MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2017

MedAustria News von November 2017

Diabetes: Immunsystem kann Insulin regulieren (30.11.17)
Wenn bei DiabetespatientInnen die Insulinproduktion versagt, sind Entzündungsprozesse dafür verantwortlich. Zur Therapie dieser Erkrankung könnte das körpereigene Immunsystem beitragen: Forscher von Universität und Universitätsspital Basel fanden einen Regelkreis, der die Insulinproduktion bei Übergewichtigen aufrechterhalten könnte, wie sie im Fachblatt "Immunity" berichten.

DNS-kodierte Sensoren blicken bis tief in die Zellen (29.11.17)
Ein Kaliumhaushalt im Gleichgewicht ist essentiell für einen gesunden Körper. Daher kommt dem Wissen über die Veränderungen im Kaliumhaushalt in Körperflüssigkeiten auf zellulärer Ebene große Bedeutung zu. ForscherInnen der Med Uni Graz ist es nun gelungen, neue DNS-kodierte Sensoren zu entwickeln, die eine präzise Kaliumbestimmung innerhalb und außerhalb von Zellen ermöglichen. Die neuen Sensoren sind zum Patent angemeldet.

Lungenentzündung mit Impfstoffen statt Antibiotika behandeln (28.11.17)
Bei einer bakteriellen Lungenentzündung ist ein intaktes Immunsystem zentral. Essentiell für die Genesung sind spezifische Immunzellen, wie Forschende des Universitäts-Kinderspitals Zürich und der UZH mit einem internationalen Team belegen. Ihre Arbeit bildet die Grundlage für die Entwicklung neuer Impfstoffe. Diese würden auch den zunehmenden Antibiotika-Resistenzen entgegenwirken.

Körpereigenes Protein macht Lungenfibrose rückgängig (27.11.17)
Das körpereigene Protein RAGE, das bisher meist negativ im Zusammenhang mit chronischen Entzündungen und diabetischen Folgeschäden aufgefallen ist, spielt eine tragende Rolle bei der Reparatur von Schäden im Erbgut (DNA) - und kann offensichtlich auch die Ausheilung von Gewebeschäden in Folge von beschleunigter Zellalterung bewirken. Das haben WissenschaftlerInnen des Universitätsklinikums Heidelberg und des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung nun entdeckt. Den molekularen Mechanismus beschreiben sie in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals Nucleic Acids Research.

Materialisten nutzen Facebook häufig (26.11.17)
Warum nutzen Menschen soziale Medien? Um diese Frage zu beantworten, haben Sozialpsychologen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) über 500 Facebooknutzer online nach ihrer Persönlichkeitsstruktur und ihrer Nutzung der Plattform befragt. Auf Basis der Ergebnisse haben sie die erste übergreifende Theorie zur Nutzung von sozialen Medien entwickelt.

Diabetologisches Zentrum in Regensburg will Amputationen bei Diabetikern reduzieren (25.11.17)
Das neue Diabetologische Fußzentrum am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) will mit einem ambulanten interdisziplinären Behandlungskonzept die Lebensqualität, Mobilität und Eigenständigkeit der Betroffenen verbessern und Amputationen verhindern.

Gehirnflüssigkeit verlässt den Hirnraum durch das Lymphsystem (24.11.17)
ETH-Wissenschaftler widerlegten ein jahrzehntealtes Dogma: Gehirnflüssigkeit verlässt den Hirnraum nicht via Blutgefässe, sondern via Lymphsystem. Diese Erkenntnis hat eine weitreichende Bedeutung für neue Behandlungsmethoden gegen Demenzerkrankungen.

Hilfe bei Herzschwäche nach Chemotherapie (23.11.17)
Bei Krebserkrankungen müssen häufig Chemotherapien zum Einsatz kommen, die jedoch starke Nebenwirkungen haben können - beispielsweise kann der Wirkstoff Doxorubizin eine Herzschwäche auslösen.

