MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2003

MedAustria News von Dezember 2003

NSAR-Einnahme als Risikofaktor für akute Diarrhoe (30.12.03)
Die Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika ist laut einer Studie in „Gut“ mit einer Verdopplung des Risikos einer akuten Diarrhoe assoziiert. Das relative Risiko für eine akute Diarrhoe stieg um das zwei- bis dreifache, wenn 1-6 Tage vor der Diarrhoe ein NSAR eingenommen wurde.

Assoziation zwischen Adipositas und Aggressivität eines Prostatakarzinoms (29.12.03)
Adipositas scheint einen Risikofaktor für ein höhergradiges Prostata-Ca darzustellen - nach einer radikalen Prostatektomie ist das Rezidivrisiko bei adipösen Patienten signifikant höher.

Fluvastatin zur Reduktion der kardiovaskulären Mortalität nach NTX (23.12.03)
Der HMG-CoA-Reduktasehemmer Fluvastatin reduziert anscheinend das bei Nierentransplantierten erhöhte Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse.

Frühere AIDS-Progression bei Initiierung einer HAART bei HIV-Positiven mit CD4-Zellzahl unter 200/mm3 (22.12.03)
Eine Studie im „Journal of Infectious Diseases“ beschreibt die höhere Effektivität einer HAART bevor die CD4-Zellzahl unter 200/mm3 sinkt.

Vergleich der konventionellen zur digitalen Mammographie im Screening-Setting (19.12.03)
Digitale Mammographie mit Bildschirmbefundung ist der herkömmlichen Film-Folien Mammographie ebenbürtig

Langzeiteffektivität von Pimecrolimus bei Kindern mit atopischer Dermatitis (18.12.03)
Die nicht-steroidale Creme Pimecrolimus scheint auch in der Langzeittherapie der atopischen Dermatitis effektiv zu sein.

Typ I Diabetes mit gesteigertem Insult-Risiko assoziiert (17.12.03)
Nicht insulinabhängiger Diabetes (Typ II) ist ein bekannter Risikofaktor für zerebrovaskuläre Erkrankungen bzw. Schlaganfälle – eine britische Studie determiniert nun erstmals, dass auch Typ I Diabetes mit einer Steigerung des Insultrisikos assoziiert ist.

Effektivität der intermittierenden Chemotherapie in der palliativen Behandlung des Kolorektalkarzinoms (16.12.03)
Die Studie CR06 des britischen Medical Research Council (MRC) im Lancet zeigt, dass eine intermittierende Chemotherapie eine vergleichbare Wirksamkeit wie eine kontinuierliche Fortsetzung der Therapie hat.

HIV-Inzidenz steigt auch in Deutschland (15.12.03)
Nach aktuellen Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) leben in Deutschland etwa 40.000 bis 45.000 HIV-Infizierte. Die Zahl ist in den letzten Jahren gestiegen.

Zahnfollikel als Hinweis für ektopische Eckzähne (12.12.03)
Vergrößerte und asymmetrische Zahnfollikel stellen häufig einen Vorboten verlagerter Eckzähne dar.

Hüft-Total-Endoprothetik in Österreich (11.12.03)
Der Stand der Hüftendoprothetik in Österreich ist - abgesehen von den Implantationszahlen (11.978 primäre Hüftendoprothesen entsprechend 148 Implantationen pro 105 Einwohner)—weitgehend unbekannt.

Keine Verlängerung der Überlebenszeit durch Lymphektomie bei Patienten mit Schilddrüsenkarzinom (10.12.03)
Laut Resultaten einer Studie in „Thyroid“ resultiert die aggressive Ausräumung der Halslymphknoten bei Patienten mit Schilddrüsenkarzinom die Prognose nicht.

Azithromyzin effektiv bei Pseudomonas-infizierten Mukoviszidose-Patienten (9.12.03)
Das Makrolid Azithromyzin bei Mukoviszidose-Patienten, die chronisch mit Pseudomonas aeruginosa infiziert sind, wird in einer aktuellen Studie erneut als effektiv beschrieben.

Zuckerkonsum der Mutter erhöht Kariesrisiko beim Kind (5.12.03)
Zwischen dem Streptococcus-mutans-Befall mit behandlungsbedürftiger Karies der Mutter und dem Auftreten aktiver Milchzahnkaries beim Kind lässt eine eindeutige Korrelation herstellen.

Auch mäßiger Alkoholkonsum während der Schwangerschaft hat möglicherweise einen nachteiligen Effekt auf die Kindesentwicklung (4.12.03)
Schon der mäßige Konsum von Alkohol in der Schwangerschaft könnte das Gehirn des Ungeborenen nachhaltig schädigen.

Injektion von aktiviertem Faktor VII halbiert perioperativen Blutverlust (3.12.03)
Laut einer Studie im „Lancet“ kann die Injektion von rekombinantem Faktor VIIa im Zuge der retropubischen Prostatektomie den perioperativen Blutverlust halbieren.

Österreich braucht mehr klinische Studien (2.12.03)
Laut Aussendung des Pharmig Mediendienstes ist die Anzahl der klinischen Studien in Österreich zwar gestiegen, aber die politischen Rahmenbedingungen müssen noch verbessert werden.

Akupunktur kann die Schmerzen chronisch Kranker deutlich lindern (1.12.03)
Besonders bei Migränepatienten ist die chinesische Behandlungsmethode deutlich wirksamer als eine reine medizinische Routineversorgung mit Schmerzmitteln, wie aus vorgestellten Zwischenergebnissen der weltweit größten Patientenstudie zur Akupunktur hervorgeht.