MEDAUSTRIA NACHRICHTEN 2000

MedAustria News von Juni 2000

Haut-Papillomviren begünstigen seltenen Hautkrebs (30.6.)
Forschern der Saar-Uni um Professorin Sigrun Smola ist es nun gelungen, einen bisher unbekannten Mechanismus zu entschlüsseln, der Hautkrebs fördern kann. Dabei spielen Haut-Papillomviren eine zentrale Rolle. Sie unterbrechen den natürlichen Schutzmechanismus der Haut. Beobachten konnten sie dies bei Patienten, die an einer seltenen Hautkrankheit „Epidermodysplasia verruciformis“ leiden und besonders anfällig für Hautkrebs sind. Die Ergebnisse wurden gestern im Fachmagazin „PLOS Pathogens” veröffentlicht.

Neuer Test zur Trisomie-21-Diagnose im ersten Trimenon (30.6.00)
Mit Hilfe eines neuen Testverfahrens kann bereits in der Frühschwangerschaft ein mögliches Mongolismus-Risiko ermittelt werden.

Langzeitergebnisse der endoskopischen Behandlung des vesikoureteralen Refluxes (30.6.00)
Die endoskopische Unterspritzung mit Kollagen erweist sich als eine ausgezeichnete Option zur Behandlung bei vesikoureteralem Reflux.

Die Bedeutung der mikrobiologischen Untersuchung periimplantärer Taschen (30.6.00)
Zur Diagnostik der Periimplantitis werden derzeit neben der radiologischen Untersuchung, klinische Parameter wie der Blutungsindex sowie Taschentiefenmessungen vorgenommen.

Fresszellen zerstören Synapsen bei Alzheimererkrankung (29.6.)
Forschende der Universität Zürich zeigen erstmals eine überraschende Wirkung von Fresszellen im Gehirn: Fehlt ihnen das Protein TDP-43, entfernen sie nicht nur die Alzheimer Plaques, sondern auch Synapsen. Vermutlich führt diese Synapsen-Entfernung zum Abbau von Nervenzellen bei Alzheimer und anderen neurodegenerativen Krankheiten.

Designte Proteine gegen kongenitale Muskeldystrophie (29.6.)
Das Zellskelett hält die Muskelfasern zusammen und bewahrt sie vor Schäden. Bei Menschen, die an Muskelschwund (kongenitale Muskeldystrophie) leiden, fehlen oftmals wesentliche Bausteine im Zellgerüst. Ihre Muskeln sind daher kraftlos und werden zunehmend schwächer.

Statine könnten das Frakturrisiko bei älteren Patienten reduzieren (29.6.00)
Die Einnahme von HMG-CoA-Reduktasehemmern zur Senkung der Lipidkonzentration scheint bei älteren Patienten in einer Reduktion des Frakturrisikos zu resultieren.

Olanzapin verbessert bei Schizophrenen kognitive Fähigkeiten (29.6.00)
Der Dopaminantagonist Olanzapin ist den Neuroleptika Risperidon und Haloperidol im Hinblick auf die Verbesserung kognitiver Fähigkeiten bei schizophrenen Patienten möglicherweise überlegen.

Hohe Prävalenz von Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität bei Kindern (29.6.00)
Bis zu zehn Prozent aller Kinder leiden unter Aufmerksamkeitsstörungen und Hyperaktivität.

Myokardinfarkt ist systemische Erkrankung (28.6.)
Der Myokardinfarkt ist eine „systemische“ Erkrankung, die für den gesamten Organismus Folgen hat und auch andere Organe wie Leber und Milz reagieren lässt. Das ist das zentrale Ergebnis einer im Magazin „Oncotarget“ veröffentlichten Studie,

Chinolone sind bei Bissverletzungen Therapeutika erste Wahl (28.6.00)
Bei der Therapie von komplizierten Haut- und Weichteilinfektionen erweisen sich Chinolone als äußerst effektiv.

Amprenavir zur Senkung der HIV-1 Konzentration im Samen (28.6.00)
Eine Studie im ‘Journal of Infectious Diseases’ beschreibt eine ausreichende Penetration des Protease-Inhibitors Amprenavir (Agenerase®) in den männlichen Genitaltrakt, die in einer Inhibierung der HIV-1 Replikation im Samen resultiert.

Assoziation zwischen M. Alzheimer und Arteriosklerose (28.6.00)
Forschungsergebnisse der Universität von Newcastle zeigen eine Assoziation zwischen Herzerkrankungen älterer Menschen und einer genetischen Prädisposition für Alzheimer.

