MEDAUSTRIA NACHRICHTEN
Boyd Swinburn: Staatliche Eingriffe nötig
Die besten Präventionsmaßnahmen werden von der Politik nicht beschlossen {Nähere Informationen und Bilder zum EUFEP Symposium}
Nahrungsmittelindustrie und Medien in die Verantwortung nehmen
Dr. Tim Lobstein, Policy Director der "International Obesity Task Force“ auf dem 4. Internationalen EUFEP-Kongress in Krems für restriktive Maßnahmen gegen ungesunde Nahrungsmittel und gegen die Stigmatisierung adipöser Menschen. {Nähere Informationen und Bilder zum EUFEP Symposium}
Durchschnittliche Lebenserwartung in USA sinkt erstmals wieder
Neue Studie alarmiert: Jede/r vierte junge Mensch im Alter zwischen 4 und 19 ist übergewichtig oder adipös! {Nähere Informationen und Bilder zum EUFEP Symposium}
Adipositas Prävention - wider die Epidemie
Die effektivsten Maßnahmen gegen die weltweite Adipositas-Epidemie waren Thema des 4. Europäisches Forum für evidenzbasierte Prävention EUFEP in Krems {Nähere Informationen und Bilder zum EUFEP Symposium}
CRM: FSME auch in Nord- und Osteuropa verbreitet
Beim Outdoor-Urlaub vor Zeckenstichen schützen und gegen FSME impfen {CRM Centrum für Reisemedizin }
Menschen mit Diabetes erkranken häufiger an Demenz
Deutsche Diabetes Gesellschaft empfiehlt eine daran angepasste Therapie {JAMA Internal Medicine 2013 (doi: 10.1001/jamainternmed.2013.6176)}
Bei Schlaganfallverdacht sofort zur CT-Untersuchung in die Klinik
Vom Rettungswagen direkt in die 'Röhre' - bereits 15 Minuten gefährden den Therapieerfolg! {Stroke 2012; 43; 1279 – 1284, DOI: 10.1161/STROKEAHA.111.62637}
Buchrezension: Trauma und Burnout in helfenden Berufen
Diese interessante Neuerscheinung ist speziell auf die therapeutische Arbeit mit Angehörigen helfender Berufe zugeschnitten {Weitere (Fach)Buchempfehlungen in der MedAustria Bücherecke}
Ärztekammer: Ministerrat soll Beschluss zu Mutter-Kind-Pass verschieben
Gynäkologen positiv zu Hebammen-Sprechstunde, doch Zeitpunkt muss optimiert werden {Österreichische Ärztekammer}
US-Datenskandal: Ärzte warnen vor dem Missbrauch von Gesundheitsdaten
Sind sie erst einmal in falsche Hände geraten, dann ist es leider meist zu spät - ELGA bringt hier ganz neue Gefahrenbilder! {Wiener Ärztekammer}
Psychiatrische Erkrankungen können sichtbar gemacht werden
Mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) können neurobiologische Marker für psychiatrische Erkrankungen wie Depression, Alzheimer oder Angststörungen identifiziert werden. {Forschungscluster „Psychiatrie/Psychologie & Imaging“ der MedUNI Wien}
Neuer Therapieansatz bei MS
Immuntoleranz mit antigen-gekoppelten Blutzellen erzielt erste Studienerfolge {Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple Skleroseforschung}
Ultraschall in der Notaufnahme kann Krankenhausaufenthalt verkürzen
ine frühzeitige Ultraschalluntersuchung in der Notfallambulanz kann die Verweildauer im Krankenhaus um mehrere Tage verkürzen. {Ultraschall in Med 2012; 33 - A901 (doi: 10.1055/s-0032-1322738)}
Tumorwachstum mit afrikanischen Heilpflanzen stoppen
Untersuchungen mit Benzophenonen aus kamerunischen Pflanzen zeigen Erfolg gegen multidrugresistente Tumore {Phytomedicine Volume 20, Issue 6 , Pages 528-536 (doi: 10.1016/j.phymed.2013.02.003)}
Universitätsmedizin Mainz entwickeln in Kooperation gemeinsames Konzept zur Rückengesundheit
Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin und Kooperationspartner stellen Studienergebnisse vor {Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz }
Fortschritte in der Diabetes-Behandlung mit Stammzellen?
Europäisches Projekt setzt auf die Freisetzung von Wachstumsfaktoren zur Vermeidung von Folgeschäden {REDDSTAR Projekthomepage}
Onkologie: Gegenseitige Wirkverstärkung kann Leben retten
Methadon in der Krebsforschung: Dr. Claudia Friesen und ihrem Team gelingt weiterer Durchbruch {Molekularbiologisches Forschungslabor am Institut für Rechtsmedizin}
Kinderernährung: Weniger Salz - zuwenig Jod?
Auszeichnung für Forschung zum gesunkenen Jodstatus von Kindern in Deutschland {British Journal of Nutrition 1056, 1749-1756 (doi: 10.1017/S0007114511005502)}
AML: Fetthülle um Medikament schützt vor Nebenwirkungen
AML: Neue Studie an der MHH {Blood May 2013 blood-2013-02-484097 ()doi: 10.1182/blood-2013-02-484097)}
Ernährungsänderung allein reicht nicht
Wissenschaftler haben jetzt im Auftrag des DIMDI analysiert, welche Diäten als Therapie bei übergewichtigen und fettleibigen Menschen erfolgreich sind. {HTA-Bericht: Volltext (PDF, 1MB)}
Onkologie: Wandernden Zellen auf der Spur
LMU-Wissenschaftler zeigen in einer neuen Studie einen Mechanismus, wie es zur Bildung solcher Metastasen kommt. {Journal of Experimental Medicine June 2013 (doi: 10.1084/jem.20120812)}
Basler Forscher entdecken wichtigen Schaltkreis bei Krebsmetastasen
Bei der Verteilung von Krebszellen im Körper und der Metastasenbildung spielt ein bestimmter Gen-Hauptschalter eine zentrale Rolle {Cancer Cell, Volume 23, Issue 6, 768-783, 10 June 2013 | doi: 10.1016/j.ccr.2013.04.020 }
Bauplan für die Verknüpfung von Blutgefässen entdeckt
Die Verbindung von Blutgefässen während der Entwicklung des Blutgefässsystems folgt einem einheitlichen Prozess. {Developmental Cell, Volume 25, Issue 5, 492-506, June 2013 (doi: 10.1016/j.devcel.2013.05.010)}
Genetischer Zusammenhang zwischen Diabetes und Krebs
Ein internationales Forscherteam beschreibt eine genetische Veränderung, die hilft, den Zusammenhang zwischen Typ 2 Diabetes und Krebs besser zu verstehen. {Cell Metabolism 2013; 17: 929-940 (doi: 10.1016/j.cmet.2013.05.002)}
Erste Ergebnisse der CLL11-Studie
Optimierte Behandlung von älteren CLL-Patienten möglich {Weitere Informationen auf der Homepage der deutschen CLL Studiengruppe}
Fettsäurezusammensetzung von Diacylglycerinen bestimmt lokale Signalmuster
Im menschlichen Körper dienen Lipide nicht nur als Energiespeicher und Strukturelemente, sie sind auch wichtige Signalmoleküle. {Angewandte Chemie Volume 125, Issue 24, pages 6455–6459 (doi: 10.1002/ange.201301716)}
Funktionelle MRT unterstützt bei Eingriffen am Gehirn
ForscherInnen der MedUni Wien haben in einer bisher einmaligen Multicenter- Studie nachgewiesen, dass die klinische funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) eine sichere Methode bei chirurgischen Gehirn-Eingriffen ist. {Radiology ( doi: 10.1148/radiol.13121357)}
Parkpickerl: Ärzte fordern Ausnahmeregelungen
Arztordinationen sind Gewerbebetrieben gleichzusetzen – Sonst droht Ansturm auf Spitalsambulanzen {Wiener Ärztekammer}
Signifikante Verbesserung der Lebensqualität bei Psoriasis
Schuppenflechte-Innovation in Österreich ab Juni 2013 auf Rezept {JDDG J German Soc Dermatol 2013; Published online Feb. 2013 (doi: 10.1111/ddg.12029)}
Psoriasis-Erkrankungen steigen