ÖGR-Jahrestagung: Innovative Medikamente gegen Rheuma (22.11.17)
Die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation (ÖGR) findet von 23. bis 25. November 2017 in Wien statt und bietet den Teilnehmern ein vielseitiges Fortbildungsprogramm. Darüber hinaus stehen u.a. auch standespolitische Themen und andere Highlights auf dem Programm.

Zika-Ausbruch in Brasilien könnte bald vorbei sein (21.11.17)
WissenschaftlerInnen konnten aufklären, wie sich das Zika-Virus in einer brasilianischen Metropole verbreitet hat. Aufgrund ihrer Daten geben sie Entwarnung: Der Ausbruch geht seinem Ende entgegen, weitere Ausbrüche in der Region sind eher unwahrscheinlich.

Schutzmechanismus bei Schwangerschaftsdiabetes entdeckt (20.11.17)
Schwangerschaftsdiabetes zählt zu den häufigsten Begleiterkrankungen der Schwangerschaft, wobei diese Störung des Zuckerstoffwechsels auch beeinträchtigende Auswirkungen auf das spätere Leben von Mutter und Kind haben kann. WissenschafterInnen an der Med Uni Graz haben nun einen Mechanismus entdeckt, der die Plazenta und das Ungeborene bei Schwangerschaftsdiabetes schützen könnte. Die Studienergebnisse wurden aktuell in „Nature Scientific Reports“ veröffentlicht.

Trockene Luft ist Gift für die Haut (19.11.17)
Wenn es draußen kalt wird, laufen die Heizungen auf Hochtouren. In der Folge ist in Wohnräumen und Büros die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu gering. Die damit möglich einhergehenden gesundheitlichen Probleme treffen nicht nur Schleimhäute und Atmungsorgane, auch unsere Haut wird stark belastet, gibt die unabhängige Plattform "MeineRaumluft.at" zu bedenken.

Bub erhält dank Gentherapie neue Haut (18.11.17)
Zum ersten Mal hat ein Behandlungsteam des Brandverletztenzentrums der Ruhr-Universität Bochum und des Center for Regenerative Medicine der Universität Modena (Italien) einen Jungen mit großen Hautschäden erfolgreich mit Transplantaten aus genmodifizierten Stammzellen behandelt. Der Junge leidet an der sogenannten Schmetterlingskrankheit, einer genetisch bedingten Hautkrankheit, die rund 80 Prozent seiner Oberhaut zerstört hatte.

Wachstumsfakor für bessere Wundheilung entdeckt (17.11.17)
WissenschaftlerInnen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben einen bisher unbekannten Wachstumsfaktor entdeckt, der die Heilung des Herzmuskels nach Infarkt verbessert, so dass trotz großen Infarkts nur eine kleine Narbe entsteht. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in "Circulation", dem Fachjournal der "American Heart Association".

Proteom des Herzens entschlüsselt (16.11.17)
Der Herzatlas: Münchner ForscherInnen konnten erstmals Proteom des gesunden menschlichen Herzens entschlüsseln

Steuerfreiheit für Obst und Gemüse kann Übergewichtswelle stoppen (15.11.17)
Eine Studie der Universität Hamburg zeigt: Gesunde Ernährung scheitert bisher auch am Preis. Experten fordern Mehrwertsteuersystem „Ampel Plus“

Umgebungsfarbe hat keinen Einfluss auf geistige Leistungsfähigkeit (14.11.17)
WissenschaftlerInnen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben herausgefunden, dass die menschliche Leistungsfähigkeit in kognitiven Tests nicht durch die Farbe der Umgebung beeinflusst wird.

Welttdiabetestag: Lebensstilerkrankungen wie Diabetes und COPD nehmen zu (13.11.17)
Schätzungen besagen, dass im Jahr 2050 bis zu 33 % der Bevölkerung an Diabetes leiden werden. Für COPD (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung) erwartet die Weltgesundheitsorganisation, dass sie bis zum Jahr 2030 die dritthäufigste Todesursache in den entwickelten Wirtschaftsländern sein wird.

