017 veröffentlichte Studie von Sozialmedizinern der MedUni Wien gemeinsam mit Kooperationspartnern ergeben.

Kombinationstherapie mildert Mukoviszidose (26.1.18)
Zähflüssig - so werden Körpersekrete bei Mukoviszidose (Cystische Fibrose). Denn bei dieser Erkrankung funktionieren bestimmte Kanäle in Zellwänden nicht und der Strom der Chloridionen ist gestört. Dieser Basisdefekt tritt aufgrund von Mutationen eines bestimmten Gens mit dem Namen CFTR auf. Zu den zahlreichen Folgen zählt, dass die Lunge nicht mehr ausreichend funktioniert und es bei den Betroffenen zu ständigem Husten, Atemnot, Infekten und Entzündungen kommt.

Monozyten haben viele Gesichter (25.1.18)
Wenn das Immunsystem seine Truppen mobilisiert, übernehmen Antigen-präsentierende Zellen eine wichtige Rolle. Sie können aus weißen Blutkörperchen (Monozyten) hervorgehen, die im Blut zirkulieren. Ein internationales Forscherteam unter Federführung der Universität Bonn hat diese wichtigen Helfer nun genauer untersucht. Dabei zeigte sich, dass es sich bei den von Monozyten abgeleiteten Zellen nicht um identische Abkömmlinge, sondern um ein sehr vielseitiges Gemisch handelt. Diese Erkenntnis ist wichtig für die Weiterentwicklung von maßgeschneiderten Immuntherapien zur Bekämpfung von Tumorzellen. Die WissenschaftlerInnen stellen ihre Ergebnisse nun im renommierten Fachjournal „Immunity“ vor.

Innere Uhr als Tumorsuppressor? (24.1.18)
Sie steuert unseren Schlaf, unser Appetitgefühl und unsere Temperatur – die biologische Uhr gibt unserem Körper den Takt vor. Doch welche Rolle spielt sie in der Behandlung von Krebs? ForscherInnen der Charité – Universitätsmedizin Berlin fanden jetzt heraus, dass die innere Uhr die Zellvermehrung reduzieren kann. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift PLOS Biology veröffentlicht.

MS-Medikament Ocrelizumab erhält EU-weite Zulassung (23.1.18)
Für PatientInnen mit schubförmiger MS (RMS) und primär progredienter MS (PPMS) hat die EU Anfang Jänner 2018 den von Roche entwickelten Wirkstoff Ocrelizumab zugelassen. Damit erhalten Erkrankte Zugang zu einer neuen Therapieoption. Im Falle von PPMS ist Ocrelizumab sogar das erste und einzige in der EU zugelassene Medikament.

Autophagie löst Autoimmunerkrankungen aus (22.1.18)
Durch Autophagie bauen Zellen ihre eigenen Bestandteile ab und verwerten diese. UZH-Forschende zeigen nun, dass Autophagie in bestimmten Abwehrzellen dazu führt, dass das Immunsystem körpereigene Bestandteile des zentralen Nervensystems angreift. Dank den Erkenntnissen suchen die WissenschaftlerInnen nach neuen Ansätzen, um Autoimmunerkrankungen wie die Multiple Sklerose zu behandeln.

Regenerative Zelltherapie nach Hüftfrakturen (21.1.18)
Das Projekt HIPGEN am Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien (BCRT) der Charité – Berlin setzt sich für eine verbesserte Mobilisierung von PatientInnen nach einer Hüftprothesenimplantation nach Schenkelhalsfraktur ein. Im Zentrum steht eine Phase III Studie, bei der die Auswirkungen einer Fremdzelltherapie auf die Muskelheilung nach der Operation untersucht werden. Ermöglicht wird die internationale Studie durch eine Forschungsförderung des EU Horizon 2020 Programms in Höhe von 7,4 Millionen Euro. Neben der Koordination von HIPGEN ist die Charité an fünf weiteren Projekten des europäischen Förderprogramms als Konsortialpartner beteiligt.

MedUni Wien entwickelt weltweit ersten Impfstoff gegen Gräserpollen (20.1.18)
Rund 400 Millionen Menschen weltweit leiden in irgendeiner Form unter ein Allergie gegen Gräserpollen (Rhinitis) – mit den üblichen Symptomen wie Schnupfen, Husten und schweren Atemproblemen.

Darf die militärische Neurotechnologie verboten werden? (19.1.18)
Ethiker der Universität Basel haben speziell für den Bereich der Neurotechnologie ein Rahmenkonzept erarbeitet, das zum Schutz vor einer missbräuchlichen militärischen Nutzung beitragen soll.