Jeder 3. leidet unnötig - DermatologInnen und ApothekerInnen starten Aufklärungsoffensive {Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology Early View (doi: 10.1111/jdv.12174)}
Zuverlässiger Marker für Herzinfarkt-Risiko
Ob Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen von Stent oder Bypass profitieren, zeigt eine spezielle Untersuchung der Herzdurchblutung im Magnetresonanztomographen {J Am Coll Cardiol. 2013 Jun 4;61(22):2310-2312. (doi: 10.1016/j.jacc.2013.02.063. )}
Neue Methode zur Erfassung der Virulenz von Krebserkrankungen
Französische ForscherInnen zeigen eine neue Form der Prognostik hinsichtlich der Virulenz von Tumoren auf. {Sci Transl Med 22 May 2013 5:186ra66. (doi: 10.1126/scitranslmed.3005723)}
Neues Gen als Auslöser einer Hautkrankheit entdeckt
Freiburger Forscher haben eine weitere Genmutation als Ursache für Hautstörungen identifiziert {PLoS Genet 9(6): e1003536. (doi: 10.1371/journal.pgen.1003536)}
Ein Schlüssel zur Welt unseres geistigen Auges
Sehen ist ein konstruktiver Prozess. Die scheinbar perfekten Bilder, die wir in jedem Augenblick wahrnehmen, generiert unser Gehirn mit einem inneren Abbild der äußeren sichtbaren Welt. {PLoS Computational Biology 9(6): e1003062. (doi: 10.1371/journal.pcbi.1003062)}
Essen aus Frust oder Freude
Wie stark beeinflussen Emotionen die Geschmackswahrnehmung? {PLoS ONE 8(6): e65006. (doi: 10.1371/journal.pone.0065006)}
Wie sich die Präferenzen von Patienten ermitteln lassen
IQWiG erprobt Analytic Hierarchy Process (AHP): Methode ist geeignet und könnte Bestandteil von Kosten-Nutzen-Bewertungen werden {Pilotstudie Analytic Hierarchy Process in der Indikation Majore Depression}
Fachgesellschaft DGAUM mit neuer Homepage
Mehr Informationsangebote und besser für die Nutzer {DGAUM Homepage}
Behandlung von Hirnaneurysmen trotz hohem Alter möglich
UKL-Neuroradiologen zeigen, dass mit minimal-invasivem Verfahren auch bei betagten Patienten eine erfolgreiche Therapie möglich ist {Abteilung Neuroradiologie, Universitätsklinikum Leipzig}
Stigmatisierung psychisch Kranker hält an
Auf dem internationalen Kongress für psychiatrische Epidemologie in Leipzig haben Forscher ernüchternde Zahlen zur öffentlichen Wahrnehmung psychisch kranker Menschen präsentiert. {internationaler Kongress für psychiatrische Epidemologie in Leipzig}
Neues Hirnsignal für die Regulation des Körpergewichtes entdeckt
Wissenschaftler des Instituts für Diabetes und Adipositas am Helmholtz Zentrum München haben gemeinsam mit Partnern aus dem Universitätsklinikum Charité Berlin entdeckt, dass ein Rezeptor bislang unbekannter Funktion an der Regulation des Körpergewichts beteiligt ist. {Nature Communications 4, Article number: 1968 (doi: 10.1038/ncomms2968)}
Im Notfall kann Ultraschall über Leben und Tod entscheiden
Schock, Atemnot, Herzversagen: Bei lebensbedrohlich erkrankten Patienten in der Notaufnahme zählt jede Minute. {Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) }
Neue Behandlung gegen chronische Migräne
Elektroden verhindern zwei Drittel der Kopfschmerz-Attacken {INS 11. Weltkongresses der International Neuromodulation Society}
Neue S3-Leitlinie zum hepatozellulären Karzinom
Richtige Diagnose und Therapieempfehlungen auf aktuellem Stand {S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie des hepatozellulären Karzinoms}
Kinderchirurgen fordern mehr Schutz im häuslichen Umfeld
Unfälle und Misshandlung häufigste Todesursache von Kleinkindern {Kindersicherheitstag der Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder e. V. am 10. Juni 2013}
Ärztekammer fordert Lehrpraxen auf internationalem Niveau
Förderung auch auf Facharztordinationen ausweiten {Wiener Ärztekammer}
Vorschläge für eine verbesserte Nutzenbewertung von Medikamenten
Gemeinsame Stellungnahme von fünf großen deutschen wissenschaftlichen Fachgesellschaften zur IQWiG-Bewertungsmethodik {Stellungnahme im vollständigen Wortlaut (PDF)}
Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Ausbreitung der Alzheimerkrankheit im Gehirn
orschende des Universitätsspitals Basel und der Universität Basel haben erstmals im Modell gezeigt, wie bei der Alzheimerkrankheit und verwandten Demenzformen bestimmte Proteinablagerungen im Gehirn entstehen und sich danach ausbreiten. {PNAS 2013 ; published ahead of print May 2013 (doi: 10.1073/pnas.1301175110)}
Vitamin D-Versorgung in der Schwangerschaft nicht ausreichend
Studie zeigt gravierende Versorgungsmängel – Gießener Ernährungswissenschaftler plädiert für routinemäßige Bestimmung des Vitamin D-Status bei Schwangeren {Nutrition, online Mai 2013. (doi: 10.1017/S0007114513001438)}
Tel. : (+33) 5 61 42 46 48">Entdeckung eines Cholesterin-Moleküls mit krebshemmenden Eigenschaften
Französische ForscherInnen entdecken nicht nur ein neues, vom Cholesterin abgeleitetes, Molekül namens Dendrogenin A, sondern weisen – bei Mäusen - nach, dass es krebshemmende Eigenschaften hat. {Nature Communications 4, Article number: 1840 (doi: 10.1038/ncomms2835)}
Buchrezension: Rasant entspannt
Die besten Minuten-Übungen gegen Alltagsstress bietet diese nützliche Neuerscheinung unter dem Motto 'Entspannt bewegen - bewegt entspannen' {Weitere (Fach)Buchempfehlungen in der MedAustria Bücherecke}
Buchrezension: Meine Hüfte
Mehr Lebensqualität dank künstlicher Hüfte - Neue AMIS®-Operationsmethode fördert raschere Heilung {Weitere (Fach)Buchempfehlungen in der MedAustria Bücherecke}
Parkinson: Gefährliche Komplikationen früh und einfach erkennen
Drei von vier Parkinsonpatienten leiden irgendwann an Schluckstörungen, die zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen können. {RUBIN im Internet: Den vollständigen Beitrag mit Bildern zum Herunterladen}
Frühgeborene Kinder haben Probleme bei komplexen kognitiven Aufgaben
Zu früh auf die Welt zu kommen, geht Hand in Hand mit einem erhöhten Risiko für kognitive Probleme. {PLOS ONE, 8(5): e65219 (doi: 10.1371/journal.pone.0065219)}
Fresszellen bekämpfen Eindringlinge im Schwarm
Das Immunsystem schlägt immer dann Alarm, wenn Krankheitserreger eindringen. Fresszellen locken sich dann gegenseitig an und bilden große Schwärme, um die Eindringlinge gemeinsam zu bekämpfen. {Nature 2013 (doi: 10.1038/nature12175)}
Darmkrebsprophylaxe: Immunologische Tests überlegen
Immunologische Tests spüren doppelt so viele Krebsfälle und Krebsvorstufen auf und liefern weniger falsch positive Ergebnisse! {European Journal of Cancer 2013 (doi: 10.1016/j.ejca.2013.04.023)}
Neu erschienen: Patienteninformation zum follikulären Lymphom
Das Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. hat eine gut verständliche Kurzinformation zu diesem Krankheitsbild herausgegeben. {Die Patienteninformation gratis herunterladen (PDF, 527kB)}
Genetische Untersuchungen: Was soll Ratsuchenden mitgeteilt werden?