Rezension: EbM-Guidelines folgt (27.6.)
Susanne Rabady, Andreas Sönnichsen, Ilkka Kunnamo

Was Stammzellen zu perfekten Alleskönnern macht (27.6.)
Forschende der Universität Zürich und des Uni-Spitals Zürich haben das Eiweiß entdeckt, das natürliche embryonale Stammzellen befähigt, sämtliche Körperzellen zu bilden. Bei in Zellkulturen gezüchteten embryonalen Stammzellen ist dieses Alleskönnerpotenzial eingeschränkt.

Die richtige sportliche Betätigung bei Endoprothesen (27.6.)
Nach Einsatz einer Endoprothese fragen sich PatientInnen, wann und ob sie wieder Sport machen können. Oft wird angenommen, dass Bewegung den Verschleiß der Endoprothese fördert und daher vermieden werden sollte. Dabei ist die Beanspruchung der Knochen wichtig, um die Funktion der Endoprothese langfristig aufrechtzuerhalten.

Verbesserung der Lebensqualität von MS-Patienten durch zusätzliche gezielte symptomatische Therapie (27.6.00)
Multiple Sklerose-Patienten benötigen zur Verbesserung der Lebensqualität zusätzlich zur immunmodulatorischen Therapie eine maßgeschneiderte symptomatische Behandlung.

Red-Tide-Alarm in Südafrika und den USA (27.6.00)
Nicht nur vor der chinesischen und der philippinische Küste haben sich Rotalgen stark vermehrt, sondern auch vor Südafrika und dem US-Staat Maine.

Neue Empfehlung des Impfausschusses zu FSME-Impfstoff Ticovac® (27.6.00)
Auf Grund weiterhin einlangender Meldungen über hohes Fieber, vor allem bei Kindern, wurde der Impfausschuss des Bundesministeriums für soziale Sicherheit und Generationen (BMSG) mit der Thematik befasst.

Roboterchirurgie ermöglicht präszisere Darm-OP´s (26.6.)
Die operative Entfernung von Darmtumoren im kleinen Becken (Mastdarm- bzw. Rektumkarzinom), war bisher mit einem großen, zumeist belastenden Eingriff verbunden. Durch ein innovatives Verfahren, die Roboterchirurgie, kann die Operation nun wesentlich schonender erfolgen.

Prophylaxe und Therapie der postoperativen Emesis (26.6.00)
Tropisetron verringert bei Kindern und Erwachsenen die Häufigkeit und Schwere des postoperativen Erbrechens signifikant.

Adipositas bei Kindern nimmt explosionsartig zu (26.6.00)
Die Zahl adipöser Kinder und Jugendlicher besonders in der Europäischen Union und den Vereinigten Saaten stark zu.

Osteoporose wird oft zu spät therapiert (26.6.00)
Bei Frauen nach der Menopause wird Osteoporose noch immer nicht frühzeitig genug behandelt.

Medikamente können die Entstehung von Karies fördern (23.6.00)
Zahlreiche Medikamente weisen durch eine Verminderung des Speichelflusses, der einen protektiven Einfluss auf den Zahnschmelz hat, eine kariogene Wirkung auf.

Eine neue Technik verspricht sichere und kostensparende laparoskopische Operationen (23.6.00)
Eine neues System aus Japan ermöglicht laparoskopische Operationen ohne menschlichen Kamerahalter.

Recurrensparese als Intubationsschaden (23.6.00)
In 1,9 % der Fälle kommt es zu intubationsbedingten Recurrensparesen, von denen 0,5 % nicht mit einer Restitutio ad integrum abheilen.

Neuer fulminant verlaufender Subtyp des Diabetes mellitus Typ 1 gefunden (21.6.00)
Typ 1 Diabetes mellitus wird nun in den autoimmunen (Typ 1 A) und den idiopathischen (Typ 1 B) unterteilt.

Typ 2 Diabetiker haben das gleiche Myokardinfarktrisiko wie Normoglykämiker mit vorausgegangenem Myokardinfarkt -> KHK-Prävention mit Statinen indiziert (21.6.00)
Es ist bekannt, dass Typ 2 – Diabetiker ein erhöhtes Risiko für KHK haben. Für eine Studie stellte sich die Frage, wie aggressiv die Myokardinfarktprävention getroffen werden sollte.

Neues Institut für Qualitätssicherung in der Zahnheilkunde (21.6.00)
Das Institut wurde von der Gesellschaft für dentale Qualitätssicherung und der Wiener Universitätszahnklinik ins Leben gerufen.

Insulin-Pflaster könnte Spritze ersetzen (21.6.00)
Ein israelisches Biotechnologie-Unternehmen hat nach eigenen Angaben eine Methode entwickelt und weltweit patentieren lassen, bei der ein Schwamm-ähnliches Pflaster auf dem Handgelenk Insulin kontinuierlich durch die Haut an den Körper abgibt.

