MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2005

MedAustria News von September 2005

Bier und hochprozentige Alkoholika steigern kolorektales Neoplasie-Risiko (30.9.05)
Der regelmäßige Konsum von Bier und Schnaps - nicht aber von Wein - scheint mit einem gesteigerten Risiko der Entwicklung kolorektaler Neoplasien assoziiert zu sein.

Effektivität von Lovastatin bei Mädchen mit familiärer Hypercholesterinämie (29.9.05)
Lovastatin stellt eine effektive und gut verträgliche Behandlungsoption zur Verbesserung des Lipidprofils bei jugendlichen Mädchen mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie dar.

Sicherheit und Aktivität von Epirubicin/Cisplatin/Docetaxel bei metastasierendem Magenkarzinom (28.9.05)
Eine Epirubicin/Cisplatin/Docetaxel-Kombination stellt laut Resultaten einer italienischen Studie ein aktives und gut verträgliches Chemotherapie-Regime zur Behandlung eines metastasierenden Magenkarzinoms dar.

Unabhängige Prädiktoren der renalen Dysfunktion nach Herztransplantation (27.9.05)
Eine im „Journal of Heart and Lung Transplantation“ publizierte Studie beschreibt für Patienten mit normaler Nierenfunktion vor einer Herztransplantation das Alter, männliches Geschlecht, ein älteres immunosuppressives Protokoll und den Kreatinin-Spiegel ein Monat nach dem Eingriff als unabhängige Prädiktoren der postoperativen renalen Dysfunktion.

Sicherheit der vollen Levothyroxin-Dosis als Initialdosis bei primärer Hypothyreose (26.9.05)
Eine prospektive, randomisierte Doppelblind-Studie beschreibt für kardial asymptomatische Hypothyreotiker die Sicherheit der vollen Levothyroxin-Dosis als Initialdosis.

Vorhofflimmern häufig bei schweren Alkoholikern (23.9.05)
Männer, die mehr als 35 Drinks pro Woche konsumieren, leiden deutlich häufiger unter Vorhofflimmern als Männer mit moderatem Alkoholkonsum.

Adalimumab als Behandlungsoption bei M. Crohn (22.9.05)
Eine Therapie mit 160/80mg oder 80/40mg Adalimumab s.c. bei M. Crohn resultiert im Vergleich zu Plazeboadministration in einer signifikanten Verbesserung der Darmfunktion und der Symptomatik.

Neutropenie als Prädiktor der Chemotherapie-Effizienz bei NSCLC (21.9.05)
Resultate einer in „Lancet Oncology“ publizierten Studie lassen vermuten, dass eine Chemotherapie-induzierte Neutropenie bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) mit einer längeren Überlebenszeit assoziiert sein könnte.

Soja zur Reduktion des Frakturrisikos (20.9.05)
Reichlicher Konsum von Soja-Produkten könnte laut Resultaten einer prospektiven Studie bei postmenopausalen Frauen in einer Reduktion des Frakturrisikos resultieren.

Gabapentin zur Reduktion der Inzidenz und Schwere von Hitzewallungen bei Brustkrebs-Patientinnen (19.9.05)
Eine Therapie mit 900mg Gabapentin pro Tag könnte die Inzidenz und Schwere von Hitzewallungen bei Frauen mit Mammakarzinom um die Hälfte reduzieren.

Schwangerschaftskomplikationen und niedriges Geburtsgewicht häufiger bei Diabetes und hohem Körpergewicht der Mutter (16.9.05)
Eine große populationsbasierende Studie beschreibt Diabetes und hohes Körpergewicht bei werdenden Müttern als unabhängige Risikofaktoren für Schwangerschaftskomplikationen und ein niedriges Geburtsgewicht.

Steigerung des Parkinson-Risikos bei hysterektomierten Frauen unter Östrogenersatztherapie (15.9.05)
Die postmenopausale Einnahme von Östrogenpräparaten könnte bei hysterektomierten Frauen mit einer Steigerung des Parkinson-Risikos assoziiert sein. Für Frauen mit natürlicher Menopause unter Östrogen/Progestin-Kombinationen konnte keine diesbezügliche Assoziation gefunden werden.