Die Deutsche Gesellschaft für Humangenetik nimmt Stellung zu Zusatzbefunden aus neuen genetischen Untersuchungsverfahren. {Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik zu genetischen Zusatzbefunden in Diagnostik und Forschung (Pdf)}
Online-Programme sollen Burnout und Depression verhindern
Laut Statistik leiden immer mehr Menschen unter psychischen Erkrankungen, insbesondere Burnout und leichtere Formen der Depression nehmen seit Jahren zu. {Über die Studien informieren und anmelden}
Wichtiger Mechanismus für Ausschüttung von Insulin entdeckt
Berner Forschende haben ein Transportprotein in den Zellen der Bauchspeicheldrüse identifiziert, das für die Insulinausschüttung von grosser Bedeutung ist. {PNAS Published online before print May 2013,(doi: 10.1073/pnas.1220009110)}
ALS: Stoffwechselfaktor PGC-1α beeinflusst Verlauf bei Männern
Der Stoffwechselfaktor PGC-1α scheint Beginn und Verlauf der Nervenkrankheit ALS zu beeinflussen. Diesen Effekt konnten Ulmer Wissenschaftler des ALS-Forschungszentrum ausschließlich bei männlichen Patienten nachweisen. {Human Molecular Genetics. First published online: May 2013 (doi:10.1093/hmg/ddt202)}
Günstig, wirksam und ohne Nadel
Uni Graz schafft Grundlage für neuartigen Impfstoff {International Journal of Medical Microbiology, In Press May 2013 (doi: 10.1016/j.ijmm.2013.05.001)}
Erster Expertinnenstandard im Hebammenwesen zum Thema „Förderung der Physiologischen Geburt"
Konsensus-Konferenz an der Hochschule Osnabrück diskutiert und beschließt wichtiges Instrument zur Qualitätsentwicklung im Hebammenwesen {Das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)}
Richtige Ernährung hilft Patienten mit Herzschwäche
Studie rät: Wenig Salz, viele ungesättigte Fettsäuren {J Card Fail. 2013 Apr;19(4):240-50. (doi: 10.1016/j.cardfail.2013.02.004)}
Psychologen entdecken Baustein der Wahrnehmung von Geräuschen
Psychologen der Universität Leipzig haben einen wichtigen Baustein der Wahrnehmung von Umweltgeräuschen entdeckt. {The Journal of Neuroscience 33(20): 8633-8639 (doi: 10.1523/JNEUROSCI.5821-12.2013)}
RUB-Medizinethiker zur Organspende
Prof. Jochen Vollmann (Medizinethiker, Ruhr-Universität Bochum): "Unethische Fehlanreize im System müssten verboten werden!“ {Der vollständige Beitrag mit Bildern im Internet}
Organtransplantation für schwer kranke Patienten weiterhin die beste Therapie
Appell der Herzchirurgen für Bereitschaft zur Organspende: Kunstherzen sind in der Regel nur Möglichkeit zur Überbrückung der Wartezeit bis zur lebensrettenden Herztransplantation {Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG)}
Fluch und Segen Kortison
DFG fördert Ulmer Wissenschaftler bei der Erforschung von therapeutischen Effekten und Nebenwirkungen von Glucocorticoiden in entzündlichen Knochenerkrankungen {DFG-Schwerpunktprogramm 1468 „Osteoimmunology – IMMUNOBONE – A Program to Unravel the Mutual Interactions between the Immune System and Bone“}
Zelle sticht Virus
Forscher enträtseln angeborenen Immunmechanismus {Nature 2013 (doi: 10.1038/nature12306)}
Protein verhindert die Selbsttötung von Immunzellen
Für Immunzellen ist das Protein „c-FLIP-R“ im wahrsten Wortsinn überlebenswichtig: Fehlt dieses Molekül, töten sich die Zellen selbst ab – und können so ihre Aufgabe, die Bekämpfung von eingedrungenen Krankheitserregern, nicht mehr erfüllen. {European Journal of Immunology, Article first published online: May 2013 (doiI: 10.1002/eji.201242819}
Immunreaktion - Wenn DNA fehl am Platz ist
In der Zelle falsch platzierte DNA alarmiert das Immunsystem und führt zur Ausschüttung von Interferonen. {Nature 2013 (doi: 10.1038/nature12305)}
Elektroschocks für Krebszellen
Eine neue Methode zur lokalen Behandlung von Krebs stellt der Radiologe Professor Dr. Christian Stroszczynski (Regensburg) auf dem diesjährigen Deutschen Röntgenkongress vor. {94. Deutscher Röntgenkongress}
Strahlungsarmer Blick auf Kindertumoren
Auf dem 94. Deutschen Röntgenkongress stellen Radiologen des Universitätsklinikums Tübingen, eines der wenigen PET/MRT-Zentren in Deutschland, die neue Technik vor. {94. Deutscher Röntgenkongress}
Mehr Kontrast im kleinen Becken
Die Studie „PET/MRT mit 68Ga-DOTATOC in der Diagnostik neuroendokriner Tumoren“ der Universitätsklinik Essen zeigt, wie nützlich die Methode gerade bei Tumoren der Weichteile sein kann. {Fortschr Röntgenstr 2013; 185 - VO304_6 (doi: 10.1055/s-0033-1346377)}
Chemische Substanzen in Verpackungen, Nahrung und Kosmetika
Wissenschaftler warnen vor Gefahren für Hormonsystem und Stoffwechsel {The 2013 Berlaymont Declaration on Endocrine Disrupters}
Jeder Dritte mit Diabetes hat Netzhautschäden
Experten fordern Blutzuckermessgeräte mit akustischen Signalen {Kampagne "Diabetes STOPPEN – jetzt!"}
Familienschicksal Colon-Ca
Vorsorgliche Dickdarm-Entfernung senkt Risiko bei erblichem Darmkrebs {S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom der DGVS}
Kontrollverlust bei Alkoholsucht
Neue Erkenntnisse zu molekularen Prozessen { Arbeitsgruppe Molekulare Psychopharmakologie, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim}
Prognose drohender Querschnittslähmung bei verengtem Halswirbelkanal
PET zeigt, ob eine Operation die Beschwerden bessert {64. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC), 26. bis 29. Mai 2013, CCD – Congress Center Düsseldorf}
Etagenwechsel von Allergischer Rhinitis zu Asthma
Bedeutung von Allergien für die Entwicklung einer Asthma Erkrankung {Studie „Leben mit Asthma am Arbeitsplatz“}
Diabetes STOPPEN – jetzt! Wir rufen die Politik zum Handeln auf!