Diabetes und Hypertonie: aggressive Hypertonieeinstellung essentiell (20.6.00)
Diabetiker erkranken und sterben bereits 2 Jahrzehnte früher an kardiovaskulären Erkrankungen als Normoglykämiker. Dies ist hauptsächlich auf die Makro- und Mikroangiopathie zurückzuführen.

Adiponektin - ein weiterer Surrogatmarker für Diabetes mellitus Typ 2? (20.6.00)
Die für Diabetes mellitus typische Insulinresistenz ist mit Veränderungen von Parametern assoziiert, die als Surrogatmarker herangezogen werden können: Stresshormone, Plasminogenaktivatorinhibitor 1 (PAI-1), Sexualhormon bindendes Globulin (SHBG) und die intramyozelluläre Lipidkonzentrationen (IMCL).

Rivastigmin effektiv bei rascher Alzheimer-Progredienz (20.6.00)
Bei rascher Alzheimer-Progredienz erweist sich Rivastigmin (Exelon®) im Vergleich zu Plazebo als signifikant effektiver.

Humangenom enthält den Bauplan für ein HIV-Protein (20.6.00)
Der Mensch trägt offenbar seit 30 Millionen Jahren genetisches Material in seinem Erbgut mit dem Bauplan für ein Eiweißmolekül, das dieselbe Funktion hat wie ein Protein des AIDS-Erregers HIV.

Einfluss der Implantatgeometrie auf die Strainverteilung im periimplantären Knochen (16.6.00)
Keine der gängigen Implantatgeometrien zeigt eine optimale Strainverteilung entlang der gesamten Implantatlänge.

Selbstbohrende versus selbstschneidende Schrauben zur Miniplattenosteosynthese (16.6.00)
Zur Miniplattenosteosynthese in der Kiefer- und Gesichtschirurgie werden neben den selbstschneidenden zunehmend auch selbstbohrende Schrauben verwendet.

Auswirkung von Positionierungsfehlern bei der digitalen Panoramaschichtaufnahme (16.6.00)
Digitale Panoramaschichtaufnahmen weisen dieselben Verzerrungscharakteristiken auf wie konventionelle Aufnahmen.

Keine späteren Abnormitäten bei neonataler NO-Therapie (15.6.00)
Zu inhalierendes Stickoxid erweist sich für hypoxische Neugeborene als effektiv ohne in einer Störung der neurologischen Entwicklung zu resultieren.

Fusionshemmer könnten gegen mehrfach resistente HI-Viren wirksam sein (15.6.00)
Nach den großen Erfolgen der hochaktiven antiretrovirale Therapie gegen HIV geht es jetzt darum, den Gewinn für die Lebenszeit und die verringerte Morbidität durch weiter verbesserte Therapien zu sichern.

ESTI 2000 - Meeting in Salzburg (15.6.00)
Vom 18. bis 20. Juni 2000 werden sich Spezialisten für Lungenradiologie zu ihrem jährlichen wissenschaftlichen Meinungsaustausch in Salzburg treffen.

Sonnencreme zur Prävention der Entstehung von Muttermalen (14.6.00)
Das Auftragen einer Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor kann - speziell bei Kindern mit hoher Epheliden-Dichte - zur Prävention der Entstehung von Muttermalen beitragen.

Lange Nierentransplantat-Überlebenszeit bei Cyclosporin-Monotherapie (14.6.00)
Basierend auf einer Langzeitstudie mit Nierentransplantat-Empfängern liegt die errechnete Nierentransplantat-Halbwertzeit bei Cyclosporin-Monotherapie bei fast 20 Jahren.

WHO: Immer mehr Bakterien Antibiotika-resistent (14.6.00)
Durch den falschen Einsatz von Antibiotika entwickelten sich in den vergangenen zehn Jahren weltweit zahlreiche Bakterienstämme, gegen die es kaum noch wirksame Medikamente gibt.

Multiple Sklerose bei Kindern oft nicht erkannt (13.6.00)
Erstmals konnten Mediziner der Universität Göttingen belegen, dass Multiple Sklerose (MS) bereits im Kindesalter beginnen kann, dann aber häufig nicht erkannt wird und daher eine frühzeitige Therapie unterbleibt.

Carvedilol zur Verminderung der Anzahl der Herztransplantationen (13.6.00)
Bei Kindern, die an Kardiomyopathie oder einem angeborenen Herzfehler leiden, kann Carvedilol zu einer signifikanten Verbesserung der Herzfunktion führen.

Keine negativen kardiovaskulären Effekte von Sildenafil bei schwerer KHK (13.6.00)
Bei Männern mit schwerer koronarer Herzkrankheit scheint die Administration von Sildenafil (Viagra®) zur Behandlung der erektilen Dysfunktion keine nachteiligen kardiovaskulären Effekte zu haben.

