MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2017

MedAustria News von Juni 2017

MRT: Zucker als/statt Kontrastmittel? (30.6.17)
DKFZ-WissenschaftlerInnenn konnten mit Heidelberger KollegInnen Gehirntumoren mit einem neuen MRT-Verfahren sichtbar machen, bei dem statt belastender konventioneller Kontrastmittel eine einfach Zuckerlösung benutzt wird

Tumorentwicklung ausschalten (29.6.17)
Freiburger ForscherInnen konnten zeigen, wie ein Protein die unkontrollierte Ausbreitung von Abwehrzellen verhindern kann.

AXADIA – AFNET 8 Studie testet Antikoagulation bei Vorhofflimmern und chronischem Nierenversagen (28.6.17)
Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung und Vorhofflimmern haben ein besonders hohes Schlaganfallrisiko.

MedBusters App inkludiert IQWiG-Gesundheitsinformationen (27.6.17)
Eine wegweisende Kooperation mit Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger erhöht die Reichweite evidenzbasierter Informationen mittels kostenloser deutschsprachiger Smartphone-App

Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit führende Todesursache (26.6.17)
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle, führen in Deutschland und weltweit die Statistik der Todesursachen an, wie eine aktuelle globale Studie abermals belegt.

Die Karte im Kopf (25.6.17)
Wollen sich Ratten in einer neuen Umgebung orientieren, erschaffen sie mithilfe spezialisierter Gehirnzellen eine mentale Karte von ihrem Umfeld. Deutsche WissenschaftlerInnen haben untersucht, ob die Tiere sich dabei eher auf das verlassen, was sie sehen, oder auf ihren Orientierungssinn.

Vom Werther zum Papageno-Effekt (24.6.17)
Erstmals konnte eine psychologische Studie aufzeigen, dass die Lektüre von Aufklärungsmaterial im Internet die Suizidalität (Suizidgefährdung) von Menschen tatsächlich reduzieren kann. Das gilt für von ExpertInnen in Zusammenarbeit mit Betroffenen gestaltete Webseiten.

Bei Diabetes Blutfettwerte regelmäßig kontrollieren! (23.6.17)
Nach wie vor sterben mehr als drei Viertel aller Menschen mit Diabetes an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, besonders viele am Herzinfarkt - präventive Massnahmen wären einfach und kosteneffektiv.

Secretagogin ermöglicht neue Diabetes-Therapie (22.6.17)
Neue Therapie-Option bei Diabetes dürfte ein durch Secretagogin gesteuerter Regulierungsmechanismus bieten, der quasi als 'Schutzschild' für B-Zellen fungieren könnte

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten? (21.6.17)
Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung besonders für ältere Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind.

Tularämie: Bakterien befreien sich mit molekularer Harpune (20.6.17)
Eine Vielzahl von Bakterien ist mit molekularen "Nano-Harpunen" ausgestattet. Damit bekämpfen sie unliebsame Konkurrenten oder manipulieren ihre Wirtszellen. Der Erreger der Tularämie, einer hochansteckenden Infektionskrankheit, verwendet hingegen seine Waffe, um sich aus der Gefangenschaft der Abwehrzellen zu retten. Wie dies den Bakterien gelingt, darüber berichten Forscher vom Biozentrum der Universität Basel in der aktuellen Ausgabe von "Nature Communications".

Lärm begünstigt Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (19.6.17)
(Verkehrs)Lärm erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, dies zeigen erste Resultate der SiRENE-Studie unter der Leitung des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts (Swiss TPH)

Silikon unter Strom (18.6.17)
Biegsame Elektronikteile könnten den Einsatz von medizinischen Implantaten stark verbessern. Doch elektrisch leitende Goldatome haften etwa auf Silikon in der Regel sehr schlecht. Forschende der Universität Basel können nun kurze Silikonketten so verändern, dass diese die Goldatome fest an sich binden.

Spezielles Chomputerspiel erhöht Selbstkontrolle (17.6.17)
Selbstkontrolle lässt sich mithilfe eines Computerspiels trainieren. Zu dieser Erkenntnis sind Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Hamburg und Berlin im Rahmen einer Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Simone Kühn aus der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gekommen.

Neue Gallensäure wirkt bei primär sklerosierender Cholangitis (16.6.17)
Die primär sklerosierende Cholangitis ist eine derzeit noch unheilbare Lebererkrankung, an der vor allem jüngere Menschen zwischen 30 und 40 Jahren erkranken. Jetzt konnte in einer Europäischen multizentrischen Phase II-Studie unter der Leitung der MedUni Wien und in enger Kooperation mit der Med Uni Graz und der Medizinischen Hochschule Hannover gezeigt werden, dass diese Krankheit mit Hilfe einer synthetisch hergestellte Gallensäure (Wirkstoff nor-Ursodeoxycholsäure/Nor-Urso) geheilt werden könnte.

3. Pulmologie-Journalistenpreis ausgeschrieben (15.6.17)
Der Journalistenpreis der Stiftung AtemWeg geht in die 3. Runde. Die gemeinnützige Stiftung zur Erforschung von Lungenkrankheiten holt damit das wichtige Thema Lungenerkrankungen, insbesondere die chronischen Lungenerkrankungen, verstärkt in die Publikumsmedien und das öffentliche Bewusstsein.

Frieren hilft beim Cholesterin-Abbau (14.6.17)
WissenschaftlerInnen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Sonderforschungsbereichs 841 „Leberentzündung“ (SFB 841) konnten nun einen Mechanismus in der Leber identifizieren, über den der Organismus überschüssiges Cholesterin effizient in Gallensäuren abbauen und somit unschädlich machen kann.