Demonstration für eine Nationale Diabetes-Strategie am 11. Juni 2013 in Berlin {Homepage Diabetes STOPPEN}
Therapie schwerer Schlaganfälle bei über 60-Jährigen
Öffnung der Schädeldecke halbiert Sterblichkeit {64. DGNC-Jahrestagung}
Deutsche Studie: Immer mehr Krankenhausinfektionen
Zahl der Infektionen innerhalb von 5 Jahren verdoppelt! {HKK Gesundheitsreport 2013: Multiresistente Erreger im Krankenhaus (PDF)}
Rauchen fördert Diabetes und verschlechtert die Prognose
Raucher haben gegenüber Nichtrauchern doppelt so hohes Risiko an Diabetes Typ-2 zu erkranken! {Homepage der Kampagne 'Diabetes stoppen!'}
Bewegungsstörungen können sich Jahre im Voraus abzeichnen
Erkrankungen des Nervensystems wie Alzheimer und Huntington können sich erwiesenermaßen bereits Jahre im Voraus durch subtile Veränderungen des Gehirns und des Verhaltens ankündigen. {The Lancet Neurology, Online-Veröffentlichung am Mai 2013, (doi: 10.1016/S1474-4422(13)70104-2)}
Gelbfieber: Einmal impfen reicht!
Die WHO hat ihre Empfehlung geändert, die Auffrischung nach 10 Jahren ist unnötig, der Schutz bleibt nach der ersten Impfung lebenslang. {WHO News Release}
Haben Babys ein Bewusstsein?
Forscher konnten aufzeigen, dass Säuglinge ab fünf Monaten über eine ähnliche Form von Bewusstsein verfügen wie Erwachsene. {Science 2013 Vol. 340 no. 6130 pp. 376-380 (doi: 10.1126/science.1232509)}
Online-Umfrage für Ärzte zum Schnittstellenmanagement gestartet
Ein organisierter Wechsel zwischen Praxis und Krankenhaus gewinnt zunehmend an Bedeutung. {Online Umfrage}
Vorbericht zu systematischer Leitlinienrecherche für COPD publiziert
Aktuelle Empfehlungen zeigen möglichen Änderungsbedarf bei DMP auf {Systematische Leitlinienrecherche und -bewertung sowie Extraktion neuer und relevanter Empfehlungen für das DMP COPD}
Schlaganfall: Verfeinerte Bildgebung zum Nachweis von Stammzellen
Leipziger Neuroradiologen haben eine Technik entwickelt mit der es gelingt, die Ansiedlung von Stammzellen bildlich darzustellen. {PLoS ONE 8(5): e62644. (doi: doi:10.1371/journal.pone.0062644)}
Gene bestimmen das Schmerzempfinden
Etwa 410 Gene stehen zurzeit im Verdacht, das Schmerzempfinden beim Menschen zu beeinflussen. {Pharmacology and Therapeutics Volume 139, Issue 1, July 2013, Pages 60–70 (doi: 10.1016/j.pharmthera.2013.04.004)}
Herpes-Infektionen: Natürliche Killerzellen aktivieren zusätzliche Blutbildung
nfektionen können dazu führen, dass die Blutbildung im Körper an ungewöhnlichen Stellen stattfindet – etwa in Leber und Milz, oder auch in der Haut. LMU-Wissenschaftler zeigen nun, dass bestimmte Immunzellen dafür verantwortlich sind. {Cell Host and Microbe Volume 13, Issue 5, 535-545, May 2013 2013 (doi:10.1016/j.chom.2013.04.007)}
diabetesDE warnt: Trink‘ Dich nicht dick!
Zuckerhaltige Getränke fördern Übergewicht und Diabetes Typ 2 {Weitere Informationen zur Kampagne}
DNA-Variante beeinflusst Diabetesrisiko und Behandlungserfolg
Eine DNA-Variante in räumlicher Nähe zu einem Verdauungsenzym hat nicht nur Einfluss auf das Risiko, an Diabetes zu erkranken, sondern auch auf das Ansprechen auf die medikamentöse Behandlung. {Diabetes. May 2013 Online (doi: 10.2337/db13-0227)}
Gesundheitsbarometer: Sorge um Medikamentenfälschungen groß
Apothekerkammer: 'Sichere Arzneimittel nur aus der öffentlichen Apotheke!' {Österreichische Apothekerkammer}
MEDAUSTRIA ARCHIV
MedAustria Schwerpunkte
Adipositas Prävention - wider die Epidemie
Die effektivsten Maßnahmen gegen die weltweite Adipositas-Epidemie waren Thema des 4. Europäisches Forum für evidenzbasierte Prävention EUFEP in Krems
Eigenverantwortung ist und bleibt ein zentrales Element in der Adipositasprävention. Beim diesjährigen Europäischen Forum für evidenzbasierte Prävention wurden vor allem die zusätzlichen Möglichkeiten der Vorsorge diskutiert. “Es gibt eine Reihe von kostengünstigen, sehr effektiven Präventionsmaßnahmen gegen Adipositas, doch diese werden von Regierungen kaum oder nur zögerlich umgesetzt,“ so fasste Boyd Swinburn, Universitätsprofessor für Volksernährung und Weltgesundheit an der Deakin Universität in Melbourne, beim EUFEP-Symposium in Krems die evidenzbasierten Ergebnisse umfangreicher Pilotprojekte und Studien zusammen.
Die besten und am schnellsten wirksamen positiven Effekte in der Prävention können mittels steuerlicher Eingriffe und Gesetzgebung erreicht werden, so Swinburn. Gesetzliche Interventionen erzielen die höchste Reichweite und verursachen die geringsten Kosten. Seine Empfehlungen: Sogenanntes „Junk Food“ mit einem Steuerzuschlag von mindestens 20 Prozent belegen, dafür gesunde Lebensmittel von der Mehrwertsteuer befreien, oder sogar subventionieren.
Zusätzlich ist Swinburn aufgrund seiner Studienergebnisse ein starker Befürworter von gesetzlichen Restriktionen beim Lebensmittelmarketing. Dabei geht es unter anderem um das Verbieten von Marketingaktivitäten und Werbung für „Junk Food“ bei Kindern.