Die photodynamische Therapie in der Behandlung der Periimplantitis (9.6.00)
Die photodynamische Therapie stellt eine neuartige Methode zur Dekontamination von Implantatoberflächen bei der Behandlung der Periimplantitis dar.

Persönlichkeitsfaktoren bei Patienten mit kraniomandibulären Dysfunktionen (9.6.00)
Psychologische Faktoren beeinflussen kraniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) und werden als Ursache oder als Folge von CMD betrachtet.

Zusammenhang von Angststörungen und Erkrankungen des Kausystems (9.6.00)
Zwar gibt es Zusammenhänge zwischen Angststörungen und Erkrankungen des Kausystems, andere pathogenetische Faktoren dürften jedoch eine wichtige Rolle spielen.

Höhere Pankreastransplant-Überlebensraten bei zusätzlicher Transplantation einer Niere (7.6.00)
Patienten, denen lediglich das Pankreas transplantiert wurde, haben niedrigere Organüberlebensraten als Patienten, die außer einem Pankreas auch eine Niere transplantiert bekommen.

Japaner bleiben am längsten gesund (7.6.00)
Die durchschnittliche Dauer eines gesunden Lebens für ein im Jahr 1999 in Japan geborenes Kind beträgt laut neuestem WHO-Bericht 74,5 Jahre.

Steigende Prävalenz sozialer und psychologischer Erkrankungen bei Kindern (6.6.00)
Möglicherweise aufgrund der steigenden Zahl von in Armut lebenden und von nur einem Elternteil aufgezogenen Kindern können immer häufiger soziale oder psychologische Störung bei zwischen vier- und 15jährigen diagnostiziert werden.

Reduktion der Mortalität von COPD-Patienten bei Einsatz der nicht-invasiven Ventilation (6.6.00)
Durch Einsatz der nicht-invasiven Ventilation bei azidotischen Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) kann die Notwendigkeit einer Intubation sowie die Mortalität reduziert werden.

Kein Hinweis auf koronares Risiko durch Schlaganfall-Prophylaktikum (6.6.00)
Nach dem Ergebnis einer Analyse von Daten der European Stroke Prevention Study (ESPS)-2 ist die fixe Kombination von 25mg Acetylsalicylsäure (ASS) mit 200mg retardiertem Dipyridamol auch bei Patienten mit KHK oder bereits durchgemachtem Myokardinfarkt ohne kardiales Risiko zur Schlaganfall-Sekundärprophylaxe geeignet.

Serverstörung bei Nextra (6.6.00)
Durch eine umfassende Störung bei unserem Internet-Provider Nextra sind bei MedAustria gestern Nachmittag und heute Vormittag (5.6.-6.6.2000) die Nachrichten (incl. Schwerpunktthemen) und ein Großteil der Links nicht aufrufbar gewesen.

Effektivere Blutdrucksenkung bei Typ II-Diabetikern durch Kombination von AT1-Rezeptorblocker mit ACE-Inhibitor (5.6.00)
Eine Dualblockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems erhöht Effektivität der Blutdrucksenkung und das Nierenschutz-Potential.

Niedrige Serumalbumin-Konzentration bei HIV-positiven Frauen mit kürzerer Überlebenszeit assoziiert (5.6.00)
Ein niedriger Serumalbumin-Spiegel scheint einen unabhängigen Mortalitäts-Prädiktor für HIV-infizierte Frauen darzustellen.

Süßstoff wird aus Liste kanzerogener Stoffe gestrichen (5.6.00)
Der Süßstoff Saccharin ist in den USA von der Liste der krebserregenden Substanzen genommen worden.

Reduktion der Indinavir-Dosis bei HIV-infizierten Kindern (2.6.00)
Zur Prävention renaler Nebenwirkungen sollte die Indinavir-Dosis bei HIV-infizierten Kindern an die Körperoberfläche angepasst werden.

Depressive Patienten und Alleinstehende neigen zu koronaren Herzkrankheiten (2.6.00)
Der Einfluß psychosozialer Faktoren auf den Verlauf von Herz-Kreislauf-Erkrankungen scheint größer zu sein, als bisher angenommen.

TNF-alpha-Blocker effektiv in der Therapie der Arthritis (2.6.00)
Bei Administration von TNF-alpha-Blocker zeigt sich eine zum Teil deutliche Verbesserungen des Arthritis-Beschwerdebildes.

Sprachstörungen oft auf Zahn- und Kiefer-Probleme zurückzuführen (2.6.00)
Stottern, Artikulationsschwierigkeiten und andere Sprachstörungen haben ihre Ursache häufig im Mund- und Kieferbereich des Patienten.