Chromosom 12 als Magersucht-Übeltäter (13.6.17)
Anorexia nervosa tritt häufig in Kombination mit anderen psychiatrischen Erkrankungen und Stoffwechselstörungen auf.

Zielgerichtete Therapie erhöht Überlebenschancen bei Mammakarzinom im Frühstadium (12.6.17)
Eine zielgerichtete Therapie aus einer Chemotherapie und zwei Antikörpern reduziert das Risiko, dass der HER2-positive Brustkrebs wieder zurückkehrt.

Metastasiertes Mamma-Ca: Zuerst Medikamente, dann OP (11.6.17)
Eine neue Studie der ABCSG (Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group) signalisiert, dass Frauen, die von einem metastasierten Mammakarzinom betroffen sind, nicht von einer Operation profitieren, die vor der medikamentösen Therapie durchgeführt wird. Dies könnte einen Paradigmenwechsel in der Therapie der Erkrankung bewirken.

Stoffwechsel: Betazellen unter Beschuss (10.6.17)
Bei Typ-2-Diabetes kommt es zu Veränderungen der Betazellen und zur Insulinresistenz. Erstmals ist es Wissenschaftlern nun gelungen, diese pathologischen Vorgänge auf Basis von Untersuchungen des Metaboloms und Proteoms abzubilden. Ihre Arbeit ist in Cell Metabolism erschienen.

Veränderte Schutz-Gene verursachen Leukämie (9.6.17)
An der Med Uni Graz forschen WissenschafterInnen intensiv an der Therapie gegen akute myeloische Leukämie (AML). Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Veränderungen in einem Schutz-Gen für den aggressiven Krankheitsverlauf verantwortlich sind. Die Aufklärung dieser Resistenzmechanismen soll PatientInnen zukünftig Hoffnung auf Heilung versprechen.

Hunde unterstützen Mammakarzinom-Forschung (8.6.17)
Krebs der Milchdrüse bei Hündinnen ist Brustkrebs von Menschen sehr ähnlich. Daher kommen Behandlungsmethoden aus der Humanmedizin oft auch bei Hunden zum Einsatz. Umgekehrt können wissenschaftliche Erkenntnisse, die bei Hündinnen mit Mammatumoren gewonnen werden, auch für die Humanmedizin wichtig sein.

Anti-Aging-Wirkstoff gegen beschädigte Zellen entdeckt (7.6.17)
Die Suche nach dem Rezept für ewige Jugend beschäftigt die Wissenschaft seit vielen hundert Jahren. ExpertInnen der Med Uni Graz tragen zu dieser Suche nun einen entscheidenden Schritt bei, indem sie eine zellverjüngende Substanz identifiziert haben, die den Alterungsprozess umkehrt und durch die Entfernung eines bestimmten Zelltyps einen verjüngenden Effekt besitzt.

Jeder vierte Jugendliche ist physisch krank (6.6.17)
Exakt sind es 23,93 Prozent aller Jugendlichen in Österreich, die aktuell an einer psychischen Erkrankung leiden, über ein Drittel aller Jugendlichen hat irgendwann in ihrem Leben eine seelische Erkrankung – das sind die zentralen Ergebnisse der ersten österreichweiten, epidemiologischen Studie zur Prävalenz von psychischen Erkrankungen.

Genetische Ursache von spastischer Ataxie entdeckt (5.6.17)
Eine genetische Ursache der "spastische Ataxie", eine Störung der Bewegungskoordination, haben WissenschaftlerInnen im Rahmen einer internationalen Kooperation unter Beteiligung des Forschungszentrum Jülich, der Universitäten Bonn, Tübingen, Essen und München sowie der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Uniklinik Köln entdeckt.

Mausmodell bringt Fortschritte in Nierenkarzinom Therapie (4.6.17)
Forschende der Uni Zürich haben nun herausgefunden, welche Gen-Mutationen für die Entstehung eines Nierenkarzinoms mitverantwortlich sind. Das von ihnen neu entwickelte Mausmodell ermöglicht wichtige Fortschritte in der Erforschung und Behandlung dieser Krebsart.

Mutter-Stress wird über Fruchtwasser auf Baby übertragen (3.6.17)
Ist die Mutter über längere Zeit in der Schwangerschaft gestresst, steigen die Konzentrationen von Stresshormonen im Fruchtwasser an. Dies weist ein interdisziplinäres Team rund um Forschende der Uni Zürich nach. Hingegen scheint sich eine kurze Belastungssituation nicht zwingend ungünstig auf die Entwicklung des Ungeborenen auszuwirken.

Designerviren als Krebskiller (2.6.17)
Schweizer Forscher haben künstliche Viren gebaut, die gezielt gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden können. Diese Designerviren alarmieren das Immunsystem und leiten es an, Killerzellen in den Kampf gegen den Krebs zu schicken. Die Ergebnisse von Basler Virologen und Genfer Immunologen, die in "Nature Communications" publiziert wurden, bilden eine Grundlage für neuartige Krebstherapien.

So lernt der Mensch vom Schmerz der Anderen (1.6.17)
Neue Einblicke in die Entstehung von Angsterkrankungen haben WissenschaftlerInnen des Uni- Klinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) gemeinsam mit schwedischen Kollegen gewonnen. Wie die Forscher um den Neurowissenschaftler Dr. Jan Haaker in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature Communications berichten, konnten sie zeigen, dass körpereigene Schmerzmittel, so genannte endogene Opioide, eine Rolle spielen, wenn Menschen allein durch Beobachten vom Schmerz Anderer lernen.