Mit „David gegen Goliath“ beschreibt Swinburn hier das aktuelle Szenario. In Europa würde von der Nahrungsmittelindustrie Milliarden für Lobbying ausgegeben, um gegen Verkaufsregulierungen zu kämpfen. Um das angedachte Ampel-Kennzeichnungs-System zu bekämpfen, steht eine kolportierte Milliarde zur Verfügung. Die Idee des Ampelsystems ist, jedes Lebensmittel deutlich mit Grün (gesunde Lebensmittel), Gelb oder Rot (zu viel Zucker, zu hoher Fett- beziehungsweise Salzgehalt) zu kennzeichnen.
Politische Entscheidungen oft konträr zu wissenschaftlichen Erkenntnissen
Untersucht hat der WHO-Experte Swinburn und sein Forscherteam auch die Effektivität von Bewegungsprogrammen durch Gemeinden und Schulen. Es gebe einige Programme mit einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis, doch generell seien Bewegungsprogramme die teuersten und ineffizientesten Präventionsmaßnahmen. Auch das von der australischen Regierung mit Millionen von Dollar unterstützte Bewegungsprogramm für SchülerInnen habe sich als sehr ineffizient in der Adipositasbekämpfung herausgestellt. Bewegung sei wichtig, aber diese müsste im Alltag integriert sein, resümierte Swinburn.
PolitikerInnen, Eltern und StädteplanerInnen können viel zur Adipositasprävention beitragen
Entscheidungen „mit gesundem Hausverstand“ forderten die TeilnehmerInnen des Stakeholder-Workshops ein. Beispielsweise wurde in einer österreichischen Gemeinde vor wenigen Wochen vom Gemeinderat auf Antrag der Schulleitung beschlossen, dass die Schulkinder künftig einen Kilometer vom Bahnhof in die Schule mit dem Bus fahren werden. Gleichzeitig wird an der Schule „bewegtes Lernen“ finanziert. Anderorts wurden informative Gesundheitsbroschüren an Volksschulen aufgelegt, diese aber mit Süßigkeiten und Softdrinks bestückt.
„Fernseher raus aus dem Kinderzimmer, mehr Spielen im Freien und genug Schlaf – mit diesem Aufruf nimmt Prof. Dr. Wolfgang Ahrens von der Universität Bremen vor allem die Eltern in die Pflicht. Die Verantwortung liege aber auch deutlich beim Städtebau und den politischen EntscheidungsträgerInnen, denn Kinder haben oft einfach keinen Platz mehr zum gefahrlos Spielen und sich Bewegen. Auch zu wenig Schlaf ist ein wesentliches Thema im Zusammenhang mit der Entstehung von Adipositas, so Ahrens.
Der Kampf gegen Adipositas kann nur miteinander gewonnen werden
„Das Risiko, an Übergewicht zu versterben ist inzwischen weltweit größer, als an den Folgen von Hunger zu sterben. In den vergangenen Jahren konnte leider nicht der Hunger eingedämmt werden, sondern starkes Übergewicht und Fettleibigkeit sind entsprechend gestiegen“, unterstrich der wissenschaftliche Leiter des Kongresses, Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner. Deutliches Übergewicht reduziert die Lebenserwartung um drei Jahre, Adipositas (Fettleibigkeit) um sechs Jahre. Mehr als die Hälfte der Europäer ist mittlerweile übergewichtig oder fettleibig. Gartlehner: „Wir haben mit dem 4. Europäischen Kongress für evidenzbasierte Prävention einen weiteren Schritt zur Adipositasbekämpfung machen können. Mit dem Austausch und der Diskussion internationaler Erfahrungen evidenzbasierter Ursachenforschung konnten wir einen wichtigen Beitrag zur Adipositasprävention leisten. Nun ist die Politik gefordert, damit die Erkenntnisse entsprechend umgesetzt werden können.“
Ärztekammer: Gesundheitsreform - Macht- und Finanzierungsfragen gefährden Versorgung
ÖÄK-Vorschläge: "Intelligent ausbauen, statt destruktiv einschränken"
"Intelligent ausbauen, statt destruktiv einschränken" sei das Motto der Ärztekammer, die aufzeigen wolle, dass es auch im Gesundheitsbereich möglich sei, zu sparen und gleichzeitig eine menschliche, wohnortnahe und patientenfreundliche Medizin anzubieten. "Allein mit der Einführung eines Hausarztmodells ließen sich, vorsichtig geschätzt, 50 Prozent der Ambulanzbesuche vermeiden, wodurch jährlich rund 330 Millionen Euro eingespart werden könnten - bei gleichzeitiger Verbesserung der Primärversorgung. Damit würden die zehn Millionen, die man jährlich in Lehrpraxen zur adäquaten Ausbildung der Allgemeinmediziner investieren müsste, locker eingespielt", erklärte Wechselberger.
Der Ärztechef wies weiters darauf hin, dass man mit neuen Kassenvertragsstellen - für Fachärzte wie für Allgemeinmediziner - in den Krankenhäusern Millionenbeträge einsparen könnte. Nicht nur die Ambulanzen, auch die stationären Bereiche der Spitäler wären entlastet und könnten Betten abbauen und stationäre Aufenthalte verkürzen. "Der durchschnittliche Ambulanzbesuch kostet 92 Euro, der durchschnittliche Facharztbesuch in der Praxis 44 Euro. Wer intelligent sparen will, muss die Ambulanzen zurückfahren und das Geld, das die Länder dann weniger ausgeben, der Sozialversicherung zweckgebunden für den Ausbau der fachärztlichen Kassenordinationen zuleiten", forderte Wechselberger. Weil es seit zehn Jahren - trotz wachsender Bevölkerung - keine zusätzlichen Verträge gebe, fehlten nun über 1300 Kassenstellen. Gleichzeitig steige die Zahl der Wahl- und Privatärzte.
In der Prävention sieht Wechselberger "langfristig und aus humanitärer Sicht" das größte Sparpotenzial: "Auch wenn Österreich in der Lebenserwartung recht gut abschneidet, so finden wir uns in der Statistik der gesund erlebten Jahre weit abgeschlagen. Doch gerade diese vielen in Krankheit erlebten Jahre belasten das Gesundheitssystem massiv. Ganz zu schweigen vom menschlichen Leid, das der Einzelne und sein Umfeld durch mangelnde Gesundheitsvorsorge zu tragen haben", sagte Wechselberger. Er forderte daher die Umsetzung der im Regierungsprogramm genannten "nationalen Gesundheitsziele". Besonderer Zeitdruck herrsche aufgrund der rasanten demografischen Entwicklung bei altersbedingten Leiden wie Demenz, ebenso bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Adipositas. Besonderes Augenmerk sei auf Aufklärung und Prävention in Sachen Lebensstil bei Kindern und Jugendlichen zu legen: "Hier tickt eine - auch volkswirtschaftliche - Zeitbombe", führte der ÖÄK-Präsident ins Treffen.
Schließlich seien die Rahmenbedingungen für die Leistungserbringer selbst zu verbessern. Der Ärztechef forderte, den Spitalsbetrieb so einzurichten, dass Turnusärzte primär ausgebildet und nicht für Administration und Systemerhalt ausgenützt würden. Arbeitszeithöchstgrenzen für Spitalsärzte seien strikt einzuhalten. Es brauche weniger Bürokratie, nicht mehr, wie geplant. Und es dürfe keine De-facto-Gehaltskürzungen mehr geben, nach dem Prinzip "Immer mehr Arbeit für gleiches Geld". Freiberufliche Ärzte wiederum könnten ihrem Versorgungsauftrag auch an Tagesrandzeiten und an Wochenenden nur nachkommen, wenn man es ihnen ermögliche, mit anderen Ärzten - der eigenen, aber auch anderer Fachrichtungen - in Gemeinschaften zusammenzuarbeiten oder auch Ärzte in Praxen anzustellen.