Gekrönte Häupter für die DNA-Aufnahme (18.1.18)
ForscherInnen von Goethe-Universität und Max-Planck-Institut entdeckten, wie Bakterien DNA aufnehmen und zu Überlebenskünstlern werden.

Magenbypass und Schlauchmagen wirken bei Adipositas ähnlich (17.1.18)
In der Schweiz werden jährlich 5.500 Operationen wegen starkem Übergewicht durchgeführt. Dabei schneiden der Magenbypass und der Schlauchmagen ähnlich ab: Die PatientInnen verlieren dabei langfristig etwa zwei Drittel ihres Übergewichts, wie Forschende der Universität Basel am St.Claraspital im "Journal of the American Medical Association" (JAMA) berichten. Bei Magensäurereflux zeigt der Bypass klar bessere Resultate.

Bakterien holen sich Resistenzen bei der Konkurrenz (16.1.18)
Bakterien entwickeln nicht nur selbst Antibiotika-Resistenzen, sie holen sich solche Resistenzen auch von ihren Konkurrenten. Forscher vom Biozentrum der Universität Basel konnten nun in einer aktuellen Studie in "Cell Reports" zeigen, dass einige Bakterien ihren Konkurrenten einen Giftcocktail injizieren, der diese zerplatzen lässt. Die dabei freigesetzte Erbinformation, die auch Resistenzen enthalten kann, nimmt das Angreifer-Bakterium auf und wird so selbst resistent.

Wie Metallstrukturen helfen, Knochen zu heilen (15.1.18)
WissenschaftlerInnen am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben in Kooperation mit dem Wyss Institute der Harvard Universität Boston gezeigt, wie mechanisch optimierte Biomaterialkonstrukte, sogenannte Titan Mesh Scaffolds, die Knochenheilung maximal unterstützen. Das Wachstum von neuer Knochensubstanz ist insbesondere bei der Versorgung großräumiger Defekte von zentraler Bedeutung.

Schwerelosigkeit erhöht die menschliche Körpertemperatur (14.1.18)
Astronauten schweben schwerelos durch den Weltraum. Ein Zustand, den viele gerne erleben würden. Doch so ein Trip ins Universum bedeutet Stress für Körper und Psyche und hat auch Einfluss auf die Körpertemperatur. WissenschaftlerInnen der Charité – Universitätsmedizin Berlin konnten jetzt beobachten, dass der Körper von Weltraumfahrern in der Schwerelosigkeit regelrecht heiß läuft. Selbst im Ruhezustand liegt die Temperatur bei rund einem Grad über dem Normalwert von 37 Grad. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt in der Fachzeitschrift Scientific Reports* veröffentlicht.

'Neuronales Rauschen' beeinflusst akustische Wahrnehmung (13.1.18)
Unser Gehirn steht niemals still. Auch in Situationen ohne erkennbare äußere Einwirkung feuern Tausende Neuronen in unterschiedlichen Teilen des Hirns, Neurowissenschaftler bezeichnen dieses Phänomen als Spontanaktivität oder sogar als „neuronales Rauschen“.

Computergestützte Gesichtsanalyse hilft der Diagnose (12.1.18)
Bei seltenen Erkrankungen kann die computergestützte Bildauswertung von Patientenporträts die Diagnose erleichtern und deutlich verbessern. Das stellt ein internationales Wissenschaftlerteam unter Federführung des Universitätsklinikums Bonn und der Charité – Universitätsmedizin Berlin anhand der so genannten GPI-Ankerstörungen unter Beweis.

Einladung zum Patientenforum Allergie am 27. Jänner in München (11.1.18)
Am Samstag, 27. Jänner 2018, findet das erste „Patientenforum Allergie“ in München statt. Unter dem Motto "Ernährung und Haut im Fokus – Nahrungsmittelallergien und Neurodermitis" erläutern ausgewiesene Experten den aktuellen Wissensstand zur Behandlung und Diagnose dieser allergischen Erkrankungen.

Entzündungsmechanismen verstärken Alzheimer-Erkrankung (10.1.18)
Laut einer im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichten Studie treiben Entzündungsmechanismen grundlegende Prozesse der Alzheimer-Erkrankung voran. Auslöser ist das Immunsystem des Gehirns.

Antidepressivum könnte auch gegen MS wirken (9.1.18)
Das Antidepressivum Clomipramin könnte auch gegen die Symptome der Multiplen Sklerose (MS) helfen, speziell gegen die progrediente Form, die ohne Schübe verläuft. Gegen diesen MS-Typ gibt es bislang kaum Medikamente.