Mundgesundheit bei Flüchtlingen (12.11.17)
Eine repräsentative Querschnittsstudie zeigt: Orale Erkrankungslast unter Flüchtlingen entspricht der Situation in Deutschland vor 30 Jahren, gezielte Prophylaxe kann vorhandene Präventionslücke schließen

Verpflichtende Fortbildung in der Pflege? (11.11.17)
Auch in der Pflege sollte es eine gesetzliche Verpflichtung zur Fortbildung geben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die am Fachbereich Gesundheitswesen der Hochschule Niederrhein erstellt wurde.

Vom richtigen Insulin-Rhytmus (10.11.17)
Forscher des HZI und BRICS decken mithilfe mathematischer Modellierung eine mögliche Ursache der Entwicklung früher Diabetes auf

Überlebensstrategie kariogener Keime (9.11.17)
Extrazelluläre Polysaccharide spielen eine zentrale Rolle, wenn es um die Überlebensfähigkeit von Bakterien im Zahnbelag geht, die Karies auslösen können.

Wie lange Antibiotika einnehmen? (8.11.17)
Anlässlich der WHO Antibiotic Awareness Week ab 13. November warnen ExpertInnen, dass Einfache Faustregeln zu kurz greifen

Sirtuine regulieren Fettaufbau (7.11.17)
Zu wenig ist ungesund - Sirt1 hemmt Aufbau von weißem Fettgewebe und wird dabei von Sirt7 reguliert

Neue therapeutische Hoffnung bei aggressiver T-PLL-Leukämie (6.11.17)
Bisher war es nicht möglich, die seltene, höchst aggressive Blutkrebserkrankung T-PLL-Leukämie erfolgreich zu behandeln. Nun konnte ein Team aus ÄrztInnen und ForscherInnen der MedUni Wien und des CeMM um den Hämato-Onkologen Philipp Staber mittels Medikamenten-Screenings an Blutproben von PatientInnen mit hämatologischen Erkrankungen nachweisen, dass die Substanz Venetoclax in der Therapie der T-PLL-Leukämie erfolgreich ist. Die Untersuchung wurde jetzt im hämatologischen Top Journal „Blood“ publiziert.

Leucht-Pyjama behandelt Neugeborene (5.11.17)
Babys, die nach der Geburt an einer Gelbsucht leiden, werden mit kurzwelligem Licht behandelt - dies könnte in Zukunft ein neuentwickelter Pyjama erledigen

Studie revolutioniert Infarkt-Behandlung (4.11.17)
Herzzentrum Leipzig ist federführend in der Erforschung einer besseren und sichereren Behandlung des Herzinfarktes mit kardiogenem Schock und veröffentlicht die Ergebnisse der CULPRIT-SHOCK Studie im 'New England Journal of Medicine'

Melanom: Sackgasse Therapieresistenz (3.11.17)
Melanome zählen zu den häufigsten onkologischen Todesursachen, vor allem durch die häufig auf erste Therapieerfolge folgende Resistenz der Krebszellen

Nerven-Stammzellen schneller reifen lassen (2.11.17)
Methode zur Beschleunigung der Reifung von Stammzellen in Nervenzellen entdeckt: Ein Hydrogel dient als Gerüst für künstliches Hirngewebe und begünstigt Entwicklung von Nervenzellen

Bewegung beugt Colon-Ca vor (1.11.17)
Viel Bewegung ist mit einem verminderten Darmkrebsrisiko verbunden - mögliche Erklärungen reichen vom reduzierten Taillenumfang bis zum Vitamin-D-Status

Leben mit Lungenkrebs (30.11.17)
Im Rahmen einer Pressekonferenz des Lungenkrebsforum Austria unter dem Titel 'Lungenkrebs - Mehr Momente zählen' wurde über innovative Therapien und signifikant verlängerte Überlebenszeit berichtet