ÖÄK fordert: Ende der Machtspielchen und Einbindung von Experten
"Ich erwarte einen Paradigmenwechsel in der Politik hin zu einer gesicherten, humanen Patientenversorgung. Dazu gehört eine Abkehr von dieser als 'Gesundheitsreform' getarnten Finanzreform, bei der es nur um Geld, Machtaufteilung und um neue zentralistische Steuerungsapparate geht und darum, wer in welchem Gremium mit welchem Stimmrecht sitzen darf. Dies, verbunden mit rigidem Monitoring, zentralisiertem Berichtswesen und drohenden Sanktionsregeln ergibt noch keine Gesundheitsreform", so der ÖÄK-Chef. Er verlangte die Einbindung der Ärztekammer, die mit objektiver Fachexpertise zu einer tatsächlichen Gesundheitsreform im Sinne einer verbesserten Patientenversorgung beitragen wolle. Und Wechselberger stellte klar: "Die ÖÄK wird jedenfalls nicht tatenlos zusehen, wenn der Bevölkerung durch Zurückfahren des Gesundheitsbudgets notwendige, moderne medizinische Leistungen vorenthalten und Versorgungseinrichtungen gesperrt werden, sodass einer Zwei-Klassen-Medizin Tür und Tor geöffnet wird."
Regierungsparteien einigen sich auf ELGA!
Vorigen Donnerstag gab die Ärztekammer noch in einer Aussendung bekannt, von einer kolportierten Einigung können keine Rede sein, heute scheint es fix: SPÖ und ÖVP wollen ÄrztInnen und PatientInnen morgen per Ministerratbeschluss vor vollendete Tatsachen stellen.
In der Ärztekammer-Aussendung von Donnerstag hiess es unter anderem:
'Zu unserer Überraschung haben wir - aus den Medien - erfahren, dass es zwischen den Großparteien SPÖ und ÖVP zu einer Einigung in Sachen ELGA gekommen sein soll. Andere uns zugegangene Informationen besagen, dass dies so nicht richtig ist, es wird weiter verhandelt. Es gibt zwar eine Annäherung, aber keine Einigung.
In diesem Zusammenhang können wir als Ärztekammer für Wien nur festhalten, dass wir bei den Parteienverhandlungen nicht am Verhandlungstisch sitzen. Wir bringen bei allen Beteiligten unsere massive Kritik und unsere Forderungen ein.
Insbesondere lehnen wir die
- verpflichtende Teilnahme (für Ärzteschaft wie Patienten),
- die fehlende Datensicherheit,
- die fehlende Funktionalität,
- die Kosten sowie
- die nicht vorgesehene Testphase
ab....'
Nun hat die Politik wieder an den Ärzten und Ihren Interessen vorbei entschieden - wie bereits rund um die Ausweitung des Parkpickerls - und Minister Stöger hat sich durchgesetzt. Während es ein Opting-Out für die PatientInnen geben soll - diese müssen sich also aktiv herauswünschen - bekommen die ÄrztInnen keine Chance: für sie ist die Teilnahme zwingen. Starten soll ELGA bereits relativ kurzfrisitg Ende 2013, kaum ein Jahr Vorlaufzeit ist vorgesehen. Pannen scheinen vorprogrammiert.
Fest aber steht ein nicht unerheblicher Investitionsbedarf für die Ordinationen, denn ELGA wird in den meisten Fällen ein neues oder zumidnest erweitertes EDV-System notwendig machen. Eine Finanzierungsstütze ist zwar angeküdigt, diese wird aber wohl nur einen Teil der benötigten Investitionen abdecken.
Zusätzlich will man in der kurzen, vebleibenden Zeit an der 'Usability' feilen. Das hat einen guten Grund, denn die derzeitige Version ist relativ kompliziert zu bedienen und führt im normalen Ablauf einer Ordination zu Mehraufwänden, die von den Sozialversicherern sicher nicht bezahlt werden. Auch hier kein Erfolg für die neue Spitze der Ärztekammer...
Details wollen Alois Stöger (SPÖ) und ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger heute, Monatg, Vormittag in einer gemeinsamen Pressekonferenz bekanntgeben.
Neues aus der Herzmedizin: 'Von der Wissenschaft zur Praxis'
Vom 25. bis 29. August 2012 findet in München der Europäische Kardiologenkongress (ESC) statt
Ende August wird München einmal mehr – wie zuletzt 2004 und 2008 – zum Zentrum der europäischen Herzmedizin: Mehr als 30.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 150 Ländern werden in der bayrischen Landeshauptstadt (Messe München) zum Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) erwartet. 450 wissenschaftliche Sitzungen, mehr als 4000 neue Studien, 17 „Hot-Line“-Präsentationen, in denen erste Ergebnisse großer wissenschaftlicher Studien präsentiert werden – das sind nur einige der Eckdaten dieses wissenschaftlichen Großereignisses, auf dem die wichtigsten Fortschritte aus allen Bereichen der Kardiologie diskutiert werden. Damit ist der ESC nicht nur der größte Medizinkongress, der in Deutschland stattfindet, sondern europaweit die größte wissenschaftliche Veranstaltung und der weltweit führende Kardiologie-Kongress. „From Bench to Practice“ – „Von der Wissenschaft in die Praxis“ ist das Motto für den ESC-Kongress 2012.
Die auf dem Kongress diskutierten Themen sind nicht nur für die Fachwelt von höchster Relevanz: Auch wenn die Herzinfarkt-Sterblichkeit in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken ist, stellen Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 41 Prozent der Todesfälle in Deutschland, ebenso wie in ganz Europa, nach wie vor die Todesursache Nummer 1 dar.
WONCA-Europe-Konferenz 2012 - 'The Art and Science of General Practice'
Von 4. bis 7. Juli 2012 treffen rund 2.800 praktizierende Allgemein- und Familienmediziner aus zahlreichen Ländern, viele von ihnen als Hausärzte in Forschung und Lehre sowie Weiterbildung eingebunden, im Austria Center Vienna in Wien zusammen.
Die Österreichische Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM) versammelt anlässlich der 18. WONCA-Europe-Konferenz 2012 internationale Allgemein- und Familienmediziner in Wien. Als Generalthema des Kongresses wurde "The Art and Science of General Practice" gewählt. Die Ergebnisse aus der Forschung und solide wissenschaftliche Evidenz sind die Grundlagen allgemeinmedizinischer Tätigkeit. Wissen über Erkrankungen und deren zeitgemäße Behandlung reichen alleine allerdings nicht aus, um als Allgemeinmediziner Patienten individuell und erfolgreich zu behandeln und unter oft schwierigen Bedingungen effizient vorzugehen. Kreativität und Mut zu patientenspezifischen Entscheidungen, Erkennen und Respektieren der Stärken und Schwächen der Patienten und Geduld im Umgang mit Menschen sind die "Kunst der Allgemein- und Familienmedizin". Entsprechend dem Titel wurde auch das Kongress-Sujet ausgesucht: Das anatomische Wachsmodell aus dem 18. Jahrhundert ist im Wiener Josephinum ausgestellt, in dem 1786 die erste Medizinuniversität Österreichs gegründet wurde. Das Modell folgt dem Kongressziel "von der Wissenschaft für die Praxis". Es ist eine Kombination aus wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Anatomie des Menschen, das kunstvoll umgesetzt für Medizinstudenten als Anschauungsobjekt für den Lehrunterricht verwendet wurde.