Zehn Millionen Euro für die Neurodermitis-Forschung im UKB (8.1.18)
Neuartige Präventions- und Behandlungsmethoden für an Neurodermitis Erkrankte erforscht das grenzübergreifende Forschungskonsortium „CK-CARE“ unter Koordination der Hautklinik des Universitätsklinikums Bonn (UKB). Tausende an Probanden ermöglichen die grundlegende Forschung für die Entwicklung individueller Therapien. Die Kühne-Stiftung fördert das Vorhaben in den nächsten drei Jahren mit rund zehn Millionen Euro.

Hirnstimulation verbessert Therapieerfolg bei Dystonie (7.1.18)
WissenschaftlerInnen der Charité Berlin haben erstmals nachgewiesen, dass ein bestimmtes Hirnaktivitätsmuster mit der Schwere der Bewegungsstörung Dystonie sowie dem Behandlungserfolg der Tiefen Hirnstimulation zusammenhängt. Die Ergebnisse der Studie, die in Annals of Neurology* erschienen ist, können helfen, das Therapieverfahren noch bedarfsgerechter anzupassen und damit die Lebensqualität der PatientInnen entscheidend zu verbessern.

Migräne-Aura spiegelt Sehstörungen wider (6.1.18)
WissenschaftlerInnen des Dänischen Kopfschmerzzentrums, der Neurologie der Universität Kopenhagen und der Universitätsaugenklinik Magdeburg haben herausgefunden, dass verschiedene Aura-Symptome unterschiedliche Funktionsveränderungen im Gehirn widerspiegeln. Die Ergebnisse wurden in "Annals of Neurology" publiziert.

Neuen Ansatz zur Behandlung von Angiosarkome (5.1.18)
Angiosarkome sind seltene bösartige Gefäßtumore mit einem aggressiven Verlauf. Derzeit stehen als Behandlungsmöglichkeiten neben der chirurgischen Entfernung noch Strahlen- und Chemotherapie zur Verfügung. Jedoch sprechen bösartige Gefäßtumore bislang meist nur schlecht auf solche Therapien an.

Wie sich Wunden bei Gefäßregeneration schließen (4.1.18)
Damit Blut ungehindert vom Herzen in unsere Organe und Gewebe fließen kann, muss die innerste Zellschicht der Arterien intakt sein. Ist dieses sogenannte Endothel verletzt, bilden sich Blutgerinnsel, und Herzinfarkt oder Schlaganfall können die Folge sein. ForscherInnen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun entdeckt, dass spezialisierte Reparaturzellen die Endothelwunden aufspüren und reparieren. Das Team um Professor Dr. Florian Limbourg aus der MHH-Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen veröffentlichte seine Ergebnisse im renommierten Fachjournal "EMBO Molecular Medicine".

Mechanismus der schnellen Signalübertragung von Nervenzellen entdeckt (3.1.18)
WissenschaftlerInnen des Exzellenzclusters NeuroCure an der Charité – Universitätsmedizin Berlin ist es gelungen, den Mechanismus der schnellen Signalübertragung zwischen Nervenzellen aufzuklären. Die Arbeit, die in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Neuroscience veröffentlicht ist, zeigt, dass ein spezielles Eiweiß Brücken bildet und damit für die hohe Geschwindigkeit verantwortlich ist.

Protein STAT3 bekämpft Wirkstoffresistenzen in der Tumortherapie (2.1.18)
Chemiker der Universität Leipzig haben eine Substanz entwickelt, die ein wichtiges Protein bei der Krebsentstehung hemmt. Die neue Substanz mit der Bezeichnung "Erasin" wirkt gegen das Protein STAT3. Die klinische Hemmung dieses Proteins würde die Bekämpfung von Tumoren ermöglichen, die nicht mehr auf ein bestimmtes Antitumor-Medikament ansprechen. Die Studie wurde in "Scientific Reports" publiziert.

Kuscheltiere weisen bei Borderlinern auf Bindungsängste hin (1.1.18)
Kuscheltiere haben eine schützende und zugleich heilsame Wirkung: Sie spenden Wärme, Trost und Nähe. Und das nicht nur bei Kindern. WissenschaftlerInnen der Universität Ulm haben nun herausgefunden, dass insbesondere Borderline-Patientinnen eine intensive emotionale Bindung zu Kuscheltieren aufbauen. Diese helfen den Betroffenen dabei, ihre Gefühle zu regulieren. Leiden die Betroffenen verstärkt unter Bindungsängsten oder Depressivität, wird dieser Effekt noch deutlicher.