Reduktion des Kolorektalkarzinom-Risikos bei Langzeittherapie mit ASS oder anderen NSAIDs (14.9.05)
Die regelmäßige Einnahme hoher ASS- oder NSAIDs-Dosen über einen Zeitraum von über zehn Jahren kann zu einer Reduktion des Kolorektalkarzinom-Risikos führen – das hohe Risiko gastrointestinaler Blutungen limitiert jedoch die Praktikabilität dieser Form der Karzinom-Prävention.

Kognitive und mentale Störungen bei hochdosiertem Exctasy-Konsum (13.9.05)
Der hoch dosierte und anhaltende Konsum von Ecstasy (NDMA) kann laut Resultaten einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zu Depressionen, Angsstörungen und kognitiven Störungen führen.

Inkontinenz als Depressions-Prädiktor (12.9.05)
Laut Resultaten einer US-Amerikanischen Studie sind Frauen mit moderater bis schwerer Harninkontinenz zwei- bis dreimal häufiger depressiv als kontinente Frauen.

Sicherheit und Effektivität von Proteaseinhibitoren während der Schwangerschaft (11.9.05)
Die Einnahme von PIs während der Schwangerschaft scheint laut Resultaten einer im „Journal of AIDS“ publizierten Studie für Mütter und Kinder sicher, die perinatale Transmissionsrate ist niedrig und die Frühgeburten-Rate vergleichbar mit jener von Frauen mit PI-sparenden Regimes.

HAART-Initiierung während der Schwangerschaft zur Reduktion der HIV-1 RNA-Last in der Muttermilch - die HIV-1 DNA-Last bleibt unbeeinflusst (10.9.05)
Die Initiierung einer HAART während der Schwangerschaft resultiert in einer deutlichen Reduktion der HIV-1 RNA-Last in der Muttermilch, wodurch die vertikale HIV-Transmissionsrate gesenkt werden könnte. Die HIV-1 DNA-Last in der Muttermilch bleibt jedoch bei Beginn der Therapie in der Schwangerschaft unbeeinflusst.

Seltener erneute Schwangerschaften nach Sectio (9.9.05)
Frauen, deren erstes Kind per Sectio zur Welt gebracht wird, werden im Vergleich zu jenen, die initial vaginal entbinden, seltener nochmals schwanger.

Niedrigere Prostata-Ca-Inzidenz bei Statin-Einnahme (8.9.05)
Laut einer im American Journal of Epidemiology publizierten Fallkontroll-Studie könnte die Einnahme von HMG-CoA-Inhibitoren mit einer Reduktion des Prostatakarzinom-Risikos assoziiert sein.

Übergewicht häufiger bei früh abgestillten Kindern (7.9.05)
Ein früheres Abstillen scheint laut Resultaten einer Meta-Analyse mit einem höheren Übergewichts-Risiko des Nachwuchses assoziiert zu sein.

Steigerung des neonatalen Infektionsrisikos bei exzessivem Alkoholkonsum der werdenden Mutter (6.9.05)
Die fetale Alkoholexposition scheint einen Hemmfaktor in der Entwicklung des kindlichen Immunsystems darzustellen und kann zu einer Steigerung des neonatalen Infektionsrisikos führen.

Gewichtsreduktion zur Verminderung des Mammakarzinom-Risikos bei Frauen mit BRCA-Mutationen (5.9.05)
Laut Resultaten einer kanadischen Multicenterstudie könnte eine Reduktion des Körpergewichts im jungen Erwachsenenalter bei Frauen mit BRCA1/2-Mutationen mit einer Verminderung des Risikos der frühen Entwicklung eines Mammakarzinoms assoziiert sein.

Belatacept zur Verbesserung des Langzeitergebnisses nach NTX (2.9.05)
Eine Therapie mit dem selektiven Costimulations-Blocker Belatacept scheint hinsichtlich der Prävention akuter Abstoßungsreaktionen nach einer Nierentransplantation mit einer Ciclosporin-Therapie vergleichbar zu sein, chronische Allograft-Nephropathien waren in der aktuellen Studie unter Belatacept seltener.

Lipidsenker effektiv bei HAART-assoziierter Hyperlipidämie (1.9.05)
Bei HIV-Positiven mit HAART assoziierter Hyperlipidämie scheint die Administration von Pravastatin oder Bezafibrat effektiver als eine Umstellung auf ein PI-sparendes Regime mit Nevirapin oder Efavirenz zu sein.