Zwtl.: Die Wissenschaft und Kunst der Allgemeinmedizin
Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern wird der Allgemeinmedizin die wissenschaftliche Bedeutung aus einer lang zurückreichenden, universitären Tradition abgesprochen. Auch wenn sie eine eigenständige Disziplin ist, ist ihr Stellenwert geringer als anderer Disziplinen. Kongresspräsident MR Dr. Gustav Kamenski stellte dar: "Die WONCA-Europe-Konferenz bietet die Möglichkeit über die Grenzen der österreichischen Allgemeinmedizin hinauszublicken. So können wir einen Vergleich mit den internationalen Forschungsaktivitäten und allgemeinmedizinischen Standards anstellen. Dadurch erhalten wir Impulse für die eigene berufliche Tätigkeit und Anregungen für die kritische Bewertung unseres Faches im internationalen Vergleich. Auch in der Ausbildung wird die Allgemeinmedizin noch immer als die reduzierte Summe anderer Fächer gesehen. Der Kongress in Wien schafft hier Abhilfe, erbringt den Leistungsbeweis und verdeutlicht den hohen Stellenwert der Allgemeinmedizin in den weltweiten Gesundheitssystemen." Durch den Kongress erhofft sich die ÖGAM auch einen Impuls zur universitären Etablierung des Faches, die in Österreich nur zögernd voranschreitet.
Zwtl.: Generalisten: Überblick über Gesamtgesundheitszustand der Patienten
Dr. Reinhold Glehr, Präsident der ÖGAM, erläuterte, dass das österreichische Gesundheitswesen derzeit von Mustern der Akutmedizin und der fachspezialistischen Versorgung geprägt sei. "Das Krankheitsspektrum verändert sich auch durch demografische Gegebenheiten. Die Menschen werden älter, viele Erkrankungen können im Vergleich zu früher geheilt oder sogar verhindert werden. Daher muss sich das Gesundheitswesen diesen Entwicklungen anpassen. Weg von der Spitalslastigkeit, hin zur Verlagerung von Leistungen in den extramuralen Bereich. Damit würden allerdings auch verstärkte Bemühungen um die niedergelassene Medizin insbesondere die Allgemeinmedizin erfordern, die derzeit nicht erkennbar sind.
" Zwar werde die Stärkung der Hausarztmedizin auf politischer Ebene immer wieder erwähnt, findet dann aber weder in erarbeiteten Versorgungsmodellen noch in Pilotversuchen ihren Niederschlag. Obwohl fachspezialistische Interventionen auch in Zukunft große Bedeutung haben werden, wird der hausärztliche Bereich bei immer mehr Problemen von Patienten wichtiger. "Durch den vermehrten Wissenszuwachs in der Medizin, braucht es Generalisten, die den Patienten auf ganzheitlicher, integrativer Ebene betrachten und kontinuierliche Ansprechpartner sind. Die Arzt-Patienten-Beziehung wird zunehmend wichtiger, medizinische Entscheidungsfindungen brauchen Aufklärung, Abwägung und Informationsaustausch zwischen Arzt und Patient. Insbesondere bei chronischen Krankheiten ist die konstante Begleitung und Behandlung durch den Allgemeinmediziner wichtig", so Dr. Glehr.
Tony Mathie, Präsident der Europäischen Vereinigung der Allgemein- und Familienmediziner (WONCA Europe) sieht das aus seiner internationalen Erfahrung ähnlich: "Die derzeit laufenden Sparprogramme in mehreren europäischen Staaten verstärken den Druck auf die Allgemeinmediziner. Einerseits werden Mittel gekürzt, andererseits drohen uns die hart erkämpften Vorteile in der Ausbildung für unsere Disziplin verloren zu gehen. Diese Konferenz in Wien soll uns allen neue Energie und die Möglichkeit zum intensiven Wissenstransfer geben, um künftigen Herausforderungen zu begegnen. Nicht zuletzt sind gefestigte, internationale Verbindungen der Allgemein- und Familienmediziner essentiell für eine starke Stellung unserer Disziplin in allen Ländern."
Sommersportstatistik der Unikliniken Salzburg
Kinder verletzen sich oft am Kopf - Fußball bleibt gefährliche Sportart
Fast jedes zweite Kind, das nach einem Unfall beim Radfahren stationär aufgenommen wird, hat eine Kopfverletzung. Aktuell trugen 83 Prozent von diesen Kindern keinen Helm. Wasserrutschen und Trampoline stellen ebenfalls ein erhebliches Gefahrenpotenzial dar. Bei den Erwachsenen bleibt "König Fußball" die Sportart, bei der die meisten Unfälle und Verletzungen passieren. Mehr als zwei Drittel der ambulant oder stationär behandelten Verletzten spielte Fußball.
UKE-Wissenschaftler beim weltgrößten Krebskongress in Chicago
Beim weltweit größten Krebskongress in Chicago, dem 48. Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO), präsentieren 4 Wissenschaftler des Hubertus Wald Tumorzentrums herausragende Forschungsergebnisse.
- Prof. Dr. Dirk Arnold, Medizinischer Direktor des Hubertus Wald Tumorzentrums - Universitäres Cancer Center Hamburg (UCCH) am UKE, wird eine neue Strategie für die Behandlung des fortgeschrittenen Magen-Darm-Krebses vorstellen.
- Prof. Dr. Carsten Bokemeyer, Vorstandsvorsitzender des UCCH und Direktor der onkologischen Klinik, diskutiert aktuelle Ergebnisse zur Behandlung von Hodentumoren bei jüngeren Männern. Er geht insbesondere auf neue Therapierichtlinien und verbesserte Überlebenschancen der Patienten ein.
- Prof. Dr. Walter Fiedler, Leitender Oberarzt der II. Medizinischen Klinik, stellt einen neuen pharmakologischen Behandlungsansatz für Patienten mit weit fortgeschrittener Krebserkrankung vor.
- Priv.-Doz. Dr. Sven Mahner, Oberarzt der Klinik für Gynäkologie, erläutert neueste, im UKE gewonnene Erkenntnisse zur Therapie von gynäkologischen Tumoren (Vulvakarzinom).
Mehr als 34.000 Teilnehmer werden sich auf dem Kongress über die neuesten Entwicklungen in der Therapie unterschiedlicher Krebsformen informieren. Insgesamt 5264 Vorschläge für Vorträge reichten Experten aus 135 Ländern für diese ASCO-Tagung ein – nur 257 davon werden auf der Konferenz direkt gehalten. Prof. Bokemeyer: „Es ist eine große internationale Auszeichnung und Bestätigung unserer hervorragenden Arbeit am Universitären Cancer Center Hamburg, dass gleich vier Wissenschaftler aus dem UKE beim weltweit größten Krebskongress die Ergebnisse ihrer Arbeit so prominent vorstellen können.“ Insgesamt werden 47 Beiträge (wissenschaftliche Arbeiten und Poster) unter Beteiligung von UKE-Forschern beim ASCO veröffentlicht.
Prof. Arnold wird in einer Plenarsitzung über gastrointestinale Tumoren das Ergebnis einer großen Studie schildern. Diese wurde von Arnold zusammen mit der deutschen AIO-Studiengruppe (Arbeitsgruppe Internistische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft) bereits 2005 initiiert. „Wir haben in einer randomisierten, multizentrischen, europaweiten Studie, an der insgesamt 820 Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren teilnahmen, über vier Jahre hinweg untersucht, wie wir die Therapie mit modernen Medikamenten besser gestalten können“, sagt Prof. Arnold.
„Wenn ein Patient, der bereits an einem metastasierenden Darmkrebs leidet, nach einer Kombinationsbehandlung mit Chemotherapie und Angiogenese-Hemmer, wie sie heute ein Therapiestandard ist, weitere Metastasen bekommt oder diese darunter wachsen, wird bislang in der Regel nur eine andere Chemotherapie verabreicht. In der Studie haben wir untersucht, ob nicht zusätzlich zu der Chemotherapie auch die Behandlung mit dem Angiogenese-Hemmer fortgeführt werden soll. Letzterer reduziert unter anderem die Sauerstoffversorgung des Tumors und verstärkt dadurch die Wirksamkeit der Chemotherapie.“ Das Ergebnis der Studie: „Durchschnittlich lebten die Patienten, die mit dieser Doppelstrategie behandelt wurden, 1,4 Monate länger, ohne mehr relevante Nebenwirkungen durch die Behandlung zu erleiden.“
Jährlich erkranken in Deutschland etwa 69.000 Menschen an Darmkrebs (Robert Koch Institut, RKI, Berlin). Er ist die zweithäufigste Tumorerkrankung nach Brustkrebs (Frauen) und Prostatakrebs (Männer). Die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen, wie sie im UCCH und im gesamten UKE praktiziert wird, ist die Voraussetzung, um weitere Erfolge im Kampf gegen Krebs zu erzielen.
Alzheimer, Depressionen und Schlaganfall-56 Jahrestagung der DGKN
Neurophysiologen diskutieren über neue Therapien und die Ethik der Tiefen Hirnstimulation
Mit der Tiefen Hirnstimulation therapieren Neurophysiologen Krankheiten wie etwa Morbus Parkinson oder Depressionen. Dabei stimulieren Elektroden gezielt die betroffenen Nervenzellen. Der direkte Eingriff in das menschliche Gehirn ermöglicht es, Fähigkeiten etwa des Bewegungsapparates zu manipulieren. Inwieweit die Methode dabei aber auch die Persönlichkeit des Menschen beeinflussen könnte, diskutieren Experten auf der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Hier stellen sie sich zudem die Frage, ob der freie Wille eine reine Illusion ist. Weitere Themen des Kongresses sind bildgebende Verfahren, die Lernvorgänge des Gehirns sichtbar machen, Hirntumoren orten, sowie Rehabilitationschancen nach einem Schlaganfall feststellen und Alzheimer bereits in frühen Stadien erkennen. Der Kongress findet vom 15. bis 17. März 2012 in Köln statt.
Klinische Neurophysiologen spielen eine immer wichtigere Rolle nicht nur bei der Diagnostik von Erkrankungen des Nervensystems, sondern zunehmend auch bei der Behandlung. Mit der Tiefen Hirnstimulation haben sie beispielsweise schon weltweit mehr als 80 000 Patienten behandelt. Bei Parkinson-Patienten hat sich diese Therapie in den letzten Jahren als hoch wirksam erwiesen. „Mit den implantierten Elektroden verbessern wir die Beweglichkeit der Betroffenen deutlich, auch dann noch, wenn Medikamente gar nicht mehr wirken.“, so Professor Dr. med. Gereon Fink, Kongress-Präsident der 56. Jahrestagung der DGKN. Aber auch bei anderen neurologischen Krankheiten erforschen Experten das minimal-invasive Verfahren. Auf dem Kongress der DGKN stellen sie erste Erfolge bei Menschen mit Depressionen, Epilepsie oder Zwangserkrankungen vor.
Da es sich bei der Tiefen Hirnstimulation um einen direkten Eingriff in das Gehirn handelt, untersuchen Forscher auch, ob sich die Methode auf die Persönlichkeit des Patienten auswirkt. In der Sitzung „Ethik der Tiefen Hirnstimulation“ stellen Experten erste Langzeitergebnisse dazu vor. Einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Neuroethik ist der Neuropsychologe Michael S. Gazzaniga von der University of California in Santa Barbara. Für ihn ist klar: Der freie Wille ist eine Illusion. „Wir sind nur – wenngleich wundervoll entworfene – Maschinen, die rein deterministisch arbeiten“, äußert er. Was das etwa für die Beurteilung von Straftätern bedeutet, erklärt er in einem Vortrag auf dem Kongress der DGKN.
Ein weiterer Schwerpunkt der 56. Jahrestagung der DGKN beschäftigt sich mit neuen Einsatzgebieten der „funktionellen Bildgebung“. Diese Verfahren verbildlichen die Organisation des Gehirns: „Mittels Magnetresonanztomographie (MRT) oder Positronen-Emissionstomographie (PET) veranschaulichen wir, wie sich Sprache im Kindesalter entwickelt oder wie sie sich nach einem Schlaganfall reorganisiert.“, sagt Professor Dr. med. Roland Sparing, wissenschaftlicher Sekretär des DGKN- Kongresses. „Die funktionelle Bildgebung ermöglicht uns mittlerweile sogar vorherzusagen, wie die Rehabilitation nach einem Schlaganfall verlaufen wird“, so Sparing, Oberarzt an der Klinik für Neurologie an der Uniklinik Köln. Auf dieser Basis lassen sich gezielt geeignete rehabilitative Methoden auswählen.
Auf dem Kongress berichten Neurophysiologen auch über neueste Entwicklungen zum Einsatz der PET bei Hirntumoren und zur Diagnose der Alzheimer-Erkrankung. Zum Thema Früherkennung der Demenz konnte die DGKN den renommierten britischen Neurologen Professor Richard Frackowiak als Referenten gewinnen. Darüber hinaus stellt Professor Ray Dolan aus London Methoden vor, die Vorgänge im Gehirn sichtbar machen. „Wir sind sehr stolz, das Kongress-Programm mit diesen Koryphäen auf dem Gebiet der Hirnforschung abrunden zu können“, so Fink, Präsident der DGKN und Direktor der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln.
Wie auch in den Vorjahren bietet die DGKN mit dem Richard-Jung-Kolleg ein bewährtes Fortbildungsprogramm an. Neu sind hingegen spezielle Veranstaltungen für Studierende. „Mit dem Angebot wollen wir dem Nachwuchs die Vielfalt der Neurophysiologie nahebringen und ihnen ein Gespräch mit etablierten Neurophysiologen ermöglichen.“, so Fink. Für Studierende, PJler und Doktoranden ist die Teilnahme am wissenschaftlichen Tagungsprogramm kostenfrei.